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LarpWiki: Charaktertipps/TolkienElben

Die Elbenvölker nach Tolkien und deren Darstellung im LARP

von Oliver Jahn

Einer der für das LARP bestgeeignetesten Elfen- bzw. in diesem Falle Elbenhintergründe stellt der nach J.R.R. Tolkien dar. Nicht nur, daß ein unglaublich umfangreicher, authentisch erscheinender Hintergrund gegeben ist, der sich leicht auf das Spiel übertragen lässt, sondern es finden sich auch Elbensprachen mit Grammatik und Vokabular, die ebenfalls als ein Ambientemittel einfach anzuwenden sind. Zusätzlich bieten sich durch die Verfilmungen elbische Stilformen in Kleidung, Waffen und Rüstungen an. Durch dieses allgemein leicht zugängliche Vorbild könnte sich ein Leitfaden für elbische Charaktere im LARP finden, und so eine kulturelle Einheit vorgespielt werden.

Eigenschaften aller Elben nach Tolkien

Tolkien beschreibt die Elben als schlank, hoch gewachsen, von schönem Anblick und erhaben. Dies stellt natürlich ein literarisches Optimum dar, das im Spiel nur selten erreicht wird. Es sollte allerdings darauf geachtet, daß der Spieler nicht allzu sehr aus diesem Rahmen fällt, z.B. zu korpulent für eine angemessene Darstellung ist. Obwohl in Tolkiens Werken niemals explizit erwähnt, hat sich die Darstellung von Elben mit spitzen Ohren durchgesetzt und sie werden auch alle - bis auf Círdan, den Schiffsbauer - als bartlos erachtet. Nicht explizit im Buch erwähnt, jedoch im Film umgesetzt und meiner Meinung nach auch als richtig zu erachten ist die Tatsache, daß die Elben ihr Haar lang und oft zu kunstvoll geflochtenen Frisuren tragen. Dies kann entweder durch eine Perücke oder durch die eigenen langen Haare umgesetzt werden. Im zweiten Fall reicht es oft schon aus, die oberen Haare zu einem hohen Zopf am Hinterkopf zusammenzubinden (z.B. Legolas im Film), jedoch sind hier der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Bei Schmuck- und Verzierungsstilen lehne ich mich gerne an florale, keltische oder Jugendstil-Formen an. Aber da muß jeder seine eigne Art finden. Als letzte der äußerlichen Eigenschaften sollte gesagt sein, daß Elben nicht stinken oder einen Dreitagebart tragen, dementsprechend sollte man doch auf seine Körperhygiene achten.

Zu den übernatürlichen Eigenschaften der Elben gehören zum einen ihre Unsterblichkeit, ihr Gefühl für Tiere, ihre Leichtfüßigkeit und ihre scharfen Elbenaugen. Dies alles lässt sich leicht in das Rollenspiel einbringen, z.B. durch eine Erwähnung in einer Unterhaltung, einen spähenden Blick in die Ferne bei einer Expedition etc. Ihre Empfänglichkeit für böse Präsenz und ihre schnelle Heilung sind Dinge, die sich regeltechnisch mit Magie spüren oder Regeneration umsetzen lassen. Zuletzt sei noch die Resistenz der Elben gegenüber Kälte erwähnt. Hier sollte darauf geachtet werden, daß Wolle oder andere ähnliche Stoffe nicht sichtbar sind. Wer als Elb gerne körperbetonende Kleidung trägt, kann bei Kälte auf Skiunterwäsche zum Unterziehen zurückgreifen. Gerade nachts ist diese ein wahrer Segen und stört das Erscheinungsbild nicht mal im Ansatz.

Die verschiedenen Elbenvölker (Eldar)

Tolkien zählt viele verschiedene Elbenvölker auf, die sich durch ihre Wanderungen, ihren Verbleib und durch ihre Abstammung unterscheiden. Ich möchte hier allerdings nur die wichtigsten erwähnen und dann auf ihre Umsetzungsfähigkeit im LARP zu sprechen kommen. Wer sich weiterhin dafür interessiert, dem sei die von mir angegebene Literatur ans Herz gelegt.

Die Nandor (Waldelben)

Sie stellen das am meisten verbreitete Volk der Elben dar, jedoch auch das mit der wenigsten Erhabenheit und Großartigkeit. Dementsprechend stellen sie das einsteigerfreundlichste Volk dar. Nandor sind oft Gefolgsleute von Elbenherrschern der Sindar oder Noldor, nicht weil sie zu herrschen unbefähigt seien, sondern weil es sie einfach nicht interessiert. Sie kennen sich gut mit dem Lesen von Spuren und dem Leben im Wald aus, haben aber auch eine stärkere kriegerische Ausprägung als die anderen Völker, sind also sehr gut für einen Waldläuferhintergrund geeignet. Zuletzt sei noch gesagt, daß ein Nando gemeinhin Fremden misstraut, zumindest bis er sie besser kennen gelernt hat. Hier sei dem Spieler also eine gesunde Zurückhaltung gegenüber fremden Charakteren empfohlen.

Nandor haben meist dunkle, selten weiß-silberne Haare und grüne Augen.

Bekannte Nandor: Haldir, Rúmil, Orophin

Die Sindar (Grauelben)

In der Geschichte des Silmarillions gingen die Sindar weiter als die Nandor, ließen sich an der Küste Mittelerde nieder und waren die ersten, die dort Reiche gründeten. Dementsprehend erhabener und mächtiger als ihre Waldelben-Verwandten sind sie auch, jedoch auch weniger vertreten. Sindar sind allgemein hin für ihre Liebe und ihr besonderes Talent zu musischen Dingen bekannt. Oft sind auch herrschende Positionen mit Grauelben besetzt.

Äußerliche Zeichen eines Sinda sind im Allgemeinen silbernweiße oder blonde Haare und graue Augen.

Bekannte Sindar: Legolas, Thranduil, Celeborn, Thingol Singollo, Lúthien Tinuviel

Die Noldor (Hochelben)

Die mächtigsten und erhabensten Elben, die in Mittelerde (bzw. dem LARP-Pendant, z.B. den Mittellanden) leben, sind die Noldor. Sie lieben es, Dinge zu erschaffen, und Noldor-Schmiede sind laut Tolkien im Erschaffen magischer Gegenstände noch geschickter als die Zwerge. Gerade aber die Noldor gelten als impulsiv und früher auch als rachsüchtig. Wer einen Noldo spielen möchte, sollte sich der Schwierigkeit der Rolle bewusst sein. Ihre Erhabenheit und Mächtigkeit sind schwer auszuspielen. Einem Elbenspielanfänger sei es ausdrücklich abgeraten einen Hochelben zu spielen.

Die Noldor sind gut durch ihr meist schwarzes bis dunkelbraunes Haar und grauen Augen zu erkennen.

Bekannte Noldor: Galadriel, Gil-Galad, Feanor, Gildor Inglorion, Glorfindel, Finrod Felagund, Fingolfin, Turgon

Die Pereldar (Halbelben)

Ein Halbelb entsteht aus einer Verbindung zwischen zwei Elben, von denen mindestens einer einen menschlichen und einen elbischen Elternteil hatte oder selber Halbelb ist. Ein Perelda kann einmal in seinem Leben die Entscheidung treffen, sich von seiner Unsterblichkeit zu trennen und den Weg eines Menschen zu gehen. Bis dato lebt er wie ein Elb.

Im P&P-Rollenspiel Herr der Ringe wird davon abgeraten einen Halbelben zu spielen, da dies unlogisch in Bezug auf die Geschichtsentwicklung Mittelerdes wäre. Da im LARP aber nur das Elbenkonzept übernommen werden soll und nicht die gesamte Welt, kann dies hier nicht gelten. Im Gegenteil: Die Natur des Halbelben stellt sicherlich einen Ansatz zu interessantem Rollenspiel dar.

Das Aussehen eines Perelda kann je nach seiner elbischen bzw. sterblichen Abstammung variieren. Wer sein Vorbild jedoch streng in Mittelerde sucht, dem sei gesagt, daß die Halbelben alle dunkle Haare, ähnlich den Noldor, haben.

Bekannte Pereldar: Earendil, Elwing, Elrond, Elros, Arwen Undómiel, Elrohir, Elladan

Elben, die nicht in Mittelerde leben

Die folgenden Elbenvölker leben laut Tolkien nicht in Mittelerde, sondern in den Unsterblichen Landen. Meiner Meinung nach sind sie aufgrund ihrer unglaublichen Macht und Erhabenheit nicht in das LARP zu transferieren, zudem würden sie den historischen Hintergrund der Elben durcheinander bringen. Der Vollständigkeit halber seien sie hier jedoch auch aufgeführt.

Die Vanyar (''Die Schönen'')

Die Vanyar leben direkt zu Füßen der Valar (die elbischen Götter). Nachdem sie begannen dort zu leben, haben sie Aman niemals wiederverlassen und sind nicht nach Mittelerde zurückgekehrt, außer während des Krieges des Zorns gegen Morgoth. Die Vanyar tragen blondes Haar.

Bekannte Vanyar: Ingwe, Indis

Die Teleri (See-Elben)

Die Teleri sind die Anverwandten der Sindar, die schließlich als letzte in den Westen zogen und gelten unter den Elben als die besten Sänger und Seefahrer. Während die Noldor nach Mittelerde zurückkehrten, begangen sie den sogenannten Sippenmord und töteten viele der Teleri, die ihnen nicht ihre Schiffe zur Übereise geben wollten. Sie leben immer noch in ihrer Hafenstadt Alqualonde und haben Mittelerde niemals wieder betreten. Dementsprechend unlogisch wäre es auch solch einen See-Elb in das LARP zu übertragen.

Bekannte Falmari: Olwe, Earwen

Rollenspiel eines Elben

Wie bereits in den anderen Artikeln zum Thema Elfen erwähnt, sollte der Spieler auf sein Verhalten im Spiel achten, und nicht gerade rülpsen, sich ungeniert zwischen den Beinen kratzen, sondern darauf achten, daß er eine Erhabenheit ausstrahlt, die nicht nur die Charaktere um ihn herum, sondern auch deren Spieler beeindrucken sollte.

Auch auf die Kleidung sollte geachtet werden. Als Beispiel: Piratenhemd und Motorrad-Lederhose sind zu vermeiden. Viel mehr sollten elegante Formen und Stile vorherrschen. Dies kann sich lang und wallend äußern wie bei Elrond oder aber auch körperbetont wie bei Legolas. Gerade bei Stoffen für kämpferische Charaktere sollte allerdings auf eine gewisse Robustheit geachtet werden. Edle Stoffe sehen schön aus, reißen aber leichter. Da ärgert man sich nur über die Beschädigung und das ausgegebene Geld. Fein gewebte Baumwolle oder Leinen aber auch dünnes Leder wirken edel, halten aber trotzdem einiges aus.

Zum Kampf lässt sich sagen, daß klobige Waffen wie Hämmer und Äxte, z. T. auch Armbrüste als unelbisch angesehen werden sollten. Man sollte sich eher auf die klassischen Elbenwaffen wie Kurz- oder Langschwert, Schild und Pfeil und Bogen konzentrieren. Zudem finden sich im Internet schöne Speere und Zweihandwaffen, die sich auch gut eignen. Beim Stil der Waffen und des Kampfes sollte auch darauf geachtet werden, daß es nicht zu menschlich wirkt, sondern sich davon abhebt. Gute Anregungen finden sich auch hier in den Filmen.

Die Sprachen der Elben

Es gibt zwei elbische Sprachen: Zum einen Sindarin, die Sprache der Grauelben, zum anderen Quenya, die alte Sprache der Hochelben. Grammatik und Wortschatz findet sich zu beiden in den Büchern von Helmut W. Pesch. Beide Sprachen werden in der geschwungenen Schrift der Tengwar (Zeichen) wiedergegeben werden. Sie eignen sich hervorragend, um Kleidung und Waffen zu beschriften. Das Ambiente wird schon durch das Einbringen eines kleinen Grundwortschatzes immens gesteigert. Am besten können die Sprachen jedoch in Verbindung von Zaubersprüchen verwendet. Anstatt der normalen Formeln übersetzt man einfach eine oder mehrere Zeilen, die einem sinnvoll erscheinen. Hier wird der Zauberer oder Magier eher auf Quenya zurückgreifen, da es eine alte Sprache ist, die nur noch für zeremonielle Zwecke und in Gedichten Verwendung findet. Sindarin ist dagegen die Alltagssprache aller Elben.

Empfohlene Literatur zum Hintergrund:

J.R.R. Tolkien: Der Herr der Ringe

Das grundlegende Werk.

J.R.R. Tolkien: Das Silmarillion

Das Buch erzählt die Geschichte der Mittelerdes von der Erschaffung der Welt bis zum Krieg des Letzten Bündnisses. Jeder Spieler eines tolkien'schen Elben sollte es gelesen haben. Hierbei lassen sich die Geschehnisse des Ersten Zeitalters (Quenta Silmarillion) sehr gut als historischer Hintergrund im LARP verwenden.

J.R.R. Tolkien: Nachrichten aus Mittelerde

J.R.R. Tolkien: Der kleine Hobbit

Ich habe sie leider beide noch nicht gelesen.

Der Herr der Ringe-Rollenspiel: Grundregelbuch

Die oben von mir aufgeführten Elbeneigenschaften sind dort aufgelistet, und auch die Texte zu den Elbenvölker können inspirieren.

http://www.councilofelrond.com

http://www.council-of-elrond.com

http://www.mittelerde-portal.de

http://www.tolkiens-elben.de

http://www.alleycatscratch.com/lotr/Elves.htm

Gute Inspirationen für elbische Stile an Kleidung und Rüstung

Zu dem Sprachen:

Helmut W. Pesch: Elbisch. Grammatik, Schrift und Wörterbuch der Elben-Sprachen von J.R.R. Tolkien

enthält einen Teil über die Entwicklingder Sprachen, die Grammatik, die Schriften und Wörterbücher Quenya-Deutsch und Sindarin-Deutsch.

Helmut W. Pesch: Elbisch. Lern- und Übungsbuch der Elben-Sprachen von J.R.R. Tolkien

Hier ist die Grammatik genauer erklärt, und die Übungen werden thematisch dazu aufgeführt. Zusätzlich findet sich Wörterbücher für Deutsch-Quenya und Deutsch-Sindarin. Sehr gut für eigenständige Übersetzungen ins Elbische.

http://www.sindarin.de

Online-Wörterbuch mit einigen Eigenkreationen.

http://www.elbenlager.de/

Unter Sindarin für Rollenspieler finden sich ein guter Grundwortschatz und eine Schriftart für PCs.

Für die Ausrüstung

  • Der Herr der Ringe, Waffen und Kriegskunst: Chris Smith, John R. R. Tolkien ISBN 3608936300 Interessant für Waffen, Rüstungen und Stilistik


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