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LarpWiki: Darstellung/Alchemie/Verantwortung


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Die Verantwortung der Alchimisten

Der LARP-Alchimist hat zwei Hauptverantwortungen: Einmal eine Verantwortung gegenüber dem Ambiente und außerdem eine Verantwortung als Spieler gegenüber den anderen Spielern. Sowohl beim Brauprozess (Chemikalien, Feuer) als auch beim Anwenden und Verabreichen von alchemistischen Präparaten (Unverträglichkeiten) sollte man deshalb bestimmte Sicherheitsregeln beachten.

Verantwortung gegenüber den Spielern

Grundsätzlich sollte gelten: Keine Verabreichung von Substanzen ohne vorherige Aufklärung und Zustimmung des jeweiligen Spielers!

Das gilt für alle Arten von Präparaten, von Tränken über Salben bis hin zu Kunstblut oder Schminke, für “natürliche” ebenso wie “künstliche” Dinge. Bei so ziemlich jeder vermeintlich harmlosen Substanz besteht die Gefahr, dass einzelne Menschen mit Allergien oder Unverträglichkeiten darauf reagieren, so dass die Entscheidung immer beim “Opfer” selbst liegen sollte.

In der Praxis bedeutet das unter anderem: Kein heimliches Untermischen in Getränke oder Speisen, kein Einflößen von Tränken an Leuten, die Bewusstlose spielen oder sonstwie außer Gefecht sind, kein ungefragtes Aufschmieren von Salben, Kunstblut oder ähnlichem.

Gibt der Spieler seine Zustimmung (was viele Leute standardmäßig tun), ist es trotzdem in der Verantwortung des Alchemisten, dafür zu sorgen, dass man keinen Schaden anrichtet. Dementsprechend sollten sowohl reizende oder scharfe Substanzen wie Chili, Ingwer, Alkohol nicht oder sehr maßvoll verwendet werden, und man muss darauf achten, dass alle Zutaten frisch und hygienisch unbedenklich sind. Es kommt auch immer wieder vor, dass Tränke aus irgendwelchen Lebensmitteln gebraut und dann bis zum nächsten Con in einer Tasche vergessen werden, und solche vergammelten Mixturen sollte man entsorgen und ggf. durch frisch zubereitete ersetzen.

Tränke, die oft ja auch verkauft werden und bei denen der Beipackzettel nicht zwingend vor dem Trinken gelesen wird, sollten gesundheitlich absolut unbedenklich sein. Deswegen plädiere ich dafür, zweigleisig zu fahren:

Zweigleisig arbeiten

Was im Labor des Alchimisten geschieht, ist für das Auge und das Ambiente, hier kann man mit allerlei abstrusen Zutaten und seltsamen Gerätschaften arbeiten. Aber selbst wenn nur Lebensmittel in der Brühe landen - sie wird danach unauffällig entsorgt.

In die Trankfläschchen, welche letztendlich ins Spiel kommen, füllt man hingegen höchstens Wasser und Lebensmittelfarbe. Die Tränkfläschchen sollten gut gespült werden und die Werkzeuge, mit denen man die 'trinkbaren' Tränke abfüllt, sauber sein.

Sicherheit beim Brauen

Wichtig ist auch, dass man durch seine Geräte und die Darstellung des Tränkebrauens kein Risiko für sich und seine Umgebung darstellt. Das Hantieren mit Glas, Feuer und kochendem Wasser ist insbesondere unter chaotischen Larpbedingungen keine Lappalie. Bei den meisten Fragen kommt man mit ein bisschen Überlegung und gesundem Menschenverstand recht weit, aber hier ein paar allgemeine Hinweise:

Glas und Laborgeräte

Grundsätzlich gilt: Kein Kampf in der Nähe von aufgebauten Gerätschaften. Das gilt sowohl für den Alchemisten, der sein Labor nur in "befriedeten" Bereichen aufbauen sollte, als auch für Spieler, die bei eventuell stattfindenden Kämpfen wenn möglich ein paar Schritte zur Seite gehen sollten. Trankflaschen und ähnliches Gerät sollten, wenn sie ständig am Körper mitgeführt werden, so verpackt sein, dass eventueller Glasbruch bei einem Sturz oder Waffentreffer keinen Schaden anrichtet. Ebenso sollte man darauf achten, seine Sachen vor neugierigen Kinderhänden zu schützen.

Beim Brauen sollte man beachten: Nicht alle Gläser sind hitzefest! Echtes Laborglas ist dafür ausgelegt, auf einer Flamme erhitzt zu werden, aber auch hier sollte man schnelle Temperatursprünge, wie das Einfüllen von kaltem Wasser in ein heißes Gefäß, vermeiden. Normales Dekoglas hingegen ist häufig nicht darauf ausgelegt, erhitzt zu werden, und kann platzen! Auf offenen Flammen muss dafür Sorge getragen werden, dass in dem Gefäß immer ein Rest Wasser übrig ist, so wird das Glas nicht zu heiß.

Siedeverzug

Erhitzt man Wasser in sehr glatten, sauberen Gefäßen (insbesondere Glas) kann es dazu kommen, dass sich das Wasser "überhitzt", da sich an der glatten Oberfläche keine Dampfbläschen bilden können. Wird das Gefäß dann angestoßen oder gibt man etwas hinein, wird schlagartig ein großer Teil Wasser zu Dampf, der explosionsartig aus dem Gefäß spritzt. Abhilfe schafft ein in das Gefäß gestellter Glasstab oder Löffel. Siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Siedeverzug

Feuer

Spiritusbrenner, Öllampen und ähnliche Feuerquellen sollten stets kippsicher und mit genügendem Abstand zu brennbaren Materialien aufgestellt werden. Vom Verwenden von Brennern und Laternen mit flüssigem Brennstoff in Zelten wird abgeraten. Bei größeren Projekten oder mehreren Feuerquellen sollte wenn möglich Löschmaterial (Feuerlöscher, Wassereimer, Sandeimer) in gut erreichbarer Nähe sein. Brennendes Öl in Gefäßen nicht mit Wasser löschen, Spritzgefahr! Beim Hantieren mit Flammen sollte auf Ärmel und ähnliche Kleidung geachtet werden, Gewandungen aus Kunstfasern sind gefährlich, da sie oft sehr schnell Feuer fangen. Flammen nie unbeaufsichtigt brennen lassen.

Chemikalien

Die meisten Larp-Alchemisten nutzen für ihre Experimente vorwiegend einfache, ungefährliche Zutaten wie Backpulver oder Spülmittel. Für alles was darüber hinausgeht sollte man sich genau im klaren darüber sein, was man tut, und im Zweifel lieber einmal mehr nachfragen: Sei es beim Umgang mit konzentrierten Säuren und Laugen, oder bei Dingen wie Trockeneis, Pyrotechnik oder ähnlichem, man tut gut daran, nicht nur über sichere Handhabung nachzudenken, sondern auch darüber, wie man die Sachen sicher transportiert und lagert und wie man sie anschließend fachgerecht entsorgen kann.

Ebenso sollte man seine Sachen, auch wenn man sie eigentlich nur selber verwendet, ordentlich etikettieren und gegebenenfalls mit OT-Warnhinweisen versehen, für den Fall, dass irgendein unvorsichtiger Spieler auf die schlaue Idee kommt, mal in einem unbeobachteten Moment einen Schluck aus der Pulle (mit Lampenöl...) zu nehmen.

Verantwortung für das Ambiente

Richtig eingesetzt kann Alchemie im Larp nicht nur für Spieleffekte sorgen, sondern auch eine Bereicherung für das Ambiente darstellen. Kaum ein Fantasy-Streifen, -buch oder anderes, bei dem es kein Turmzimmerchen gibt, in dem es blubbert, brodelt und Dunst über den Boden wabert. Kurz: Was ein Alchimist tut, kann supercool aussehen und einfach Flair ins Spiel bringen. Mit dem entsprechenden Aufwand, wie bei jedem anderen Charakter auch. Es kann wahnsinnig viel Spaß machen, einen Alchimisten zu spielen (was für mich eines der wichtigsten Argumente ist, ganz egal, was andere Spieler vom LARP-Alchimisten halten - ich selbst schwanke da immer so ein bisschen zwischen "Verdammt, ich spiele nie wieder eine Alchimistin, ich muß jedesmal so viel Zeug mitschleppen, alles saubermachen, immer geht was kaputt und ich will mal nen einfachen Char!", "Alchimie macht Spaß" und "Und ich will noch viiiiiel mehr Gerätschaften").

Allerdings trägt ein Alchimist, der im stillen Kämmerlein die Tränke reihenweise durchhaut, nichts zum Ambiente bei. Deswegen ist es eine Verantwortung, das Brauen der Tränke und die ganze Ausrüstung optisch so ansprechend wie möglich zu gestalten. Dabei kommt es sowohl auf den Ort der Inszenierung an (nicht im stillen Zelt für sich, sondern so, dass auch andere teilhaben können), auf die Interaktion mit anderen Charakteren (oft kann man Aufgaben fü interessierte Helfer einbauen, die z.B. für Material sorgen oder assistieren), als auch auf die Gesaltung des Brauvorgangs selbst: Nicht immer nur Tränke zu brauen, sondern auch Salben, Pulver oder fantastischen anderen Kram. (siehe z.B. AlchemistischesLicht, AlchimistischerSchleim) Es muss nicht immer was dabei rauskommen, was plotrelevant oder "nützlich" ist.


MelaEckenfels, ergänzt von ChristianSpalthoff