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LarpWiki: ConEssenOstern2006

ConEssen: Ostern 2006

Ostern 2006 fand in Österreich (Berndorf bei Salzburg) ein Con der Requiem/Kabale Reihe statt, Veranstalter war wie immer das Delos live Team (http://www.deloslive.de). Auf diesem Con habe ich mit einem Team von 3 Leuten und einem "Hilfskoch" (Meister Habakuk aus der Schweiz, der gleichzeitig auch den Herausgeber eines Neu Andorischen Schmierenblättchens gab) das gesamte Essen für die Teilnehmer konzipert, geplant und zubereitet.

Hintergrund war das Treffen der vom Fürsten Neu Andoriens geladenen Aspiranten auf verschiedene Ämter und Würden (Richter für Volk, niederen Adel und Hochadel, diverse Baronien und Grafschaften mussten vergeben werden und die Priesterschaft sollte sich auf einen "Primus inter Pares" einigen). Durch die sehr ausgearbeiteten Vorgeschichten der Charaktere (es handelt sich um eine Conreihe aus ausschliesslich gecasteten Cons, d.h. alle Charaktere sind vorher ausgearbeitet und verfügen über ein sehr komplexes Beziehungs- und Interessengeflecht) entsteht ein sehr dichtes Spiel das teilweise dazu führt das Spieler im Spiel so sehr verwurzeln das der "Spielstress" dazu führt das sie keine Zeit zum Essen, bzw. keinen Appetit zu den Essenszeiten haben, die Essensplanung wollte darauf ebenfalls Rücksicht nehmen, deswegen gab es zwar mehr oder weniger feste Essenszeiten, aber auch sehr viele Zwischenmahlzeiten und kleine Häppchen.

Eckdaten waren: 50 Teilnehmer, reiner Essensetat bei 1750,-- Euro für die gesamte Zeit, alle Getränke (Non Alc + Alc) inklusive. Besondere Beachtung gab es für 6 Vegetarier, einen Morbus Crohn Patienten und einen Teilnehmer mit einer Laktose Intoleranz. Das Haus in Berndorf verfügt über eine gute Küche mit Industrieherd (4 E-Platten, großer Backofen) und großem Industriekühlschrank, sowie einer TK Truhe, ermangelt aber vernünftiger Kochgeräte und Utensilien, es gibt exakt 3 Töpfe unterschiedlicher Größe, 3 Bratpfannen zweifelhafter Qualität und keine Rührgeräte die groß genug sind, 1 vernünftige (1/1 GN Kasserolle) und eine sehr kleine Kasserolle, 1 Backblech, keinen Bratrost und keine, bzw. zu wenig Schüsseln zum Anrichten. Das führte teilweise zu massiver Mehrbelastung des Küchenteams und zu merkbaren Zeitverzögerungen (Eine Suppe die im einzigen großen Topf gekocht UND Serviert werden muß belegt diesen Topf so lange bis ausreichend davon gegessen wurde um es in den nächstkleineren passenden Topf umzufüllen damit der große Topf weiterverwendet werden kann etc., blockiert aber dann massiv den nächsten Topf, Logistik der Küche in Reinkultur, man beachte die Anzahl der Gerichte beim Festbankett... )

Donnerstag, 13.4.2006

Anreisetag und Spielbeginn gegen 21:00 Uhr, Abendessen war Spieleinstieg

Gemüsesuppe mit Beilagen (als "Puzzlesuppe": die Suppe steht in der Mitte, alle Zutaten in Schüsseln drum rum, jeder stellt sich nach Gusto seine Wunschsuppe zusammen)

Gemüsesuppe, Karotten, Zwiebeln, Lauch, Pastinaken, Petersilienwurzeln, Sellerie, Frühlingszwiebelringe, Kräuter, alles auf reiner Gemüsebrühenbasis mit Frischgemüseeinlagen als Julienne

Beilagen
Tortellini mit Spinatfüllung
Tortellini mit Gorgonzolafüllung
Gnocchi mit Appenzellerkäse und Petersilie
Gewürfelter Schinken
Gebratenes Hackfleisch mit Kräutern
Gebratene Räucherspeckwürfel
Gehackte rohe Zwiebeln
Curryzwiebeln, geschmort
Frühlingszwiebelringe
Frittaten (Pfannkuchenstreifen)
Miniwindbeutel
Gewürfelter Appenzeller Käse
Cabanossischeibchen
Gebackene Leberknödel
Frankfurter Würstel
Estragonsenf
Brot

Tee, Kaffee, Säfte, Schorle, Wasser, Met, Bier vom Faß (Diese Getränke standen über die gesamte Zeit der Veranstaltung und immer zur Verfügung)

Freitag, 14.4.2006

Verhandlungen und Gerichtstag, Frühstück 10:00 - 12:00 Uhr, Mittag gegen 14:00 Uhr, Kaffee und Kuchen gegen 18:00 Uhr, Abendessen gegen 21:00 Uhr

Frühstück
Frische Brötchen
Vollkornbrot
Kaffee, Tee (8 Sorten), Milch, Kakao
Honig, Marmelade (6 Sorten), Nutella
Frischwurst (verschiedene)
Schinken
Dauerwurst
Käse (verschiedene)
Müsli
Cornflakes
Tomaten, Gurken, Kohlrabi
Frankfurter Würstel
Mittagessen
Tomatensuppe mit Holzofenbrot
Frankfurter Würstel
Kartoffelgratin mit Sahne-Käse Sauce
Kartoffelgratin mit Ei und Speck überbacken (kleine Portion wg. Laktose Intoleranz)
Nachmittagskaffee
Spezialkuchen (Erdbeersahneschnitte) für den Scriptor Jonas Löfelstelz (zur Förderung seiner Wahl zum Volksrichter) mit Inschrift
Apfelkuchen
"Ohnapfeltorte" (Adaption der Tessiner Torta di Pane, von Meister Habakuk mitgebracht)
Abendessen
Currygeschnetzeltes mit Pute, grünen Bohnen, Ananas in Curry-Rahmsauce
Sellerieschnitzel in Cornflakeshülle
Gemüsecurry
Reis orientalisch (der leider teilweise an der Küchentechnik scheiterte, die es unmöglich macht, große Mengen Reis gleichmässig gar zu kochen)
Gebackene Currybananen

Brotauflauf spät in der Nacht aus Brötchen, Eiermilch und Kirschwasser. mit Kirschmarmelade und Schokosauce

Samstag, 15.4.2006

Gespräche, Intrigen und Maskenball, Frühstück 10:00 - 12:00 Uhr, Mittag gegen 14:00 Uhr, Kaffee und Kuchen gegen 18:00 Uhr, Abendessen gegen 22:00 Uhr

Frühstück
Frische Brötchen
Vollkornbrot
Kaffee, Tee (8 Sorten), Milch, Kakao
Honig, Marmelade (6 Sorten), Nutella
Frischwurst (verschiedene)
Schinken
Dauerwurst
Käse (verschiedene)
Müsli
Cornflakes
Tomaten, Gurken, Kohlrabi
Mittagessen
Lauchcremesuppe
Brot
Currygeschnetzeltes (Resteverwertung Vortag)
Bologneseragout mit Nudeln (Resteverwertung Tomatensuppe)
Nachmittagskaffee
Brot
Wurst
Käse
Sesamkuchen mit Sultaninen und Buttermilch (ein Habakuk-Rezept)
Abendbüfett
Entenbrustscheiben in Bitter-Orangensauce auf Brötchenscheibe

Schweinehals als MutzBraten zubereitet auf Holzofenbrot mit Senfsauce

Schweinefilet in Balsamico-Kräutersauce auf Brötchenscheibe mit Spinatblatt
Lammcarree auf Toastbrot mit griechischer Zitronensauce und Preisselbeeren
Chicken Wings in Zwiebelssauce
Black Tiger Prawns in Fenchel-Zwiebel-Chili Sauce auf Brötchenscheibe
Eier in Senfsauce
Gebackenes Gemüse mit Knoblauch und Zitronensauce (vom Lammcarree)
Tomatensalat
Gurkensalat in Sauerrahmsauce
Pellkartoffeln
Kräuterquark als Dip
Stangensellerie
Balsamicozwiebeln
Pfefferoni
Essiggurken
Karotten in Honigsauce mit Kräutern
Erbsen in Kräutern
Schwarzwurzeln in Rahmsauce
Gebackene Zucchini und Auberginen
Gebackener grüner Spargel
Lauchcremesuppe mit Windbeuteln ("Schwäne auf dem Frühlingssee")
Zimtpudding (mit geschichteter Marmorkucheneinlage)
Neu-Andorian-Torte = verziert in den Landesfarben, mit Mus aus Dörr-Birnen und Weissem Ribel-Mais (Habakuk-Rezept)
Rüeblitorte (aus dem Kanton Aargau, Habakuk-Rezept)
Karamelisierte Schokonudeln mit Beschwipster Kirschsauce

(Mit Absicht weggefallen sind der Karamellpudding mit Lavendelzuckerauflage, der Griessbrei mit Zucker und Zimt und Erbeeren und die Bayrische Creme, die als weitere Desserts geplant waren aber an der Küchenechnik scheiterten, ausserdem haben wir den Mitternachtsapfelkuchen ersatzlos gestrichen. Auch an den Vortagen konnten leider keine Desserts bereitet werden, weil bei jeder Mahlzeit halt alle Kochtopfe benutzt werden mussten und damit jegliche Möglichkeit wegfiel einen Griesspudding, einen normalen Pudding oder irgendwas ähnliches zuzubereiten :o( )

(Leider war das Büffet wohl zu spät am Abend und damit in der Hauptphase des Intrigenspiels was dazu führte das einige Gerichte nicht in dem Maß gegessen wurden wie es geplant war und daher am nächsten Morgen weggeworfen werden mussten, was insbesondere bei den Gemüsen sehr sehr schade war. Das "Experiment" alle Fleischspeisen häppchenweise auf Brötchenscheiben/Toast/Holzofenbrotscheiben anzurichten hat sich voll bewährt, die üblichen "einer fasst schon mal 500g Fleisch aus" Orgien sind ausgeblieben und alle konnten von allem Probieren und waren sehr glücklich drüber)

Sonntag, 16.4.2006

Abreisetag, aufräumen und verlassen des Geländes in Berndorf bis 14:00 (was zwar überraschend erst Samstag bekannt wurde, aber keine allzu großen Probleme verursachte.)

Frühstück
Frische Brötchen
Vollkornbrot
Kaffee, Tee (8 Sorten), Milch, Kakao
Honig, Marmelade (6 Sorten), Nutella
Frischwurst (verschiedene)
Schinken
Dauerwurst
Käse (verschiedene)
Müsli
Cornflakes
Tomaten, Gurken, Kohlrabi
Bratwürste
Rührei mit Kräutern
Hart gekochte Eier mit Kräuterquark
Äpfel
Resteverwertung Vortag

Schlußbetrachtung: Insgesamt ein voller Erfolg, der nur gemindert wird durch die Fehler in der Technik der Küche. Die Finanzielle Planung war ausreichend sicher, es hätte noch Einsparungspotential gegeben in Höhe von etwa 50,-- - 100,-- Euro, allerdings sind die Lebensmitteleinkäufe bereits deutlich unter Budget gewesen (Statt geplanten 1400,-- € wurden nur ca. 1000,-- € für Lebensmittel aufgewendet. Entsorgt werden (da keine geeigneten Transportmöglichkeiten vorhanden waren und weil durch die ungeplante Verkürzung der Belegung das Mittagessen/Brunch am Sonntag ausfiel) wurden fast nur Gemüsereste etc. daher sind kaum materielle Einbußen passiert, sonstige Nahrungsmittel Reste (nicht verarbeitete Ware) werden weiterverwendet und dienen einem Essen für die geesamte Orga). Zukünftige Veranstaltungen dort werden mit mitgebrachter Kücheneinrichtung und Bereitstellen von Tupperdosen/Gefrierbeuteln das Resteproblem bzw. die unzureichende Ausstattung der Küche ebenfalls komplett eliminieren. Der Wegfall des Mittagessens am Sonntag der normalerweise das Resteproblem minimiert hätte, hat mir doch eher einen massiven Strich durch meine Planung gemacht, so daß ich leider und sehr widerwillig sehr viel vom Gemüse wegwerfen musste. Nächstes Mal ist man dann schlauer und bereitet sich auf sowas durch Einfrieren von Familienportionen und das Mitgeben an Spieler vor, bzw. plant entsprechend weniger Essen.

Das Konzept der "Selbstspüler" (jeder Teilnehmer spült sein persönliches Geschirr selber um die an der Kapazitätsgrenze arbeitende Küche zu entlasten) hat in großen Rahmen geklappt. Es gibt zwar immer Leute die sowas nicht einsehen wollen und dann ihr Zeug stehen lassen weil sie drauf vertrauen das es schon wer wegräumen wird, aber deren Zahl war doch extrem gering.

Es zeigt sich allerdings auch, das bei einer derartigen Küchenplanung das Küchenpersonal eine Schlüsselrolle spielt und das es wichtig ist jemanden zu finden der das Konzept des "Mis-en-place" versteht bei dem grundsätzlich alle Zutaten des jeweiligen Tages geschnitten, geraspelt oder sonstwie vorbereitet werden damit sie dann auf Bedarf nur noch verwendet werden müssen.


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