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LarpWiki: Bericht Yorkfeuer 2005

Yorkfeuer Endgame (2005)

Schlacht um Gerland

Ein Bericht zum Spiel:

Ein Nachruf auf Königin Miraii von Derakall, einstmals König.

Dieser Bericht soll keinen chronologischen Ablauf des Yorkfeuers wiedergeben. Meine Absicht ist es lediglich, zu berichten, wie das Ende der Königin Miraii war, wie ich selber darin verwickelt war und wo der Weg Larhgos nun hinführen mag.

Als feststand, daß sich in diesem Jahre das Schicksals Larhgos in der von Dämonen heimgesuchten Grafschaft Gehrland entscheiden würde, war es für jeden Larhgoten, der Ehre und Anstand im Leibe hat ganz klar, dort zu erscheinen und sich dem Heerzug anzuschließen. Die Königin selber führte das Unternehmen an, ihr Heerführer sollte der gute Graf Hernando sein. Selbstverständlich war auch Gräfin Gesa zugegen, ging es ja um ihr Land. Den größten teil des Heeren führte der Graf von Frosthier an. Die Reichsritterschaft war durch Elrin vertreten, ein elfischer Kämpfer, wohl erst seit kurzer Zeit in den Stand der Reichsritterschaft erhoben. Seine Stunden, in denen er sich beweisen sollte, sollten bald hereinbrechen.

Aber zunächst der Reihe nach. Der Heerzug fand sich nach und nach ein, ebenso die 13 Larhgoten, die es den Daasdorfern nachtun wollten, die vor etlichen Generationen einst den Dämon besiegen konnten – oder doch nur vertreiben, schließlich kam er ja wieder? Die Taktik der 13 offenbarte sich schnell: Geheimhaltung! Der Feind sollte weder ihre Pläne kennen noch herausbekommen können, um wen es sich bei den Erwählten handelt. Die Königin weihte selbst engste Vertraute nicht in die Absichten dieser Leute ein, was ohne Frage ein kluges Unterfangen war! Tatsächlich blieben die 13 von expliziten Angriffen meines Wissens verschont.

Der Feind jedoch zeigte sich nicht. Besser gesagt, nicht genau, denn das er da war, war keine Frage und er versteckte sich unter vermeintlich harmlosen Gehrländern, die am Orte wohnten und von sich behaupteten, den 13köpfigen bereits vor anderthalb Jahren vernichtet zu haben und so weiter. Ohne Frage waren diese Leute verwirrt oder besessen, so schien es uns. Es war nicht auszumachen, ob sich der 13köpfige in Person unter ihnen verbarg oder nur ein wie auch immer geartetes, unheiliges Band zwischen ihm und den armen, verlorenen Seelen bestand. Zumindest konnte man sich nicht dazu entscheiden, die Dörfler anzugreifen, um so das Ergebnis in Erfahrung zu bringen.

Gleich zu Beginn des Unternehmens teilte ich der Königin mit, daß ich große Zweifel an ihrem Vorgehen habe, was die 13 Larhgoten und den einen Dolch, den sie mit sich führten hegte. Dieser Dolch war als Dolch Ishtars bekannt und wurde in der Schrift der Daasdorfer Helden von einst erwähnt. Also schloß man daraus, er sei unbedingt vonnöten, den Dämon zu besiegen. Ohnehin habe man Hinweise, daß das nur mit Hilfe des bösen Gottes gelingen könne. Die älteren Larhgoten mögen sich an meine Herrscherzeit entsinnen und können sich dann in etwa vorstellen, was mit derlei Dingen vor sechs, sieben Jahren passiert wäre! Damals hätten wir diesen Dolch nie und nimmer benutzt, im Zweifelsfall hätten wir die Schriften ins Feuer Geworfen, die besagten, man müsse ein Artefakt Ishtars verwenden. Nun, die Zeiten haben sich geändert und die Königin, einst meine erste Reichsritterin und immer treu an meienr Seite, hatte andere Berater gewonnen und war mit anderen Problemen konfrontiert. Ich machte ihr keinen Vorwurf (war ich doch wohl einer der wenigen Menschen, der dies tun durfte) sondern verstand ihre Situation, zumindest zu diesem Zeitpunkt. Mir war auch nicht bewußt, wie die Berater der Königin über diese Sache dachten. Die 13 Larhgoten sicherlich befürworteten eine Anwendung des Dolches, immerhin hatten sie sich schon lange Zeit damit auseinandergesetzt. Was aber die Grafen, Reichsritter und selbst die Priesterschaft anging, blieb das zunächst im Dunkeln.

Aber dieses Dunkel sollte sich alsbald erhellen! Denn – den Göttern sei Dank – wurde der böse Plan Ishtars kurze Zeit später enttarnt, von den eigenen Anhängern des verderbten Gottes. Es war nämlich so, daß sich am Rande des Lagers einige illustre Gestalten zweifelhaften Rufes niedergelassen hatten. Eine größere Gruppe hatte die Königin und sogar die Priesterschaft zu sich eingeladen. Diese Leute gaben sich dann als Priester und Anhänger Ishtars zu erkennen. Nach so vielen Jahren im Verborgenen tauchte diese Geißel Larhgos also wieder auf. Wie auch immer, diese Irren forderten einen Platz im Konzil, das Ende der Verfolgung ihrer Anhänger und ihr Mitwirken an der Gestaltung des Landes. Dafür wollten sie bei der Vernichtung des Dämons helfen, ganz speziell bei der Sicherung des Dolches, der bereits viele Todesopfer gefordert hatte. Endlich zeichnete sich das falsche Spiel des dunklen Gottes ab: der erste Schritt in seine Richtung, die Nutzung des Dolches und das Vertrauen in die Schriften schien noch klein und unbedeutend. Der nächste Schritt, die Akzeptierung der Religion und der Priesterschaft mag einem schwachen Geist auch noch nicht schlimm erscheinen. Aber weder Königin Miraii noch ihre Berater litten unter einem schwachen Geist. Besonders Aron, Priester Lorgums, war hier unerbittlich: die Ishtaranhänger mußten vernichtet werden! Königin Miraii hatte jedoch den Konflikt mit den 13 Larhgoten, die meinten, ohne Ishtar keine Macht über den Dolch, ohne Dolch keine Chancen gegen den Dämon und somit zwei Jahre vergebene Mühen und Opfer. Keine leichte Entscheidung für die Königin, gar keine Frage. Aber ihr Herz siegte und ihre Erkenntnis, daß eine Entscheidung gegen Ishtar und Dolch von sehr vielen getragen wurde. Hier sind die Priester (selbst da gab es anfängliche Zweifel; Sina, Priesterin Alinas war sich zunächst nicht sicher, ob die Bekämpfung des Dämons nicht wichtiger sei als die Ishtars) und die Grafen zu nennen. Gerade Graf Hernando gab der guten Königin durch seine Ruhe und Besonnenheit viel Kraft in dieser Situation. Meine eigener Einfluß und mein Zutun sind hier weniger hoch einzuschätzen, was auch so seine Richtigkeit hatte.

Die Königin entschied also noch am Donnerstag Abend, gegen die Anhänger Ishtars vorzugehen. Auf meine Rat hin, daß dies in der Nacht nicht klug sei, da hier die Macht Ishtars am größten sei, wurde beschlossen, das Lager am nächsten Morgen zu vernichten. So geschah es dann auch. Graf Hernando führte das Unternehmen und konnte hier auf Erfahrungen zurückgreifen, die er an anderer Stelle gesammelt hatte. Es war gut, einmal wieder eine Gruppe eindeutig erkannter Feinde geschlagen zu haben, die Moral im Lager stieg daraufhin beträchtlich (auch wenn böse Zungen an dieser Stelle von „typisch larhgotischer, erzreaktionärer Borniertheit“ sprachen).

Leider – wie so oft – lag in diesem grandiosen Sieg auch die Wurzel neuen, schrecklichen Übels begraben. Die Sieg war nicht deshalb grandios, weil der Kampf so schwer und der Feind so mächtig war. Nein, ein Sieg gegen Ishtar ist per Definitionem grandios! Soviel dazu. Die Wurzel des Übels trat dergestalt auf, daß eine aus der Ishtarhorde im Wald verborgen war, während ihre Spießgesellen zerschlagen wurden. Diese Verfluchte war es, die am Nachmittag des zweiten Tages (Freitag) unsere geliebte Königin meuchelte. Aber die Priesterin Alinas, Sina, war nicht fern, Alinawasser schnell zur Hand und alles schien glimpflich abzulaufen. Ich selber saß am Bett neben der Königin und beruhigte noch die Anwesenden, ich selber sei auch einst Opfer einer Meuchelattacke gewesen und habe die Sache, wie zu sehen, gut überstanden.

Nun kommt ein Umstand hinzu, der mich nie wieder ruhig schlafen werden läßt. Der Dolch Ishtars! Als nämlich die Knigin sich entschieden hatte, deren Lager anzugreifen, kam wieder die Frage auf, wer den Dolch in Verwahrung nehmen sollte, der zu dieser zeit vermeintlich sicher bei den Ishtars lag. Ich war es, der der Königin vorschlug, niemand anders als sie selbst könne das tun, war sie doch als Trägerin des Reichsamuletts immun gegen jegliche Art der Magie und sei sie göttlichen Ursprunges! Ich war es! Und ich wußte nicht, daß sie es tatsächlich getan hatte. Als sie bewußtlos auf ihrem Bett lag, dachte niemand an den Dolch, sondern nur an ihr Leben und ihre Gesundheit. Aber sie trug ein Artefakt Ishtars welches keine andere göttliche Macht an sie heran ließ, auch nicht die der Alina. Zu spät wurde bemerkt, daß ihre Wunden wieder aufbrachen, ihr Leben rann aus ihrem Körper, ihr Herz hörte auf zu schlagen, der Tod kam über sie.

Dies waren die grausamsten Stunden meines Lebens. Wie konnte es sein, daß die Götter Miraii zu sich holten und ich noch leben durfte, ich, der von Miraii König war, der vor ihr das Licht der Welt erblickt hatte, der so stark ihren Weg beeinflußt hatte, damals, als sie noch Reichsritterin an meiner Seite war? Mir schien das nicht gerecht zu sein und ich erkannte den Sinn nicht. Das hat sich bislang nicht geändert.

Die Königin war tot. Fünf Jahre füllte sie das höchste Amt aus, welches ein Mensch inne haben kann. Sie beendete den Bürgerkrieg in den Herzen der vormals verfeindeten Larhgoten. Ihr habe unter anderem ich es zu verdanken, als damals von vielen Tyrann genannter von den einstigen Gegnern heute respektiert und vielleicht sogar gemocht zu werden! Miraii hatte sie alle wieder zusammengeführt und geeint. Jeder, der sagt, sie sei manches mal wankelmütig gewesen oder habe sich mit Entscheidungen zu viel Zeit gelassen, soll bedenken, daß ihre Aufgabe die Versöhnung und die Einigung war. Diese Dinge sind nicht mit harschen Entscheidungen und Rücksichtslosigkeit zu erreichen, wie ich es einst pflegte!

Nun denn, die Königin war tot, aber der Dolch Ishtars noch immer unentdeckt. Aron und Astralus hielten Totenwache, ich selbstverständlich ebenfalls, sonst war niemand im Zelt. Dann erschien Asgor und ich nutzte die Gelegenheit, einmal kurz austreten zu können. So entfernte ich mich vom Zelte. Als ich wiederkam, war das Grauen erneut über uns hereingebrochen! Der Dolch hatte sich Astralus bemächtigt, der dann Asgor tötete. Aron war zu diesem Zeitpunkt ebenfalls nicht im Zelt. Sina allerdings betrat danach den ort und wurde ebenfalls von Astralus angegriffen. Sie erlag Tage später diesen Verletzungen. Erst Aron, der zurückkam, konnte den besessenen Münzmeister überwältigen. Ihn holte sich später der Dämon.

Tot wo man hinsah! Doch zu lange war ich König, als das ich nicht wußte, wie viele andere auch, daß die Zeit zum Trauern noch nicht da war! Ich nahm der toten Königin das Reichsamulett ab und überreichte es dem Grafen Hernando, wußte ich doch um die große Macht dieses Artefaktes. Aber auch diese meine Handlung sollte dem neuen Träger nicht viel Glück bringen. Denn mit der gerechten Vernichtung der Ishtarmeute sah der Dämon es als nicht mehr nötig an, seine Tarnung aufrecht zu erhalten. Voller Heimtücke überfiel er mit seinen wilden Horden das Heerlager. Der Tod hielt nochmals reichlich Ernte. Viele lagen hernach erschlagen am Boden, andere wurden verschleppt, unter ihnen Graf Hernando, Gräfin Gesa und Astralus. Der zurückgebliebene, zerschlagene und jämmerliche Haufen war ohne Mut und Hoffnung. Aber das waren alles Larhgoten und zwar die Besten! Man richtete sich gegenseitig auf, mit zitternder Stimme wurde der Rote Mond gesungen und die kleine Gruppe versammelte sich um ein qualmendes, klägliches Feuer. Dann tat sich etwas im Lager des Dämonen. Einige von den besessenen Seelen der einfachen Menschen wurden dort Zeuge schlimmer Rituale und grausamer Opferungen, unter anderem von Hernando und Gesa. Diese Leute flohen in unser Lager, verfolgt von Orks und Kreaturen der finstersten Ebenen. Wir nahmen die Flüchtenden auf, die uns rieten, schnell das Lager des Dämons anzugreifen, da dieser gerade wegen seines Rituals geschwächt sei. Nun folgten ein paar Minuten, die über das Schicksal des Landes entschieden. Es gab zwei Gruppen, die einen sagten, man müsse hier beim Feuer zusammenbleiben, ein Kampf sei aussichtslos. Die anderen sagten, Verharren würde ebenfalls den Untergang bedeuten, man müsse nun diese vielleicht letzte Chance wahrnehmen und gegen den Dämon ziehen. Um es kurz zu machen, die letzte Gruppe setzte sich durch und bei allen guten Göttern, ich bin dermaßen stolz auf alle, die dabei waren! Denn auch diejenigen, die meinten, besser sei es, beim Feuer zu bleiben, begleiteten nun die andern in den letzten Kampf! Und einige Menschen und Elfen wuchsen in diesen Minuten über sich hinaus. Es wurde zum Angriff geschrieen, es wurde Mut zugesprochen und an unsere Stärke appelliert! Da war kein falscher Pathos, keine geschwollenen Reden oder dergleichen. Es war das Wissen, jetzt gemeinsam in den Tod zu ziehen oder gemeinsam zu siegen, einig für Larhgo!

Und der Sieg sollte unser sein! Der Dämon konnte vertrieben werden und wird nun für Generationen nicht mehr auftauchen. Die Orks wurden, soweit sie nicht flohen, geschlagen und die Besessenen verloren ihren Fluch. Die Leichnahme von Hernando und Gesa konnten unversehrt geborgen werden und wurden später, nach der Königin, auf dem Yorkfeuer verbrannt.

Der Sieg war der teuerste der Geschichte Larhgos. Wenig Anlaß gab er, in Freude auszubrechen.

Ein Land ohne Führung ist schwach und anfällig für Feinde von Außen und von Innen. Der Reichsritter Elrin, der nun, wo er die höchste Autorität darstellte, eben diese Lücke hervorragend ausfüllte, plante wohl, während der Yorkfeuers selber, dem Volk kund zu tun, daß das Konzil mit der Einberufung einer Kür beauftragt worden sei, nun aber ein Truchseß bestimmt werde, der solange es keinen König gibt, die Organisation des Reiches übernehme. Dazu kam es aber nicht. Lorjak, Nachkomme der telumendilschen Elfen, forderte sein Erbe ein. Vorher hatte ich ihm das Mondschwert gegeben, um welches er mich gebeten hatte. Nach seienr Forderung überreichte ich ihm das Reichsamulett, in dessen Besitz ich nach dem Kampf gegen den Dämon erneut geraten war. Die Götter wollten es wohl so, daß ich zum dritten Mal in meinem Leben jemandem dieses Ding überreichte. Daß ich später noch das jämmerlich funzelnde Yorkfeuer maßgeblich rettete, so daß es endlich doch richtig brannte, möchte ich hier eigentlich gar nicht erwähnen. Auch der Titel des Königsmachers steht mir nicht zu, ich weise das entschieden von mir! Es war Vorsehung, ich selber war nur ein Werkzeug der Götter.

Nun ist ein Elf König. Die Reichselite ist stark dezimiert, eine Zeitenwende steht an. Larhgo wird auch dies schaffen!

Aber Königin Miraii ist tot. Um sie ist bislang zu wenig geweint worden, zu erdrückend waren die Ereignisse um dieses Yorkfeuer herum. Drum sage ich jedem: weinet um die Königin, denn sie hat den fruchtbaren Boden bereitet, auf dem sich das Reich in diesen Tagen ausbreitet! Ihr Verdienst ist nicht und niemals hoch genug einzuschätzen! Drum weint um die Königin und betet, daß sie ihren Platz an der Tafel der Götter mit Freude und leichtem Herzen hat einnehmen können.

Viele Details habe ich zu kurz oder gar nicht behandelt, einiges mit voller Absicht weggelassen, an keiner Stelle jedoch absichtlich die Unwahrheit geschrieben.

Derakall, Bürger Larhgos


Die Kunde von Thílion, Gesandtem des Rates der Elben unter dem heiligen Baume, über den Heerzug der Larhgoten gen Gerland im Frühjahr des Jahres 12 nach York der Menschen.

Ich will Euch berichten von meinem Anteil an der Geschichte zur Befreiung Gerlands.Doch dazu müssen wir zunächst zurückgreifen um ein ganzes Jahr, nämlich zu den Zeiten, da das Yorkfeuer im Jahre 11 nach York in Daasdorf abgehalten worden war.

Dort blieb ich zunächst im Verborgenen, denn groß ist meine Liebe nicht zu den Menschenmassen, wenn sie trunken und streitsüchtig werden. Doch zu den beiden Jägern der Wollenteids, Grint und Boril, hielt ich wohl Freundschaft und dann und wann besuchte ich die Gemarkungen Daasdorfs, um mich mit meinem Bruder Helson - in Daasdorf Jossef geheißen - über den Lauf der Welt auszutauschen. Dabei wurde mir schon vor Jahren gewahr, dass unter den Daasdorfern einer von hoher Abstammung heranwuchs. Denn auch wenn ihm sein Naturell noch nicht bewusst war, musste jedem Elben die Aura seiner Herkunft auffallen. Doch dies ist zunächst eine andere Geschichte.

Meine Ohren wollten also nur ein paar Neuigkeiten aufnehmen und meine Augen das heilige Yorkfeuer schauen, als ich dann doch aus den Schatten der Wälder treten musste, um den Tod des Trägers des Calimar-Schwertes zu untersuchen. Wie in meinem Bericht vom letzten Jahre nachzulesen ist, war es von Anfang an ein schwieriges und später auch gefährliches Unterfangen, der Spur der Diebe zu folgen. Heute ist es eine Gewissheit, dass der Dreizehnköpfige daselbst nach Daasdorf kam, um sich die Klinge seines Schicksals zu holen! Mitten unter uns weilte er dort, nahm hier eine Nachricht und dort eine Kunde, gesprochen von unvorsichtigen Zungen, auf, und konnte sich so prächtig auf den bevorstehenden Feldzug der Larhgoten gen Gerland vorbereiten. Ich bitte dies für zukünftige Zeiten zu bedenken: Das Böse ist manchmal unter uns, oh Larhgoten!

Und so war es keine Schmach, dass Lorjak und Grint, Talis, Helson und ich den Dieb nicht einholten, sondern nur seiner Spur nach Gerland folgen konnten. Dort in den dunklen und stinkenden Sümpfen verloren wir Grint und ich hoffe, nur die Nebel und nicht die Zeiten trennten uns voneinander. Weit wagten wir uns vor, doch zu groß wurde die Bedrohung und so blieb uns nichts anderes, als auf den Feldzug des larhgotischen Heeres zu warten, um die Spur des Schwertes wieder aufnehmen zu können.

So verließen wir Gerland unter Gefahren und wandten uns wieder unseren eigenen Geschäften zu. Ich unternahm in diesem, dem letzten Jahre noch einige Reisen auch über Larhgos Grenzen hinaus, doch verbrachte ich den Winter im sicheren Saume des Telumendíl-Waldes, wo ein jeder Elb dieser Tage eine Heimstatt findet.

Als einer der härtesten Winter dieser Jahre vor einigen Wochen dann endlich hinter uns lag, trafen wir uns an den Grenzen zur Nordmark wieder, um uns dem larhgotischen Heere anzuschließen.

Ich hatte der Königin Botschaft vom Rate der Elben zu überbringen und auch wollte ich mein Schwert wieder den Menschen anbieten und viele meines Volkes begleiteten mich im Zwielicht der Wälder. Denn Gerland, früher der Westwald geheißen, war einst Larhgos größter Forst, voll von Zauber und Schönheiten und diente lange den Elben der Géleran, dessen Namen er heute trägt, als Heimat.

Und vielen Elben ward über den Winter und auch schon vorher bewusst, dass sie sich nicht länger zurückziehen durften und endlich wieder eingreifen müssten in die Geschicke des Landes, das tausend und tausend und mehr Jahre unter der Herrschaft ihrer Vorväter gedieh.

Und so durften auf Beschluss des Rates endlich wieder Elben die Klinge für ihr Land ergreifen und froh waren unsere Gemüter und unser Geist voller Tatendrang, als wir gen Gerland zogen.

Dort, an der Grenze der Grafschaft, trennte ich mich zunächst von den Elben, denn sie sollten zunächst im Hintergrund bleiben, waren neben Rat und Unterstützung doch auch eine Forderung an die Menschen formuliert worden, und wir wollten sehen, wie ihre Herrscher antworten würden. Doch versteht mich nicht falsch: Wäre es zu einer Schlacht gekommen (wie es dann ja auch eintrat), niemals hätten die Elben die Menschen im Stich gelassen (wie es auch nicht geschehen ist)! Doch auch die Elben sind dieser Tage uneins, welchen Platz sie in Larhgo einnehmen sollen und ein gutes Zeichen wäre das Juwel unseres Volkes gewesen: Der Funke der Elben und ihre wahre Hoffnung: Das Mondschwert. Ich hörte schon vor Jahren, in wessen Händen es sich wohl befand und mein Herz sagte mir, dass die Götter es nach Gerland leiten würden.

Und wir wollten Rat und Unterstützung im Kampf gegen den Dämon geben, und dennoch um das Mondschwert bitten, das ein ganzes Volk wieder vereinen und ins Licht zurück führen könnte!

Jedoch, es bot sich nie die Zeit, für eine gute Unterredung mit der Königin. Ihr Leben war vom Zeitpunkt ihres Eintreffens im Heerlager gefährdet und es gab keinen ruhigen Moment, in dem ich an sie herantreten konnte. Nicht, bis sie dann aufgebahrt auf die heilige Flamme des Yorkfeuers wartete...

Und so trachteten Lorjak und ich zunächst danach, dem Schwerte des Calimar wieder auf die Spur zu gelangen. Weit in die Sümpfe und die bösartigen Wälder, unter der Knechtschaft des Dämon stehend, trugen uns unsere Füße. Vorbei an tiefen Wassern, verhextem Wuchs und unzähligen Grabhügeln. Mal begleitete uns der tapfere Astralus, mal war es Talis, dessen göttergegebene Aufgabe es war, die besagte Klinge zu führen. So führte mich nach einiger Suche die Aura des Schwertes schließlich doch in die Nähe des Dorfes der Menschen, die behaupteten, das Übel vertrieben zu haben. Und konnte ich dem tiefbösen Schattens des Dämon, der über allem waberte, kaum standhalten, wurde mir doch gewahr, dass sich die heilige Klinge dort befand. Den Elben unzugänglich, durch das Böse geschützt und von Orks bewacht, konnte ich mir keinen Zugang verschaffen, solange nicht der böse Zauber den Ort verließ.

So musste die Hoffnung auf den Menschen, der Kraft der Magie nicht so stark ausgesetzt, liegen. Doch schwer wütete zu der Zeit der Dolch des Ishtar unter ihnen und die Dreizehn wurden den Vorfällen und einigen herrischen Stimmen unterworfen. Waren es denn nicht sie, die Dreizehn, die alleinig dem Dämon entgegenstehen sollten? Sie, die die Prophezeiungen und Botschaften der Götter empfingen und auf deren Weisung, stark im Glauben, für sie streiten sollten? Wie konnten sich einige der Menschen anmaßen, das Wort der Dreizehn gering zu schätzen oder - wie geschehen - ganz zu ignorieren und damit auch gegen den Willen der Götter zu handeln? Bei dieser Untat taten sich zudem auch höchste Verfechter der göttlichen Ordnung auf Erden hervor. Ein Frevel, nicht dem Vorhaben der Götter zu vertrauen! Ein Frevel, der vielen von ihnen, aber auch Menschen, die unter ihrem Wort standen, das Leben kostete.

Die Dreizehn waren also entmündigt und die Götter wandten sich vom Heer der Larhgoten ab. Viele starben in den darauf folgenden Stunden und der Dämon konnte sich sogar in Person seiner dreizehn Köpfe Zugang zum Lager verschaffen, was noch einmal für Tote sorgte. Die Situation war nahezu aussichtslos und der Dreizehngehörnte gewann an Macht. Auch mir wurde in diesen Stunden bange um das Heil des Landes, konnte ich doch keine Hoffnung mehr erkennen in den Gesichtern, die mich umgaben.

Doch mitten in dieser dunklen Stunde, da alle Herrscher der Menschen gestorben oder dem Tode nahe waren, da war es das einfache Volk, dass sich am letzten Feuer in der unwirtlichen Dunkelheit Gerlands, die bis dahin kein Sonnenstrahl zu durchdringen vermochte, sammelte und begann, das Herz mit Gesang, Mut und Hoffung zu füllen. Dort loderte die Flamme wieder im ehrlichen Glauben der Larhgoten und die Menschen spürten wieder Kraft. Zudem traten jetzt mehr und mehr Elben aus den Schatten der Wälder und gesellten sich zu den Menschen. Elrin, der einzig verbliebene Reichsritter - ein Elb - führte mittlerweile das Heer und auch das war ein Zeichen der Götter.

Als dann einige Bewohner der verfluchten Ortschaft, ihres Schattens entledigt, die dunklen Machenschaften des Dämons und seiner Orks anzeigten, da überkam alle eine große Wut ob der Uneinigkeit und Untätigkeit der letzten Stunden. Und im Angesicht einer bevorstehenden Machenschaft des Dreizehnköpfigen wurde nicht lange geredet und das Heer der Menschen und Elben ging zum letzten, verzweifelten Angriff über.

Mit mächtigen Stimmen und starker Hand kamen da die freien Völker Larhgos über das unheilige Antlitz des Dämonen und Flucht ward zu der Stunde seine einzige Antwort, denn die Götter hatten sich wieder den Larhgoten erbarmt. Und so wurden Orks und Unholde geschlagen und das Dorf befreit und ein großer Schatten verzog sich da aus den Wäldern Gerlands. Und im Schein der darauf folgenden Morgensonne sangen endlich wieder Vögel unter Gerlands Himmel und Licht drang an viele dunkle Stellen der Wälder, die dessen Kraft schon vergessen hatten.

Doch immer noch gab es Orks zu vertreiben und die Schäden des Dämon zu untersuchen und viel Zeit werden kundige Elben bald aufbringen müssen, die vergifteten Wälder Gerlands zu heilen. Und auch blieb zunächst keine Zeit, die Gefallenen der letzten Tage zu betrauern oder ein Siegeslied anzustimmen.

Denn wo war das Schwert des Calimar? Noch in der Dunkelheit der Schlacht hatten es einige gesehen, doch unauffindbar schien es nun. Wir Elben banden Talis und die heilige Flöte in ein Ritual ein, das uns den Weg des Schwertes zeigen sollte. Doch die Kraft der Flöte versagte und schon glaubte ich an ein Scheitern, da zeigte es sich doch noch, wohin die heilige Klinge gegangen:

Denn dort, wo in der Nacht zuvor der Dämon seine verwesende Füße durch das Tor in seine Unterwelt bewegte, endete der uns gezeigte Pfad. Der Dämon hatte an Kraft gewonnen und nicht länger nur war er dazu in der Lage, das heilige Schwert zu berühren - nun konnte er es sogar mit sich nehmen!

So wollen wir uns zwar erfreuen am wieder gewonnenen Gerland, doch sollten wir den Blick nicht trüben. Ein heiliges Artefakt ist den Larhgoten genommen und nur die Götter wissen, was dies für die Zukunft bedeutet.

Doch zunächst musste die Gegenwart geordnet werden. Viele Seelen galt es zu betrauern, doch das Yorkfeuer sollte ihre und unsere Leiden mindern. Denn endlich konnte es wieder in Gerland entzündet werden - wenn sich auch das verhexte Holz der dämonengeknechteten Wälder zunächst noch der heiligen Flamme des Yorkfeuers zu widersetzen suchte. Doch schließlich brannte das Feuer im göttergefälligen Scheine und man konnte Abschied nehmen von vielen guten Larhgoten.

Und mir wurde dabei die besondere Ehre zuteil, der Königin Miraii das letzte Geleit zu geben. Als Elb unter fünf Menschen trug ich ihr Schiff mit zu den Flammen und es erfüllte mich mit Stolz, galt ich bei einigen Larhgoten vorher doch als eher zwielichtiger Geselle. Nun durfte auch ein Elb den Herrscher der Menschen zu Grabe tragen, was wohl auch als Anerkennung für unser Volk im Kampf um Gerland zu werten war.

Aber ich darf darüber hinaus nicht die wichtigste Kunde dieser Nacht übergehen: Larhgo hat einen neuen König - und er ist der Sohn Sirions! Sirion Telumendíl, dessen Herrschaft Larhgo für lange Jahre erblühen ließ und dessen Tod das Land einst in Dunkelheit stürzte. Damals hatten auch die Elben Schuld am traurigen Schicksal Sirions und seines Landes und vergessen haben wir es nicht. Ebenso wenig die Götter, die uns straften mit dem von uns erwähltem Schicksal. Und so verloren wir uns in Zwistigkeiten und vergaben unsere Kraft und lange Jahre sah Larhgo fast keinen mehr vom alten Volk. Und die Götter erwählten einen Menschen zum König, denn groß waren die Verdienste der Menschen in den dunklen Stunden um Sirions Tod und den Fall des Reiches gewesen. Und auch das werden die Elben nicht verleugnen, noch vergessen.

Doch nun ist der Erbe des Reiches zurück - halb ein Mensch und halb ein Elb. Und so vereinigt er die großen Völker Larhgos in dieser Stunde. Nicht Machthunger oder Machenschaften haben Lorjak, den die Elben Lorhion nennen, zur Krone geführt, sondern das Schicksal der Götter. Nicht das Böse ließ ihn das mächtige Mondschwert - die Insignie der alten Könige - erlangen, sondern ein Elb brachte es ihm. Und nicht ein Dieb überreichte ihm das Reichsamulett, sondern Derakall, vormaliger König der Menschen ließ ihm sein rechtmäßiges Erbe zukommen. Keiner soll daher die Stimme gegen den erheben, der von Göttern, Elben und Menschen zum König Larhgos gemacht worden ist und den die Bestimmung und nicht eine Wahl von Auserwählten zum Herrscher macht!

Und so schließe ich in großer und guter Hoffnung, was Larhgos Zukunft betrifft und verbleibe mit meiner Ehrerbietung allen denjenigen gegenüber, die mit mir dort in Gerland stritten. Hoffnung ist zurückgekehrt und die Götter haben uns einen guten König gesandt. Mögen Elben und Menschen das Reich wieder zu altem Glanze zurückführen!


OT-Spielbericht aus IT-Sicht von Cron-Novizin Shaana (Henny)

(auch wenn er In-Time geschrieben wurde, dieser Bericht ist für die Spieler, also nicht IT anwenden. Schließlich, wer weiß schon, was Tote an der Göttertafel so denken... Und hätte Shaana so vieles den Larhgoten verraten?)

Hier sitze ich nun also. Neben Königin Mirai, meinen Becher auf die Götter erhoben und beobachte Graf Hernando, wie er der Todesfee schöne Augen macht mit Gräfin Gesa auf seinem Schoß. Obgleich es mir gut geht und die Geschicke der Lebenden nicht mehr zu interessieren brauchen, die Welt hinter uns liegt, komme ich nicht umhin, oft an die Ereignisse in Gerland zu denken. An das Heerlager, die Schlacht, die beschwerliche Anreise. Ja,... die Anreise...

Eines Morgens, kurz vor Gerland, war der Schreck nach dem Erwachen groß: Langoras war verschwunden! Spurlos. Keine Anzeichen von Kampf, keine Nachricht... nichts. Nach hitzigen Gesprächen teilte sich die Schwarz-Weiße Garde auf, man wollte so nach ihm suchen. So zog ich denn mit dem guten Waffenbruder Leomar und Anwärter Wilmont weiter, dem großen Heerzug hinterher. So anstrengend die Reise war, so ruhig verlief ihr Rest. Kein Überfall, doch unsere Sinne waren hellwach. Wie trostlos und verwahrlost sich uns viele Stellen Gerlands im letzten Licht des Tages darboten: kaputte Bäume, matschige Flächen...

Endlich erreichten wir den Troß und einen großen Platz zwischen einem Moor und Wald auf dem das Heerlager errichtet werden sollte. Recht schnell war das Lager hochgezogen und Pallisaden ringsum errichtet. Ich errichtete einen behelfsmäßigen Tempel mit Altar und Cron-Banner am Eingang und weihte ihn. Noch während des Aufbaus erschien am Lagerrand eine kleine Gruppe naher Dörfler, welche sangen. Sie erregten schnell Aufsehen, als sie behaupteten, sie hätten den Dämon getötet. Nun bräuchten sie Larhgo, das sie angeblich im Stich ließ, nicht mehr und hätten eine Genossenschaft gegründet, in der alle gleich wären. Als sie dann meinten, sie lebten friedlich mit Orks zusammen und glauben nicht an die Götter Larhgos, wandt ich mich von diesem Pack ab und baute weiter auf. Natürlich haben sie den 13-köpfigen nicht getötet. Er ist nahe und lauert.

Endlich trafen auch Hauptmann Orelan und danach Waffenbruder Jaron ein. Jaron sagte, die Garde hätte sich auf der Suche noch weiter aufgeteilt, doch er hat Langoras nicht gefunden. Orelan dagegen wußte noch nichts davon. Wir rüsteten uns und die Wachen für die Nacht wurden eingeteilt, die Schwarz-Weiße Garde zuerst. Doch wo bleibt der Rest? fragte ich mich. Ich segnete Orelan, Leomar, Jaron und Wilmont und ihre Waffen, blieb auch wach. Außerhalb des Lagers lagen noch einige Zelte, es hieß, "Freie" beherbergten sie. Doch einer davon folgte leider, kurz nach der Wacheinteilung auftauchenden, Sumpflichtern, obwohl Orelan warnte. Und dann passierte, was passieren musste, als wir in den Sumpf liefen. Sumpfmonster griffen unsere Leute an und verspritzten Säure. Auf halbem Weg zurück ins Lager folgte schon das nächste Unglück. Jaron wurde nahe des Sumpfes von Meldron niedergestochen. Dieser Irre hat ihn und sich mit dem Ishtar-Dolch tödlich verwundet. Doch wo war Aquarius und das Lazarett? Lediglich eine - eher schlechte - Heilerin mit einem Paket Heiltränken von einer Magistra Alludra und deren Anweisungen zur Nutzung jener. Das stoppte Jarons Blutung auf dem Rücken. Ich ließ ihn in den "Tempel" bringen, wo er auf einer Bahre neben dem Altar zu liegen kam. Sein Zustand verschlechterte sich und ich richtete den Altar her und fing an voller Inbrunst zu beten. Stunden mögen wohl vergangen sein. Ich las ihm die Tugenden Crons vor, auf das sie durch seine Bewusstlosigkeit direkt in sein Herz finden. Ich erflehte Crons Segen für ihn und das er ihn noch nicht zu sich nehme, sondern dem Leben zurückgebe. Er solle mit dem Schwert in der Hand sterben. Die Wunden öffneten sich wieder. Leomar und Orelan waren oft bei uns und beteten mit. Schließlich kam eine Gruppe Leute, die meinten, sie haben ein Heilmittel. Nachdem ich sie fragte, sagte mir die Frau mit dem Becher, es sei das gleiche, daß mich dereinst vor dem Tod bewahrte: das Wasser der Alina. Alina? Und das im Tempel Crons! Schließlich bevor ein Streit entstand ließ ich es Jaron zugute doch zu. Doch auch Alinas Segen und göttlicher Heiltrank halfen nicht. Zwischendurch murmelte Jaron immer wieder zusammenhangslose Sätze, drückte Leomar sein Schwert in die Hand, der das jedoch nicht zuließ. "Du brauchst es noch, wenn Du an meiner Seite kämpfst", sagte er. Doch er wurde schwächer. Cron hatte meine Gebete erhört, das wusste ich, doch sein Segen fiel nicht vollständig auf ihn. In letzter Verzweiflung meinte ich, daß vielleicht die Kraft aller guten Götter nötig sei, um gegen Ishtar's Gift vorzugehen. So ließ ich nach der Alina-Priesterin schicken, den Lorhgum-Priester fand ich gleich und sofort kam er zu Jaron, betete so inbrünstig er nur konnte. Ein Fehler war wohl der Ir'shinn-Diener. Er wusste zunächst nicht, was er tun sollte, hüpfte dann seltsame Töne machend auf und ab und segnete Jaron's Füsse. Ich habe ihn sodann wieder rausgeschickt. Endlich kam auch die Alina-Priesterin. Tatsächlich erdreistete sie sich vor Crons Altar und einem Sterbenden Bemerkungen fallen zu lassen wie "Ishtar-Dolch. Hier kann man nichts mehr machen." und "...meint sie das. Sie ist ja nur eine Novizin", und ohne weiteres und diesem gläubigen Menschen einen Segen verweigernd ging sie daraufhin! Ich akzeptierte ja Alina als Cron's Schwester, doch ihre Dienerinnen sind immer so borniert. Ich dachte immer, Alina wäre die Göttin des Lebens und nicht die Göttin der Arroganz. Aber er hatte ja bereits Alina's Wasser getrunken und somit ihren Segen. Doch so sehr wir auch beteten... schließlich Orelans Hand haltend und von Krämpfen geschüttelt starb er. So betete ich noch und Leomar blieb des Nachts im Tempel. Wir wussten, daß Meldron das würde büßen müssen. Und beinah hätte ich diesem Irren vertraut! Mit dem Schwert in der Hand wollte ich zu ihm, doch ich erfuhr, daß er schon tot war. Die Gerechtigkeit war schneller.

Am nächsten Tag bahrten wir Jaron auf und zogen zu einer ruhigen Stelle im Wald, wo ich die Totenmesse für ihn las und wir ihn verabschiedeten und den Flammen übergaben. Dann bereitete ich mich auf eine Messe vor, die ich jedoch nie halten sollte. Die Dörfler kamen immer wieder und wollten uns ein Theaterstück zeigen, daß sie zweimal täglich aufführen und welches den Sieg über den Dämon zeigt und die Larhgoten und unsere Königin beleidigt. Wir kamen überein, daß dieses Stück wohl ein Ritual wäre und Gefahr davon ausging, die Königin wollte es nicht hier im Lager aufgeführt sehen. So verjagten wir diese Dörfler immer wieder. Und ins Dorf gehen? Uns von Bauern und Orks dafür die Waffen abnehmen lassen? Wir mussten etwas tun! Vielleicht waren die 13 Dörfler mit dem Abzeichen ja selbst der Dämon in der Hülle von Sterblichen?

Doch vorher bekam ich einen ordentlichen Schreck, als ich erfuhr, daß eine Ishtar-Priesterin hier wäre und das Lager vor unseren Toren ein Ishtar-Lager ist. Die Kraft aller fünf Götter bräuchten wir? Nein, die Königin könnte nicht zulassen, daß wir diese Leute akzeptieren. Ich bat um eine Audienz deswegen, doch traf sie Ihre kluge Entscheidung noch davor. Hernando bat mich, mich zu rüsten und sagte, es gibt den Befehl, das Lager zu stürmen. Mit ihm voran zog ich freudig und kampfeszornig zugleich zum Ishtar-Lager. Wir umstellten es und metzelten das Geschmeiß nieder. Ihre Leichen verbrannten wir auf einem großen Haufen.

Als nächstes überlegten wir, ob man ins Dorf ziehen solle. Ich wurde daraufhin gefragt, ob ich zu den 13 gehören und Langoras Platz einnehmen wolle. Ich wäre zu dieser Pflicht im Namen Crons bereit gewesen, doch schließlich haben wir diese Aufgabe in Leomars vertrauensvolle Hände gelegt. Schon gab es den nächsten Zwischenfall. Der verletzte und gefesselte Münzmeister Astralus wurde aus dem Zelt der Königin gebracht, ich ließ ihn in den Cron-Tempel zur Versorgung bringen. Ich erfuhr, daß er der Königin den Ishtar-Dolch entwand und damit die Alina-Priesterin niederstach. Ishtar-Dolch, "da kann man nichts mehr machen". Leider starb auch Asgor, und Astralus wurde niedergestreckt und gefesselt. Astralus war bei Bewusstsein und ließ die 13 in den Cron-Tempel kommen. Sie schlossen einen Pakt und backten einen Fladen mit ihrem Blut. Der Ishtar-Dolch wurde schließlich auch in den Tempel gebracht. Ich betete, daß Cron die unheilige Kraft, die von ihm ausging, in Zaum halte, so daß hier vor seinem Altar nicht noch ein Unglück geschehe.

Mitten in der Zeremonie der 13 wurde ich zur Königin gerufen. Ich erfuhr, daß sie im Sterben lag, niedergestreckt von einer Ishtar-Anhängerin, die zur Zeit der "Lagerräumung" in den Wäldern war. Die guten Götter sollen unserer geliebten Königin den Weg ins Licht weisen. Im Zelt fand ich Aron im Gebet versunken und Graf Hernando mit einem Licht zu Alina betend am Lager der Königin. Derakall und Halgor - Ir'shinn war also auch da - standen dabei. Sogleich schickte ich meine stummen Gebete zu Cron, da umfing mich Finsternis und meine Sinne schwanden. Im Dunkel hörte ich eine Stimme "Gebt mir einen Platz im Konzil und die Königin wird leben!" : Es war Ishtar persönlich. Als ich erwachte, sah ich, daß Aron und Hernando auch benommen aufstanden und beide von einer Vision erzählten. Es war die Gleiche. Ishtar bot uns dreien Leben gegen einen Platz im Konzil! Wir waren uns schnell einig, daß dies nicht der Wille der Königin war - hatte sie doch angeblich selbst kurz zuvor dieses Angebot bereits erhalten und abgeschlagen - und es nicht sein durfte. Lieber ein ehrenhafter Tod, als eine Lebende Sklavin Ishtars und Larhgo in seinen Händen. So also, er bietet die Errettung vor dem Tod an. Und will ins Konzil. Doch weder Hernando, noch Aron oder Halgor, erst recht nicht unsere Königin paktierten mit ihm! Daraufhin stellte Derakall den Tod unserer geliebten Königin fest. Wir schickten Gebete mit auf ihre Reise zu den Göttern. Ich gebot, die Königin bei Dunkelheit in den Tempel zu bringen und persönlich die Totenwache zu halten. Doch zuvor einigten wir uns, das ihr Tod ein Geheimnis unter uns anwesenden fünfen blieb, um die Moral im Lager nicht zu schwächen. Aron und ich wollten abwechselnd im Zelt bleiben, dann übergab ich den Leichnam kurzfristig in Derakalls gute Hände, der in tiefste Trauer ausbrach. Graf Hernando trug derweil das Reichsamulett und das Kommando. Vor meinem Cron-Tempel wurde inzwischen eine Frosthierer Garde postiert, die noch nicht einmal Leomar in den Tempel lassen wollte, woraufhin wir ihn zurechtwiesen. Niemand sonst sollte rein und eventuell den Ishtar-Dolch entwenden können.

Etwas später, wir bereiteten uns auf Angriffe vor, da die Dörfler uns drohten und wir sollen verschwinden, hieß es. Da kamen Dörfler vom Sumpf her und brachten eine Verwundete. Irgendwer bemerkte, daß es genau 13 Dörfler waren. Also doch der Dämon in Gestalt der Dörfler? Wir einigten uns, daß sich die 13 sicherheitshalber bereithielten, Hernando gab den Befehl, sie auf ihrem Weg ins Lager ruhig aber bestimmt zu stoppen und zu entwaffnen. Wer sich wehrt, wird niedergeschlagen. Als die Soldaten sie entwaffnen wollten, kam es bei zweien zu einem Gemenge und sie fingen an, sich mit ihren Schwertern zu schlagen, woraufhin ein Tumult ausbrach und alle bewaffnet aufeinander stürmten. Ein erbitterter Kampf brach aus, doch schnell stellten wir fest, daß sie nicht zu schlagen waren und nicht fielen, ich selbst schlug so oft auf den einen ein, und da wussten wir es: es ist der 13-köpfige! Schnell überrannte er das Lager und tötete viele erbarmungslos. Gräfin Gesa wurde gefangengenommen, wir zogen uns zurück und achteten auf das Überleben der 13. Leomar bat mich das Schwert herunterzunehmen, wir können momentan nichts gegen ihn ausrichten, als sinnlos zu sterben. Der Dämon besetzte das Lager und nahm Graf Hernando, Gräfin Gesa und den Leichnam unserer geliebten Königin mit. Zurück ließen sie ein zerschlagenes Heerlager voller Verwundeter und Toter. Ich konnte nichts weiter tun, als den Segen Crons verteilen. Genug Heiler gab es ja nicht, so ging die Versorgung der Verwundeten nur langsam voran. Ratlosigkeit. Verzweiflung. Alle tot. Ich schrie "Cron, wieso hast Du uns im Stich gelassen!" und warf meine Rüstung hin. Wenn wir den Dämon nicht mit Schwert und Rüstung, den Waffen Crons, vernichten können, wie denn dann? Unbändige Wut und Verzweiflung packte mich. Wie können die Götter das zulassen?

Die restlichen Larhgoten versammelten sich um das Feuer und begannen zaghaft "Roter Mond" zu singen. Das bewegte etwas in mir, obwohl ich noch tieftraurig war. Was für ein trauriger Haufen. So viele tot... Reichsritter Elrin hatte inzwischen das Kommando übernommen. Ein Elb. Niederes Blut. Und hat das Sagen. Ich hoffe, daß nie der Tag kommt, an dem alle Gesetze verdreht sind und ein Elb gar König wird. Das hätte mich umgebracht!

Während ich noch wütend über diese Niederlage mein Ornat in Händen hielt und mich fragte, wieso Cron den Dämon nicht besiegt hat, kam Orelan auf mich zu, sagte nach mir wurde verlangt. Vor dem Lager stand ein schwarz gekleideter Mann. War das der mysteriöse Fremde, von dem die Dörfler berichteten, den sie nachts gefangen hielten, der Magier, der sich angeblich die Augen ausstach, um besser sehen zu können? Er erzählte mir, daß Gräfin Gesa in einem Ritual geopfert werden sollte und daß sich das Schwert Kalimars im Dorf befände und ich es suchen solle und beschrieb den Weg zur Opferstätte und daß nur zehn Orks zwischen Dorf und Lager wachen. Das Schwert Kalimars! Einst überbracht von einem Cron-Boten namens Harm. Eine Waffe Crons. Ja, dachte ich mir, wir können ihn doch mit Crons Waffen schlagen! Ich warf mein Ornat über und ging in den Tempel. Ich betete, opferte, bat Cron um Vergebung für meine Wut und Verzweiflung, betete mit Inbrunst, mir Erleuchtung zu schenken, wo genau im Dorf sich das Schwert befände. Und er antwortete mir. Ja, es ist im Dorf. Wenn ich mich würdig erweise, werde ich es finden. Und es muß weise eingesetzt werden. - Mich würdig erweisen könne ich nur im Kampfe, dachte ich. Also müssen wir ins Dorf, schon um die Gräfin zu retten. Und da saß ich nun vor dem Altar und betete - und genau neben mir - da stand sie - die Truhe mit dem Dolch - dem Dolch Ishtar's - in meinem Tempel verwahrt. Und vergessen, keine Wache mehr vor dem Eingang. Kalt blickte ich dieses wiederliche Relikt an. Nein, ich verspürte nicht den Drang, es zu ergreifen, Cron war stärker.

Als ich mich rüstete kam Leomar und berichtete, daß wir nicht ins Dorf müssten. Es gäbe eine Lampe aus einem Frosthierer Weiler Süsel mit einem Djinn und sie wünschen sich das Schwert einfach her. Ich rüstete mich dennoch. Wilmont, der sich von seiner Verletzung durch den Dämon noch nicht erholt hatte erzählte, daß er diesen Djinn kenne. Er sei taubstumm und hätte in Süsel schon zu zwei Katastrophen geführt. Es ging wohl dann auch dieses Wünschen schief.

Ich war bereit zur Schlacht, einige Tapfere auch, wir riefen alle zusammen und die Schlachtrufe "Im Namen Crons!", "Für Larhgo!", "Tod dem 13-köpfigen und seiner Brut!" brachten das Blut in Wallung. Wir stürmten ins Dorf, fanden die Dämonen, Orks und Schergen des 13-köpfigen und die Opferstätte Gesas. Mit erhobenem Schwert stürzten wir uns in die Schlacht. Doch nach einer kurzen Weile war meine Rüstung durchschlagen und im Kampf mit einem der Dämonen empfing ich einige schmerzhafte Hiebe. Ich brach zusammen und bekam noch halblebendig mit, wie die Brut besiegt wurde. Oh, Cron, wie wunderbar, dachte ich. Doch irgendwie fand mich niemand im Dunkel und ich konnte nicht auf mich aufmerksam machen, dann wurde ich ohnmächtig. Als ich wieder zu mir kam, war ich im Heerlager. Jemand hielt mir Kräuter unter die Nase und rieb einige meiner sehr schmerzenden Wunden mit etwas Merkwürdigem ein. Und dieser Geruch nach verbranntem Fleisch... Irgendetwas stimmte hier nicht! Ich bekam noch irgendwie mit, wie man mich in den Tempel schleppte. Als ich drinnen war, merkte ich noch im Dämmerzustand: auch hier stimmt etwas nicht. Jemand war hier drinnen. Wieso ist die Reliquienschachtel offen und das Messer liegt draußen? Wieso liegt mein Dolch auf dem Boden anstatt auf dem Altar? Und wieso ist die Truhe mit dem Ishtar-Dolch offen? Da legte man mich auf die Liege auf der Jaron verstarb und hielt mir Kräuter unter die Nase, die mich benommen machten. Hier stimmt doch etwas nicht... Dann umfing mich Nacht.

Was für ein schöner Wald. So friedlich und ruhig. Herrlich. Wo bin ich? dachte ich. Und dann sah ich Leute. Als ich näherkam und die niedergemetzelten Ishtar-Anhänger, sowie Warg und einige Frosthierer Soldaten sah, begriff ich. Wir sind vor den Toren des Totenreiches. Doch auch hier in dieser Idylle reizte man mich - allen voran diese Ishtar-Priesterin - bis auf's Blut. So, Cron-Anhänger sind also wie ihr Gott leicht reizbar? ICH BIN NICHT GEREIZT! schrie ich. ...Das ist normal so. Da kam eine Todesfee, wunderschön und anmutig dahergeschritten und nahm mich und Halgor - ihn hat es also auch erwischt - an der Hand, bat uns die Augen zu schließen und führte uns. Direkt vor den Wächter. Ein gar schauriger Geselle mit seinen Fragen. Wehe dem, der nicht festen Glaubens und rechten Herzens ist. Dann trat ich vor den Richter. Kerzenlicht, Weihrauch schwoll mir entgegen, an einem langen Tisch saß der Tod persönlich mit seiner Waage in der Hand. Zu beiden Seiten eine schwarze und eine weiße Gestalt, die ihm zuflüsterten. Er fragte mich. Nach meinem Leben, meinen Taten, meinem Glauben und Gefühlen. Die Waage fiel zu meinen Gunsten und der Richter sagte, daß meine kurzen Zweifel mich nicht aufhalten werden, ich soll mich zur Göttertafel bringen lassen. Wie mein Herz frohlockte! Ich trat heraus und die Todesfee verband mir die Augen. Dann führte sie mich... direkt an die Göttertafel! Und hier sitze ich nun also. "Auf die Götter!" Musik, Essen und Trinken, Tanz, Singen, Feiern, Lachen...

Wie mag es wohl den Lebenden gehen? Und all jenen, die noch nicht hier eingetroffen sind? Der gute und treue Leomar. Er muß noch am Leben sein. Erfüllt er mein Testament? Führt er mein Erbe, wie versprochen? Errichtet er den Cron-Tempel in Gerland und verwaltet meinen Cron-Altar gut? Ganz sicher! Meine guten Gedanken und mein Segen sind mit ihm. Und Langoras? Er ist nicht hier, also bin ich guter Hoffnung. Er lebt, bestimmt. Ich freue mich, ihn hier zu sehen, aber noch nicht. Jetzt noch nicht. Ach, und mit dieser Sina habe ich wohl sehr bald auch noch ein Wörtchen zu reden. ...Aber was kümmert's mich eigentlich. Hier an der Tafel ist sowieso alles vergeben und vergessen. Ich schaue nun lieber wieder Hernando bei seinen Liebschaften zu. Das wird mich sicher eine Ewigkeit unterhalten...

Also "Auf die Götter! Prost!"


Ein weiterer Bericht von einer verschiedenen "Düsterschnitte" aus dem Dämonenlager (Sonja Kröger).

Wir hatten es schon vernommen: Ein Heer der Larhgoten war auf dem Weg zu uns um Gerland von der Dämonenplage zu befreien. Sie hatten sich Zeit gelassen seit ihrem letzten Erscheinen. Soviel Zeit die wir brauchten, um hier alles nach unseren Wünschen zu gestalten. Mein Meister hatte dabei wahrlich gute Ideen gehabt.

Nach der allabendlichen Theateraufführung und dem gemeinsamen Singen des Dorfes begaben wir uns mit vielen Eidgenossen zur Dorfgrenze um unsere „Gäste“ zu empfangen. Was würden sie sehen? Ein beschauliches Dorf? Blühende Felder? Friedliebende und harmlose Dorfbewohner? Ich konnte es mir nur vorstellen, denn ich sah die Realität. Ich sah verrottete Hütten, verwildertes Land, meinen Meister in verschiedenen Gestalten, meine Gefährtinnen und ausgelaugte Dorfbewohner. Nur die Orks würden von den Larhgoten als das erkannt werden, was sie wirklich waren.Die ersten vier Reisenden kamen bald an unser Tor und wir ließen sie ein. In der Ferne sahen wir die anderen Larhgoten ihr Lager aufbauen, aber keiner kam zu uns. So beschlossen wir eine Delegation aufzustellen und rüberzugehen. Auch ich ging mit, um unsere Feinde und das feindliche Lager genauer anzusehen. Es passierte nicht viel und nach einer Vorstellung unsererseits zogen wir uns ins Dorf zurück. Der Abend verlief ruhig, die Wache meldete nichts.

Den Vormittag verbrachte ich bei den Orks und zu meiner Überraschung trauten sich vereinzelte Larhgoten in unser Dorf: eine Kräuterfrau und ein Magierlehrling. Letzterer unterhielt sich sehr interessiert mit den Orks, er hatte wohl einmal einen Orkziehsohn gehabt. Irgendwann gesellte ich mich zur Wache, es blieb ruhig. Allerdings kamen nach und nach Gerüchte in unserem Dorf auf: Die Königin sei tot, ebenso wie einige andere Larhgoten, die sich gegenseitig, sowie sich selbst umbrachten. Eine wunderbare Sache. So brauchten wir nichts tun als einfach abzuwarten bis sie sich selbst dezimierten. Und sie hatten Angst vor uns. Als wir wieder mit einer Gruppe ins Lager gingen um dort das Theaterstück aufzuführen, wurden wir unbewaffnet wie wir waren von einer Schildreihe abgedrängt. Das Theaterstück verlegten wir in die Taverne und nur ein einzelner „Gast“ , ein Irshinngläubiger, sah es sich an, war aber mit der Darstellung der Larhgoten in diesem Stück nicht einverstanden, worauf eine lange Diskussion folge. Auch den Abend verbrachte ich mit meinen Gefährtinnen in der Taverne, als es plötzlich passierte. Den Larhgoten mußte es irgendwie gelungen sein den „Sauberzauber“ aufzuheben. Denn plötzlich fingen die Dorfbewohner, die ja ebenfalls durch dem Zauber geblendet gewesen waren, an zu schreien. Sie liefen verwirrt herum, nicht richtig begreifend was sie sahen. Wir kümmerten uns nicht weiter darum, denn wir wurden zum Meister gerufen, um sein Ritual zu schützen. Anscheinend hatten sie die geeignete Person für den 14. Kopf gefunden. Ich hätte mir dieses großartige Ereignis gerne bis zum Ende angeschaut, mußte mich aber auf die anrückenden Larhgoten konzentrieren. Aber sie kamen zu spät um das Ritual zu stören. Der 14. Kopf ward erschaffen. Die Orks und die Untoten fingen den ersten Schlag ab, doch schon bald verlagerte sich der Kampf in unsere Richtung. Mein Meister ging. Warum half er uns nicht? Er verschwand durchs Tor und ließ uns zurück. Ohne ihn hatten wir keine Chance. Warum nahm er mich und meine Gefährtinnen nicht mit, wir hatten ihm doch lange und treu gedient. Die Orks hätten doch als Schwertfutter ausgereicht. Einer nach dem anderen fiel. Bald war nur noch ich und meine Gefährtinnen übrig. Ich versuchte sie mit Schwert und Schild zu decken, damit sie Zeit hatten ihre Zauber zu weben. Aber auch sie fielen eine nach der anderen. Wir wurden aufgefordert uns zu ergeben, aber wir wählten den Tod. Er würde besser zu uns sein als die Gefangenschaft (vielleicht auch mit anschließendem Tod) bei den Larhgoten. Ich blutete schon stark aus einigen Wunden und merkte wie ich dadurch schwächer wurde. Vor dem Ritualplatz starb meine letzte Gefährtin, neben ihr die Leichen der anderen. Es wurde Zeit selbst zu gehen. Ich mußte nicht lange darauf warten.......


Der Tod war nah,
und langes Warten,
so wurd sich mancher wohl gewahr,
des Weges auf so viele Arten.

Ein Land besetzt und doch geeint?
Ein Eid, Gemeinschaft in Gefahren,
so suchte man den wahren Feind
und fand in Ischtah diesen Wahren.

Wo ist der Weg? Kann dies sein?
Götter entzweit, wir stehn allein,
wir sollten uns doch einig sein.
Wie sollen wir uns einig sein?

Die Nerven blank,
so kamst zum Kampf, in dem so viele gaben,
es stellten Dreizehn sich zum Tanz,
- so wollten wirs nicht haben.

Die Hoffnung schwand, zum Kampf bereit
im Feuerschein wir zogen,
in unsren Herzen Einigkeit,
so hat man uns gewogen.

Der Weg war steinig, ohne Gnade,
nichts ward geschenkt, der Tod die Habe,
doch waren uns die Götter nah,
belohnten Mut, durch Gabe.

Es ist vollbracht, der Dämon fort,
viel hat man uns genommen.
Doch uns befreit - wir warn dabei
und sind dem Tod entronnen.

(So ists wohl wahr, und unser Blick,
auf tapfere Helden gleitet,
senken wir ihn ein Augenblick
auf die mit uns gestreitet.)

(Text: Ira; Musik: "der kleine Rene")


Ode auf die wahren Helden Gerlands

Der Kanzler der ist weggerannt
Der Kanzler der ist fort
Der Kanzler hat die Hosen voll
Er floh vorm ersten Ork

Die Elfen rennen in den Wald
Hab'n sie den Mut verlor'n?
Hell erklingt ihr Angstgeschrei
Sie ziehen ein die Ohr'n

Die Garde im schwarz-weißen Rock
Die hatten eine Krise
Sah man von ihnen dochnur drei
Und Kühe auf der Wiese

In Averbergen lebt ein Held
Dem wurden die Knie zu Mus
Als er vor Eidgenossen stand
Floh Derfel Hasenfuß´

(Text: aus Frosthier; Musik: "der kleine Rene")


Desweiteren ein Bericht von Darja, einer "echten" Eidgenössin und Dorfbewohnerin:

Donnerstag

Nach einem Tag der Arbeit, der wie jeder andere ist, gibt es in unserer Eidgenossenschaft in unserem Gerländer Dörfchen wieder eine Versammlung. Wie jeden Abend treffen wir uns an der Bühne und singen unsere Dorfhymne, die von Einigkeit und Treue zu unserem Vaterland trifft. Danach spielt unsere Schauspieltruppe wieder ein Stück vor. Ich bin dabei, spiele den Gerländer Bauern, der mutig sein Land gegen den Dreizehnköpfigen Dämon verteidigt und ihn schließlich dann mit Hilfe eines befreiten Orks und eines anderen Bauern zu Fall bringt. So war das nämlich wirklich, in unserem Dorf, einige Zeit bevor mein Bruder und ich hier angereist sind und von den Bewohnern freundlich aufgenommen wurden.

Danach bereden wir die wichtigen Themen. Wie immer darf jeder reden, so wie er möchte, bei uns gibt es keinen Obersten wir sind gleich. Deshalb heißt der Text eines unserer Lieder auch ...Keiner soll oben stehn, so über andern sein. Ganz gleich wir wolln arbeiten gehen, zueinander freundlich sein. Jeden Tag nach dem Theatherstück singen wir das.

Einer unserer Eidgenossen-Orks berichtet, dass er fremde in der Nähe des Dorfes gesehen hat, Larhgoten, welche von den Feiglingen. Wir lachen, wundern uns aber. "Wieviele sind es?", fragt einer der Eidgenossen. "Eins, zwei, viele", antwortet Eidgenosse Ork. Wir sind nicht viel schlauer.

Wir beschließen unsere Tore zu bewachen, obgleich wir nicht glauben von unseren Gästen etwas zu befürchten zu haben. Eigentlich soll ich mit einer anderen Eidgenossin alleine wachen, aber aus Solidarität schließt sich wieder beinahe das ganze Dorf an. Lange Zeit passiert gar nichts und wir singen leise in der Dunkelheit.

Plötzlich kommen vier Gestalten aus den Wiesen heraus her. Es sind drei Männer die Bettlern gleich gekleidet sind und ein seltsamer Mann in einer schwarzen Kutte, der sogar sein Gesicht verdeckt hatte. Sie bitten um Einlass, erzählen, dass sie nicht mit den Larhgoten gereist sind und gerne etwas bei uns essen würden. Wir lassen sie rein, unter den Umständen dass sie bezahlen, nachdem wir natürlich eidgenössisch darüber abgestimmt haben. Nur der schwarze Mann darf nicht rein, er ist uns zu unheimlich. Später heben wir aber auch dieses Urteil auf und gewähren ihm auch Einlass.

Zwei der drei Männer, mit Namen Anders und Gerold, erzählen, dass sie aus den westlichen Grenzlanden kommen und da mein Halbbruder Garm und ich ebenfalls daher kommen, nehmen wir uns ihnen an. Zur Ehrung unserer Gäste singen wir die Hymne für sie und unterhalten uns mit ihnen. Sie schenken uns Apfelmost, den wir gerne annehmen.

Inzwischen hat ein Heereszug sich auf einer unserer Wiesen breit gemacht, so eine Unverschämtheit. Wir fragen uns was die denn von uns wollen, doch wohl nicht gegen uns kämpfen, die feigen Larhgoten, die erst unser Land in Stich ließen, sodass unser Dorf selbst den Dreizehnköpfigen besiegte, und dann zurückkommen und sich ins gemachte Körbchen setzen, nene. Trotzdem wollen wir ihnen freundlich begegnen beschließt die Gemeinschaft, die sind sowieso zu ängstlich, als dass sie uns bekämpfen würden.

Als ich alleine bin, frage ich mich, warum sie das auch tun sollten, schließlich sind wir ein harmloses kleines Dörfchen voller alteingesessener Helden, die in der Freizeit Sumpfmonster jagen.

Kurze Zeit später wollen einige von uns zu den Larhgoten hinüber gehen, sie willkommen in Gerland heißen und vor allem fragen, was sie auf unserer Wiese wollen, die wir doch am nächsten Tag pflügen wollten. Wir begrüßen sie mit unserer Hymne, doch nur wenige trauen sich zu uns und diese sind sehr agressiv. Eine, mit Namen Gesa, fragt immer wieder ob wir denn nicht wüssten wer sie sei und erklärt die Gräfin des Landes zu sein. Wir erzählen ihr, dass unsere Eidgenossenschaft Götter und Adlige abgeschafft hat. Bei uns sind alle gleich... Daraufhin werden sie noch agressiver und wir beschließen gemeinschaftlich, dass es besser ist den Rückweg ins Dorf einzutreten, wo zumindest noch einige höfliche Gäste sind.

Die Gäste wollen auch hier im Dorf übernachten und überlegen, ob sie sich der Eidgenossenschaft anschließen, oh ja ich sag ja immer unsere Art zu leben wird schließlich noch alle überzeugen. Ein Hoch auf die Eidgenossenschaft. Sie sagen auch, dass sie Angst vor den Larhgoten haben, doch wir wollen sie trotzdem nicht hier lassen. Einige Eidgenossen sind nicht hier und wir sind zu wenig um gemeinschaftlich die Entscheidung über die Aufnahme der drei fällen zu können. So begleiten wir sie ein Stückchen und sichern ihnen in der Nähe der Larhgoten, die uns eher ängstlich beäugen ein Plätzchen, indem wir feststellen, dass sich keine Sumpfmonster in der Nähe befinden.

Dann gehen wir wieder in unser Dörfchen. Dort singen wir noch gemeinschaftlich, wie jeden Abend. Kurz bevor ich zu Bett gehen will, sehe ich noch gaanz in der Ferne Schatten durch die Nacht huschen, die ich sofort erkenne: Sumpfmonster. Die Weibchen brüten momentan auch, sodass sie besonders agressiv sind. Sumpfmonster fressen nämlich Menschen und sie spritzen dazu mit Gift und locken einen in einen Hinterhalt. Man muss schon ein echter Eidgenosse sein, um zu wissen, wie man dem Gift ausweicht und sie trotzdem besiegt.

Ich überlege noch, ob wir Eidgenossen so freundlich sein und die Larhgoten warnen sollen, und so gehe ich zu unserer Wache. Sie erzählt mir, dass Eidgenosse Clodinus (?) bei den Larhgoten verschwunden ist und wir Schreie gehört haben. So wecken wir eine andere Wache, solidarisch teilen wir uns die Wachen je nach Hütte und gehen hinüber.

Drüben im Heerlager erzählt man uns, dass Clodinus weiter gegangen sei und wir finden ihn bei einer schwarzen Gruppe die ihr Lager abseits der Palisaden des Heeres hat. Typisch Larhgoten so unsolidarisch einen Teil ihrer eigenen Männer und Frauen weg zu sperren. Wir setzen uns kurz zu den Schwarzen, die sich als Ischtar-Priester vorstellen. Ich kenne mich mit den larhgotischen Göttern gar nicht aus und weiß von daher nicht, was das für ein Gott ist. Es interessiert mich auch gar nicht so wirklich. Bisher konnte ich mich in meinem Leben immer ganz gut auf mein Schwert, meinen Halbbruder, auf meine Eltern, bevor sie starben und nicht zuletzt auf die Eidgenossenschaft verlassen. Nicht zuletzt natürlich auch auf meine eigene Stärke und meinen Mut, wozu brauche ich da Götter! Der Hohepriester wird ein wenig aggressiv, als wir auf das Thema zu sprechen kommen und ich ihm meine Ansicht erkläre, dass Götter nur für den wichtig seien, der die Gemeinschaft nicht hätte, so wie wir Eidgenossen, doch schließlich beruhigt er sich wieder. Ich beschließe das Thema gut sein zu lassen, wenn die angstvollen Larhgoten die Götter brauchen, sollen sie sie doch haben, ich will sie nicht provozieren.

Nach einer Weile gehen wir wieder zurück und Garm, mein Bruder der mich meistens begleitet, und ich kriechen in unsere Hütte.

Freitag

Am nächsten Morgen erwache ich davon, dass meine Hüttenmitbewohnerinnen Dala und Sandrine sich unterhalten. Mein Bruder ist auch schon wach und wir reden eineWeile von Bett zu Bett, als plötzlich einer der Eidgenossen seinen Kopf durch die Tür hindurch steckt: "Es ist aber nicht sonderlich solidarisch, noch so laut zu reden, während wir anderen schon arbeiten." Er sagt es im scherzhaften Ton, doch veranlasst er uns andere aufzustehen und hinaus zu gehen.Allerdings können wir mit dem Pflügen heute sowieso nicht anfangen, wie wir es uns vorgenommen haben, da die Larhgoten auf unserem Felde ihr Lager aufgeschlagen haben.

Nach dem Frühstück ist wieder eine Dorfversammlung. Wir wollen uns darüber austauschen, ob die Fremden vom gestrigen Abend bei uns im Dorf nächtigen dürfen. Dabei erfahre ich auch, dass der schwarze Magier letzte Nacht in einer der Hütten eingesperrt verbracht hat, da er einen unserer Eidgenossen dazu überredet hatte. Es schien schon zu spät gewesen zu sein. Großzügig blicken wir alle darüber hinweg.

Unsere Versammlung beschließt, nachdem ich von dem Treffen unserer Dorfbesucher mit den Larhgoten erzählt habe, dass sie nicht im Dorf übernachten dürfen. Außerdem beschließen wir, die larhgotischen Adligen ebenfalls mit Kamerad und Kameradin anzusprechen, nachdem die meisten von uns sich dagegen entschieden haben sich alle einen Grafentitel zu zu legen. Allerdings sind wir uns einig den Larhgoten erst einmal freundlich entgegen zu treten und sie von unserer Lebensweise zu überzeugen udn ihnen nahe zu bringen, wie sehr wir uns von ihnen in Stich gelassen gefühlt haben. Wir wollen ihnen unser Theatherstück zeigen, damit auch sie den Heldenmut unserer Bauern bewundern können. Nach einiger Diskussion, ob wir es bei ihnen auf der Wiese aufführen sollen oder bei uns im Dorf, die Mehrheit war leider dafür es auf der Wiese aufzuführen, marschieren wir los. Natürlich singen wir alle zusammen noch unserer Hymne.

Mir ist unwohl als wir zu den Larhgoten gehen. Ich fürchte, dass sie uns angreifen, obwohl alle mir versichert haben, dass sie dazu zu feige sind. Zwar meinten die Eidgenossen es wäre in dem Fall eine Ehre für die Gemeinschaft zu sterben und natürlich sehe ich das ebenso, aber ich frage mich ob es sinnvoll ist so ein Risiko einzu gehen. Ich beruhige mich sehr schnell wieder bei dem Gedanken, dass die Gemeinschaft IMMER richtig entscheidet.

Als wir die Larhgoten erreichen, trauen sie sicht doch tatsächlich nicht sich unser Theatherstück an zu sehen. Sie haben Angst vor ein paar Bauern, die wir sind, und die wir nur Waffen tragen um die Sumpfmonster und Amöben in unserer Gegend zu töten. Wir beginnen zu singen, um unsere Friedfertigkeit zu demonstrieren udn gehen schließlich wieder zurück in der Hoffnung, dass sie uns bis zum Dorf treiben werden und wir unser Stück doch noch zeigen können. Einer der Larhgoten, ein mutiger Irrwisch, ein Kamerad Gustav glaube ich, traut sich dann aber doch und schaut sich bei uns im Dorf das Stück an. Allerdings ist er nicht ganz einverstanden mit der Aufführung, die Larhgoten haben die Geschichte mit der Vertreibung des Dreizehnköpfigen wohl anders erzählt...

Eine Weile geschieht nichts. Ich freue mich über die freie Zeit, die wir vor lauter Arbeiterei sonst nicht haben. Plötzlich erreichen uns immer mehr Todesgerüchte vom Heerlager. Angeblich bringen die Larhgoten sich alle gegenseitig um, sogar die Königin und die Ishtar-Anhänger sollen gestorben sein. Wir sind verwirrt, was machen unsere Besucher.

Wieder in der Taverne sind einige Eidgenossen gerade dabei Plakate zu verfassen, in denen sie den anscheinend Verfolgten, die die Larhgoten teilweise umbrachten Unterschlupf anbieten. Plötzlich stürzt (?), einer von uns verletzt herein, ein Larhgote habe ihm auf Klo aufgelauert und verletzt. Glücklicherweise kam ein anderer Eidgenosse herein und rettete ihm das Leben. Leider töteten die beiden den Larhgoten aus Notwehr. Wir gehen alle im strömenden Regen sofort zum Ort der Tat. Dort ist noch ein Freund des versuchten Mörders, der die Leiche nicht rausgeben will. Er flieht schließlich mit seinem Freund. In dem Moment sind wir alle unruhig, da wir wissen, dass die ängstlichen, angriffslustigen Larhgoten uns sicherlich die Schuld an allem geben wollen und auf einen Kampf können wir getrost verzcihten. Die Orks wollen den Freund sogar umbringen, die guten sind unruhig und verwirrt und wollen uns schützen, doch ich halte sie davojn ab. Einige Eidgenossen gehen also zu den Larhgoten hinüber und schließlich wird ein Duell verabredet. Dem Larhgoten werden die gleichen Wunden zugefügt wie dem Unsrigen zugefügt worden sind und einige Dörfler gehen mit hinüber. Wir anderen rüsten uns, rechnen wir doch damit, dass die Larhgoten usn jederzeit angreifen, obwohl keiner von uns versteht WARUM?!?

Der Unsrige gewinnt das Duell, woran keiner von usn gezweifelt hat. Schließlich haben es mehrere Larhgoten nicht geschaft drei Sumpfmonster zu töten, während wir, die wir in der unruhigen Gegend leben, Gefahren gewöhnt sind. Einmal gelang es mir sogar eines allein zu töten, ein Männchen allerdings.

Wir stehen eine Weile, als plötzlich ein Eidgenosse eine seltsame Begegnung erwähnt. Er erzählt, dass ein alter Mann zu unserem Dorf gekommen wäre und folgende, nicht nachzuvolziehende Worte gesagt hätte, nämlich, dass er Ihm dienen würde und dass die Larhgoten unser Lager angreifen wollten. Anscheinend kann keiner von uns mit dem Ihm etwas anfangen, aber wir beschließen und vor den potentiellen Angriffen der Larhgoten in Acht zu nehmen.

Ich treffe auf einen Eidgenossen, der mich ein Stück beiseite nimmt. Er meint, ich wäre ein wenig zu rednerisch und würde etwas zu laut meine Meinung vertreten. Das wäre unsolidarisch, schließlich gäbe es auch Leute die schüchterner wären. Ich sollte doch ein wenig mehr darauf acht geben. Nachdem ich das eingesehen habe, trennen sich unsere Wege wieder.

Später treffe ich noch auf einen alten Mann, einen von den Larhgoten, der anscheinend auch keine Angst vor uns hat. Er nennt sich Curatas und kommt ehemals aus Gerland. Ich führe ihn ein wenig durchs Dorf, vielleicht will er sich ja der Eidgenossenschaft anschließen, denke ich. Irgendwann verschwindet er wieder in Richtung Wald.

Ich lege mich eine Weile hin, esse etwas und ruhe ein wenig, ob der Aufregung.Nach einer langen Weile höre ich Tumult und blicke mich um. Ich suche meinen Bruder und finde ihn bei den Wachen. Drüben bei den Larhgoten scheint etwas zu passieren. Wir greifen unsere Waffen und gehen vorsichtig hinüber. Was wir dort sehen verschläft uns die Sprache. Überall sind Tote und Verletzte, dazwischen Lebende udn einige Eidgenossen. Ich frage sie, was los ist doch keiner antwortet und so lasse ih mich ein Stück in den Wald drängen. Ž"Nein, das geht doch nicht", rufe ich empört, als dort auch fast tote Larhgoten liegen, die mir sagen wir hätten sie einfach angegriffen und seien unverwundbar gewesen. Jaja, unverwundbar, denke ich bei mir und untersuche die Wunde des Ritters mit dem schwarz weißen Wappenrock. Tödlich verletzt. Verdammt, ich kann ihn doch nicht einfach sterben lassen wegen wahrscheinlich dämlicher Missverständnisse. So laufe ich ins Lager der Larhgoten und durchwühle die Zelte nach Verbandsmaterial. Gemeinsam machen Garm und ich uns daran die Larhgoten zu verarzten. Warum haben unsere Eidgenossen sie angegriffenm wundere ich mich. Na wahrscheinlich wollten sie nur unser Dorf schützen. Aber es war eigentlich unnötig, wie man sah, hatten die Larhgoten gegen die Kampfeskraft gar keine Chance. Ich bin verwirrt. Erst die seltsame Dorfversammlung, wo alle wollten, dass ich mein Leben verwirke, dann das Gespräch mit Clotinus über mein lautes Mundwerk, die Orks, die einfach die Larhgoten töten wollten. Ob man wohl einen bösen Zauber über unsere Eidgenossen gewirkt hatte, um einen Grund zuhaben uns anzugreifen... Eins ist jedenfalls klar, seid die Larhgoten da sind, ist Unfriede in unserem Land.

Wir verarzten auch noch die Larhgoten in den blauen Wappenröcken udn werden immer verwirrter.Das hier gleicht einem Gemetzel. Ich setze mich kurz ans Feuer, als einige Larhgoten zu uns kommen und uns erzählen, dass man einen bösen Zauber auf Garm und mich gewirkt hätte und, dass unsere Eidgenossen in Wirklichkeit Dämonen wären. Wie lächerlich. Kurz schleichen sich Zweifel ein, ob des Gemetzels, dann sehen wir uns an udn lachen. Die Dörfler sind unsere Freunde, wahrscheinlich wollten sie uns mit dem Angriff nur schützen. Man bietet uns einen Trank an, der uns beweisen soll, dass alles nur Lug und Trug ist. Wir beschließen ihnen zu beweisen, dass dem nicht so ist und trinken es. Udn siehe da, zurück im Dorf ist tatsächlich alles wie immer. Wir erfahren, dass in Wirklichkeit die Larhgoten uns angegriffen udn wir uns nur verteidigt haben. Zwischendurch trinken wir eine Kleinigkeit in der Taverne.

Irgendwann begeben Garm und ich uns wieder in unsere Hütte. Als wir wieder heraustreten, passiert etwas seltsames. Mir wird schwummerig, plötzlich fühle ich mich unendlich erschöpft, als hätte man mich gefoltert oder ähnliches, als hätte ich wochenlang nichts anderes getan als zu arbeiten. Und irgendwie, wenn ich es recht entsinne, habe ich ja auch nichts anderes getan, bis in die Nacht hinein, morgens gleich früh erwacht... Ich schmecke Blut und beschließe, dass doch einmal der Eidgenossenschaft vorzubringen. Schließlich ist es nciht Sinn der Sache, wenn wir uns alle zu Tode schuften.

Wir gehen wieder auf die Taverne zu, als die Genossen Orks auf uns zu kommen. Es ist furchtbar nebelig und dunkel. Doch warum rennen sie mit gezückten Schwertern auf uns zu: "Eidgenossen Orks", ruft mein Bruder, doch sie hören gar nicht mehr, sondern rennen weiter. Plötzlich sehe ich auch andere dunkle Gestalten, sie tragen die Gesichter unserer Eidgenossen oder täuscht mich meine Sicht im Nebel. Ich denke an das was die Larhgoten mir gesagt haben, drehe mich zu Garm um und gleichzeitig laufen wir los zu den Dorftoren.

Ich sehe den Wirt, ebenso schreiend an usn vorbeilaufend. Meine Kraft verlässt mich, einmal stürze ich in den Morast. An den Toren sind auch noch dunkle Gestalten, ich sehe mri gar nicht erst ihre Gesichter an sondern versuche drunter durch zu kriechen. Etwas greift nach mir, doch Garm zieht mich mit. Tausend unterschiedliche Gedanken und Gefühle kriechen durch meinen Kopf, während wir laufen. Doch wo ist meine Kraft, mein Mut geblieben. Wie ein verängstigtes Wesen laufe ich weiter, blicke mich immer wieder nach Garm um, dem Wirt hinter her zum Lager der Larhgoten. Nur zu irgendwelchen Menschen oder sind sie auch Monster.

Das nächste was ich bemerke ist dass ich zitternd und heulend am Feuer sitze, verwirrtes Zeug rede udn gar nicht weiß, was ich eigentlich da mache. eWas ist mit unseren Eidgenossen passiert. Ich könnte auf der Stelle einschlafen vor Erschöpfung, meine Hände sind blutverkrustet von der ganzen Arbeit.

Ich höre eine Stimme die ein Gebet sagt, eine sanfte Frauenstimme, höre den Namen Alina und nach einer Weile werde ich ruhiger. Aber das geht doch nicht, wir haben die Götter abgeschafft.

Plötzlich kommen die Orks auch hier her. Garm zieht mich gerade noch weg. Ich höre ihn sagen: "Schwester, ich kann nicht anders, ich muss den Larhgoten helfen, vielleicht sind im Dorf noch andere von usn, die festgehalten werden." Zum ersten Mal seit einem dreiviertel Jahr ist sämtlicher Mut bei mir verflogen: "Bleib bitte bei mir. Ich kann nicht mehr!"

Wir verstecken usn kurz, dann beschließen wir zu fliehen. Wir gehen einige Schritte, dann wird Garm von einigen Orks angegriffen. Ich zögere kurz, ich, die ich doch einige Sumpfmonster getötet habe, fürchte mich plötzlich. Dann eile ich entschlossen meinem Bruder zur Hilfe. Leider werde ich auch von zweien dunkler Kreaturen angegriffen udn muss flüchten. Ich eile in ein Zelt. Da ist ein verletzter Händler und einige Leichen. Ohne auf den Händler zu achten, springe ich zu den Leichen und lege mich hitner sie. Es funktioniert, der Ork sieht nur den verletzen Händler, denkt, der sei die Gestalt im Dunkeln und schlägt ihm auf den Schädel, bevor er wieder verschwindet. Eine Weile rege ich mich zitternd nicht, doch ich kann nur noch an meinen Bruder denken. Ich muss wissen, ob er überlebt hat, wir müssen dieses seltsame Land verlassen.

Der Weg zum Dorf liegt verlassen, als plötzlich zwei kämpfende Gestalten in mein Angesicht eilen. Die gewantere schlägt die andere nieder. Ich blicke einen Moment fasziniert auf sie, dann erkenne ich den alten Mann Curatas, der tot am Boden liegt. "Curatas, oh man", murmle ich schockiert ob desToten, als ich plötzlich einen dumpfen Schmerz auf dem Kopf spüre und das Bewusstsein verliere.

Als ich wieder erwache, sind meine Hände gefesselt und ich befinde mich im Lager der Larhgoten. Nur noch wenige von ihnen leben und ein Feuer wurde enzündet. Ein Elf fragt mich, ob ich den alten Mann gekannt hätte und als ich vom Dorf und meiner Rundführung erzähle, lässt man mich laufen. Einige Larhgoten und mein Brudeer bürgen sogar für mich. Ich fühle mich nur noch verwirrt. Wo sind die anderen Éidgenossen, wosind meine Brüder und Schwestern. Es hat dochSpaß gemacht, aber warum fühle ich mich so versklavt...

Langsam werden meine Gedanken klarer, auch wenn ich noch immer häufiger verschiedene Stimmen im Kopfe vernehme. Doch plötzlich erinnere ich mich wieder genauer an das, was passierte, bevor ich ins Dorf kam und an Garm gelehnt, zwischen den wenigen Überlebenden, sogar Fay, ein anderer Zugereister unseres Dorfes soll gestorben sein, wird mir klar, dass nichts wieder so sein wird wie es einmal war. Das Dorf ist passeeŽes wird nie wieder eine Eidgenossenschaft geben. Und ich erinnere mich an eine Nacht, wo wir schon mal so am Ende vor einem Neubeginn standen. Ich blicke Garm an und singe leise: "In dem dunklen Wald vno westlich Larhgo..." Er fällt mit ein "... lebte einst ein großer Räubersmann" udn wir teilen eine Erinnerung an die Welt, die zuvor zusammen brach. Wenigstens haben wir beide überlebt. Ich traue mich fast gar nicht ins Dorf später, doch die Dämonen, angeblich soll der Dreizehnköpfige doch überlebt haben und sich einen vierzehnten Kopf genommen haben, bevor er verschwand, sollen fort sein. Doch man versichert mir, dass alle dunklen Kreaturen geschlagen wurden und so legen wir uns ganz allein in unserer Hütte zu Bette, unwissend, was unser Leben uns nun bringen wird...

Samstag

Es ist schon etwas anderes am Samstag auf zu stehen, ohne dass die Eidgenossenschaft einen begrüßt, wie seltsam doch einmal nicht dem gewohnten Tagesablauf nach zu gehen. Ich bin immer noch erschöpft, doch der mir so innewohnende Mut ist ein bisschen wieder gekehrt und so wage ich mich nach draußen.

Dort muss ich mit Erstaunen fest stellen, dass in unserem Dorfe leben herrscht. Einige Eidgenossen, die als Jäger im Wald waren, sind zurück gekehrt und haben sich nicht in seltsame Monster verwandelt und auch andere ehemalige Gerländer, die nun zurück gekehrt sind, treiben sich hier herum. Ich begebe mich zu aller erst in das Lager der Larhgoten. Auf dem Wege treffe ich eine Dämonenjägerin, die auf dem Weg hier her ist und muss ihr berichten, dass der Dreizehnköpfige längst geschlagen ist. Noch immer ist es als würden zwei Stimmen in meinem Kopfe sprechen, die eine sehnt sich nach der Eidgenossenschaft, die andere, ist viel kleiner, aber ungleich tiefer und es ist als würde dieses wahre Ich immer mehr zum Vorschein kommen.

Einige Männer mit einem seltsamen Sklaven sind in unserem Dorf gewesen und gehen nun zu den Larhgoten. Diese sind zu erschöpft, als dass sie wirklich darauf reagieren, allerdings bringen sie die Männer dazu ihn frei zu lassen. Der arme Mann soll unter dem Einfluss einiger seltsamer Pilze stehen. Als ich am Feuer sitze umarmt er mich kurz. Ich bin froh, dass nicht ich diejenige war, die ihn kurzerhand befreien musste...

Es sind einige Larhgoten nachgereist gekommen und so sitzen wieder einige im Lager, andere sind auch losgegangen, anscheinend noch andere Sklaven befreien. Ob Garm und ich Sklaven gewesen sind, höchst sonderbar?

Am Abend soll ein Feuer entzündet werde, dass große Yorkfeuer zu Ehren der Götter und einem verstorbenen König York. Nachdem ich all die Zeit nichts von irgendwelchen Göttern gehört habe, kommt mir alles ein wenig befremdend vor. Ich setze mich noch eine Weile in die Taverne und lege mich dann wieder schlafen. Irgendwie bin ich noch immer furchtbar erschöpft von der Monatelangen Arbeit.

Als ich wieder erwache ist es dunkel und das Brennholz ist schon aufgeschichtet. Es werden die Leichen von Königin Miraii, Graf Hernando, Gräfin Gesa und noch einigen hohen Larhgoten heran getragen und die ganze Schar singt die larhgotische Nationalhymne. Wie seltsam doch nicht mehr unser eigenes Lied zu hören... Ich singe mit, so gut wie ich den Text kenne. Gehört Gerland jetzt eigentlich zu Larhgo und wird es einen neuen König oder eine neue Königin geben.

Plötzlich kurz bevor das Feuer entzündet wird tritt ein Mann mit langem Blondhaar und spitzen Ohren in den Händen und spricht: "Ich bin Lorjak aus Daasdorf, der Sohn Sirion Telumendriels und ich habe das Mondschwert." Die Menge raunt, als der Mann mit der seltsamen Ausstrahlung das Schwert hervor zeigt. Plötzlich geht alles auf die Knie, in der Menge raunt es: "Der neue König", und alle senken den Blick. Reichsritter Elrin gibt die Fackel, mit der er als ranghöchster Anwesender das Feuer entzünden wollte, dem Elfen und ein Schrei ertönt: "Die Königin ist tot, lang lebe der König!"

Doch zunächst einmal wird getrauert. Die Larhgoten weinen um ihre Toten und auch mir stehen die Tränen im Gesicht, denn auch von unseren sind viele gestorben und es tut mir leid, dass wir von dem Dämon auf diesen Zauber herein gefallen sind und so viele sterben mussten.

Alle werfen Zettel mit den Namen ihrer Kameraden, die Gefallen sind ins Feuer und sagen einige Worte. Auch ich habe noch ein Stück Pergament und werfe es eher symbolisch ins Feuer: Für Fay und all die anderen die sterben mussten. Viele weinen am Yorkfeuer, viele liegen sich in den Armen und wünschen sich ein frohes neues Jahr... Ja, was das uns wohl so bringen wird!


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