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LarpWiki: GewandungsVerzierungen

Gewandungsverzierungen

Um Gewandungen individueller, ansprechender und schöner zu gestalten, gehören Verzierungen in das Standardrepertoire jedes "Selbermachers". Dazu gehört etwa das Aufbringen von Wappen und Ornamenten auf Kleidungsstücke ebenso wie das von Schriftzügen auf Minnebänder. Neben Gewandungen können so auch Banner, Wimpel und Flaggen dekoriert werden. Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten:

Borte

Borte ist im Allgemeinen eine der einfachsten Möglichkeiten, auffällige und individuelle Verzierungen an einer selbstgefertigten (oder auch gekauften) Gewandung anzubringen. Man kann damit zwar keine Flächen füllen, und auch Kurven o.ä. können sich schwierig gestalten. Aber mit dem Aufnähen selbst einer einfachen Borte erhält jede ansonsten einfache Gewandung sofort etwas Eigenständiges. Man kann dabei auch gut variieren: Mal die Borte direkt an eine Saumkante nähen, mal etwas Abstand zur Kante lassen, mal über sämtliche Nähte eine schmale Borte nähen ... Eine tolle Wirkung erzielt man auch, wenn man statt einer breiten Borte eine Bordüre aus unterschiedlichen schmalen Bändern, etwa verschiedenfarbigen Kordeln, Samtbändern oder Zackenlitze zusammenstellt oder sie mit Perlen- und Metallelementen kombiniert, wie hier gezeigt:

Dabei sollte die Borte natürlich dem Rest der Gewandung, bzw. deren Stil, farblich und thematisch angepasst sein. "Künstlich" wirkende Borten mit der typischen Plastikoptik sollte man tunlichst vermeiden - Borten mit sehr großflächigem Einsatz von gold- oder silberfarbigen Lurexfäden wirken oft ziemlich "unecht". Bei Glitzerfäden gilt: Weniger ist mehr. Bei industriell hergestellten Borten (zu finden als "Posamentenborte", "Fransenbordüre" oder "Litze") sollte man auch darauf achten, ob das Material waschbar ist. Im Zweifel lieber heiß vorwaschen, damit die aufgenähte Borte sich nicht nachher zusammenzieht und das Kleidungsstück ruiniert.

Brettchengewebt

Die brettchengewebte Borte ist die ambientigste Form der Borte, und - sofern thematisch passend - auch fürs Reenactment geeignet. Leider ist sie teurer als Industrieborten, aber auch nicht allzuschwer selbst gemacht. Ab und zu finden sich auch auf eBay Angebote. Tipp: Wer selber webt, sollte darauf achten, dass Borten aus reiner Wolle eingehen können beim Waschen; also lieber einmal mitwaschen, bevor man sie anbringt - es sieht sehr komisch aus, wenn sich die Borte zusammenzieht!

Andere handgefertigte Borten

Borten lassen sich außer durch Brettchenweben auch durch Häkeln, Klöppeln oder aber durch einfache Flechttechniken herstellen.

Stickereiborte

Angeblich gibt es eine Art Borte aus Stickerei, ähnlich einem komplexen Zierstich, ohne Trägermaterial, was eine sehr filigrane Verzierung ergäbe. Vielleicht ist damit eine Posamentenborte oder eine sehr filigrane Spitzenborte gemeint ...
Es gibt aber auch (im Maschinensticken) die Möglichkeit, spezielle Motive auf eine wasserlösliche Einlage (z.B. "Soluweb", kalt auswaschbar) zu sticken, vielleicht meinst du sowas in der Art, damit kann man einige interessante Effekte erzielen, das ganze ist aber nicht ganz einfach soweit ich weiß, das Ergebniss sieht dann meist spitzenähnlich aus, könnte also durchaus für aufwändigere Gewandungen geeignet sein. Das lohnt aber nur, wenn man tatsächlich ein ganz bestimmtes Motiv haben möchte. Ansonsten dürfte eine gewöhnliche Spitzen- oder Häkelborte eine günstigere und weniger aufwändigere Alternative sein.

Stickerei

Viele halten Stickereien für die attraktivste Form der Verzierung. Stickereien sind dabei besonders gut für kleine und mehrfarbige Strukturen geeignet.

Handstickerei

Für's Handsticken braucht man Geduld. Man kann das allerdings gut beim Fernsehen/Musikhören erledigen, wenn man sowieso nur dasitzt und nichts macht. Der Film wird dabei allerdings oft zum Hörspiel ...

Beispiel Ketten- / Schlingstich:

http://www.larpwiki.de/uploads/Gewandung 004.jpg

Neben der klassischen Stickarbeit mit Stickgarn gibt es noch eine Technik, die ab dem 17. Jhd. verwendet und im 19. Jhd sehr beliebt wurde: Seidenbandstickerei. Die Anleitungen im Internet sind leider alle auf Englisch und die Ansichtsexemplare meist ziemlich kitschig (Herzen mit Rosenmotiven), aber viele Knoten und Stiche sind dieselben und es geht schneller voran, weil das Band mehr Fläche füllt.

Maschinenstickerei

Für Maschinenstickerei gibt es im Grunde zwei Optionen - selbermachen oder machen lassen. Inzwischen bieten mehrere Quellen das Besticken für LARPer an. Für kleinere Mengen sind auch die Preise, welche irgendwo zwischen 8,- und 12,- € für kleinere Applikationen liegen, akzeptabel.

Um allerdings selbst mit einer Maschine sticken zu können, benötigt man entweder eine Stickmaschine oder eine Nähmaschine mit Stickfunktion. Leider können solche Maschinen, besonders neu, sehr sehr teuer werden.
Nähere Informationen zu Stickmaschinenkauf und -benutzung siehe StickMaschine.

Und: Man sollte wissen, dass Maschinensticken nicht bedeutet, dass man den Stoff unter die Maschine schiebt, sie einschaltet, dass man dann weggeht, eine Stunde später wiederkommt und das Ganze fertig ist. Man muss dabei sitzen, aufpassen, dass die Maschine keinen Fehler macht, die Fäden wechseln/neu einfädeln, wenn sie gerissen sind oder eine neue Farbe dran ist ... und es dauert wohl ziemlich lange.

Freihändiges Maschinensticken

Eine Möglichkeit zwischen der Maschinenstickerei und dem Sticken von Hand bietet das freihändige Maschinensticken. Dies kann man mit den meisten handelsüblichen Nähmaschinen durchführen. Am einfachsten geht es, wenn man eine Maschine hat, bei der man den Nähfuß mit verringertem Andruck auf den Stoff absenken kann, ansonsten ist die Stoffdurchführung auszuschalten (das geht bei fast allen Maschinen).

Das freihändige Maschinensticken ist vor allem zum Aufbringen von einfachen Ornamenten, wie z.B. Ranken oder anderen "elfischen" Verzierungen, aber auch für das Verzieren von Säumen oder Nähten gut geeignet. Mit ein bisschen Übung geht es schnell und einfach.

Als erstes wird das zu stickende Muster z.B. mit Schneiderkreide auf den Stoff gezeichnet. An der Maschine stellt man einen Zickzackstick in der gewünschten Breite ein. Dann wird der Stoff langsam unter dem Nähfuß durchgeführt, so daß der Zickzackstick eine dichte, gleichmäßige Spur ergibt. Damit kann man schnell und einfach ansprechende Ornamente zaubern.

Diese Technik ist auch als Freihand-Quilten bekannt. Viele größere Hersteller bieten dafür mittlerweile spezielle Nähfüßchen an die den Stoff in alle Richtungen problemlos durchlassen. Das Gewand von Gandalf dem Weißen aus dem HdR ist mit dieser Technik reichlichst verziert.

Beispiel: http://www.larpwiki.de/uploads/m_stick.jpg

Kordel-, Soutache- Gold- und Perlenstickerei

Diesen Techniken ist gemein, dass dabei nicht mit dem die Stickerei bildenden Material durch den Stoff durchgestochen wird, sondern die Stickerei durch etwas gebildet wird, was auf dem Stoff liegt und das (wie Borte) festgenäht wird.

Bei Kordelstickerei werden aus dünnen Kordeln Muster gelegt, wie hier, die dann mit Steppstichen durch die Kordeln oder mit Stichen über die Kordel hinweg festgenäht werden.

Soutache besteht aus zwei mit Baumwolle oder Polyester umsponnenen Schnüren sind, die sich durch Anziehen der Fäden gut in Rundungen legen lässt. Sie kann mit einem Spezialnähfuß mit der Maschine (in der Mittelrille) festgenäht werden. Das bekannteste Beispiel für Soutacheverzierungen sind wahrscheinlich die Robe und der Gürtel, die Elrond in der Ratszene im ersten Teil der HdR-Triologie trägt.

Goldstickerei, Verzierarbeit, bei der z.b. goldene Bänder, Goldperlen, Pailletten, Bouillon (spiralförmige dünne Metallbänder)auf die Kleidung aufgenäht werden, wird heute vor allem noch für Trachtenhauben und auf indischen Saris verwendet.

Perlenstickerei bedeutet, Muster entweder aus Perlenschnüren zu legen (wie hier oder Flächen mit Perlen auszufüllen. Einzelne Beispiele sind bereits aus der Römerzeit bekannt.

Druck

Batik

Tintenstrahldrucker

Ein schnelle und einfache und auch noch relativ preisgünstige Möglichkeit ist das Bedrucken mit einem Tintenstrahldrucker. Dazu wird ein spezielles Papier mit dem Drucker farbig bedruckt, dann das Motiv ausgeschnitten und anschließend aufgebügelt. Das Spezialpapier, manchmal auch als Bügelfolie bezeichnet, kostet ca. 8 bis 10 € für 10 Blatt und ist in fast jedem Computergeschäft erhältlich.

Derartig bedruckte Stoffe sind bis ca. 40° waschbar.

Der Vorteil dieser Methode ist, dass man auch sehr komplexe, mehrfarbige Muster drucken kann. Leider werden die Farben damit aber eher blass und matt. Die Größe der Motive ist natürlich ebenfalls begrenzt. Dennoch bietet diese Option viele Möglichkeiten, schnell, einfach und relativ preiswert gute Ergebnisse zu erzielen. Wobei man das "preiswert" mit Einschränkungen sehen sollte: große gefüllte Flächen verbrauchen natürlich auch entsprechend viel teure Tinte.

Als Anmerkung noch: Es gibt davon noch eine Variante, die das Aufbringen von temporären Tattoos von selbstgedruckten Mustern erlaubt. Die perfekte Verzierung für jeden Charakter für einen Con.

Sieb- und Offsetdruck

Flock

Bei Flock handelt es sich um eine aufbügelbare Abziehfolie, mit der man einen samtartigen Flor auf Stoff aufbringen kann (man muss hier klar zwischen Flock und Flex unterscheiden - Flex gibt eine eher gummiartige Oberfläche). Insgesamt gibt es bei den Qualitäten erhebliche Unterschiede. Meine Empfehlung, nach zahlreichen Experimenten in dieser Richtung, ist der preiswerte Siser Stripflock von http://www.plotterspezialist.de/download/CGM_08_Preisliste_Flex-und-Flock.pdf

Die Billigfolien von eBay sollte man dagegen vermeiden. Man sollte auch beachten, dass man Flockfolie üblicherweise maximal mit einer Breite von 50 cm bekommt.

Flock kann, wenn halbwegs fachmännisch aufgebracht, bis 60° gewaschen werden.

Flock ist gut geeignet besonders für kleine und große bis sehr große einfarbige Strukturen, oder einfache Strukturen mit vergleichsweise wenig Farben, z.B. wenn die verschiedenfarbigen Flächen eindeutig getrennt sind. Auch Texte kann man damit ausgezeichnet "zu Stoff" bringen.

Für viele Anwendungen in LARP und Fantasy ist Flockfolie gut bis sehr gut geeignet, für alles historische bzw. Reenactment dagegen natürlich überhaupt nicht.

Man sollte auch nicht vergessen, dass es neben Flock auch andere Folien gibt - z.B. Magnetfolie, die sich eignet, um Ornamente für Rüstungen anzufertigen, die nach Belieben aufgebracht und abgenommen werden können - interessant für NSC-Rüstungen von Orgas. Folie für Schablonen oder dicke "Sandstrahlfolie", um "auftragende" Ornamente zuschneiden und (evtl. bemalt) auftragen.

Maschinengeschnitten

Mit maschinengeschnittenem Flock lassen sich sowohl sehr filigrane als auch sehr großflächige Strukturen (z.B. für Banner) erzeugen. Die Flockfolie selbst ist mit ca. 10 bis 20 € pro Meter zwar recht preiswert, allerdings sind die Anschaffungskosten für einen Schneidplotter nicht unbeachtlich - semiprofesionelle Geräte können ab 1.400 € und mehr kosten. Selbst kleine "Haushaltsgeräte" mit eingeschränkter Schnittbreite wie die "kleinen" von Roland können neu schon ziemlich teuer werden.

Deshalb ist es auch z.T. recht teuer, im gut ausgestatten Copyshop sowas machen zu lassen (ca. 7 € bis 11 € für eine 10 x 20 cm großes Stück). Alternativ bietet sich - bei größeren Bedarf - die Anschaffung eines gebrauchten Schneideplotters an - der Wertverlust hält sich dann, bei vorausschauendem Kauf eines Markengerätes, in Grenzen. Hier sind ein paar Euro mehr gleich gut angelegt. Auch hier ein Beispiel: wenn eine größere Orga einen Schneideplotter für 1000 € anschafft, diesen nach Gebrauch wieder für 800 € verkauft und damit 100 Stücke schneidet, hat das einzelne Stück nur 2 € gekostet. Der Materialverbrauch bei 10 x 20 cm wären bei 100 Stück etwa 0,70 € pro Stück. Also immer noch deutlich günstiger als das beflocken "Lassen" im Copyshop. (Anmerkung: Hobby-Schneideplotter für den Privatgebrauch gibt es auch schon für unter 200 Euro, bspw. den Silhouette Portrait für ca 160€. Lohnt sich natürlich trotzdem nur, wenn man den Plotter öfter braucht als für eine einzige Gewandung, ist aber sehr vielfältig einsetzbar, bsw. auch bei Papier- und anderen Bastelarbeiten)

Im Gegensatz zu Stickmaschinen ist der Gebrauch von Schneidplottern recht einfach - bei Markengeräten wird entsprechende Software mitgeliefert, ansonsten kommt man auch mit Corel Draw weiter. Als Digitalisierungsprogramm habe ich die besten Erfahrungen mit Algolab PtVector gemacht (nicht mit dem Algolab R2V Toolkit zu verwechseln - mit dem kommt bei mir nur Müll raus).

Man kann natürlich, neben Flockfolie, auch andere Folientypen plotten bzw. schneiden, z.B. Schablonen (für Bemalung von Stoff, Rüstungen und anderem), sowie die klasssische Klebefolie.

Beim Maschinenschneiden wird nicht durch die Plastikfolie (das "Backing") geschnitten, sondern nur durch den Klebstoff (den "Träger") und den Flor - und zwar spiegelverkehrt. Danach wird der Flor der nicht zu sehen sein soll aus dem Muster entfernt (das nennt sich "entgittern") - ein im Grunde einfacher, stecknadelunterstützter Vorgang, der allerdings bei sehr filigranen Mustern und feinem Text etwas fieselig werden kann. Zuletzt wird das Stück auf den zu beflockenden Stoff gelegt, mit der Plastikfolie nach oben. Dann wird das bei großer Hitze und möglichst hohem Druck (ca. 8-2 Sekunden) durch die Folie aufgebügelt. Nach dem Erkalten zieht man dann die Folie ab.

Handgeschnitten

Man kannn Flockfolie natürlich auch von Hand ausschneiden und aufbügeln, dann wird es relativ preisgünstig. Eine recht gute Lösung wenn man besonders grobe Strukturen und/oder große Flächen hat, wie z.B. Banner. Da man von Hand am einfachsten die Folie ganz zerschneidet ist es allerdings etwas schwieriger, filigrane Muster zu gewinnen, als mit der Maschine.

Dabei sollte es - mit einem scharfen Messer, z.B. einem Teppichmesser und etwas Übung - auch gelingen, durch den Träger zu schneiden, ohne das Backing zu durchtrennen.

Also, nochmal zum Mitschreiben: Das durchsichtige Plastikzeugs wird am besten NICHT durchschnitten, und ist die Ober- bzw. Außenseite (Backing). Das undurchsichtige Plastikzeugs ist der Kleber, wird durchschnitten, und bildet die Unter- bzw. Innenseite (Träger). Seitenverkehrt schneiden. Das farbige Zeug dazwischen ist der eigentliche Flock. Den überflüssigen Flock von der durchsichtigen Folie lösen. Gebügelt wird dann mit dem undurchsichtigen Plastikzeugs nach unten auf der durchsichtigen Folie, die danach abgezogen wird.

Flock mag Vor- und Nachteile haben, aber es sieht immer noch 100 x besser aus als schlecht aufgenähter (oder aufgeklebter) Stoff, oder gar Plastikfolie (alles schon dagewesen).

Ziernähte

Eine sehr schöne Option, die von vielen besseren Nähmaschinen geboten wird, sind vielfältige Zierstiche, die in ihrer Komplexität oft durchaus an Maschinenstickereien heranreichen können.

Beispiel:<<BR>> http://www.larpwiki.de/uploads/zierstich.jpg

Um zu beurteilen, wieviel so ein Zierstich einer Gewandung geben kann, sollte man es einfach mal versuchen - Nähgeschäfte führen gerne ihre Maschinen vor. Allerdings kann man auch mit wenigen Nutzstichen wunderschöne Bordüren herstellen, indem man sie nebeneinander setzt, vielleicht noch in verschiedenen Farben. Das dauert eine Weile, allerdings sollte man wissen, dass auch die meisten Zierstiche nur sehr, sehr langsam genäht werden können - die Maschine muss schließlich um eine Stelle herum sehr viele Stiche setzen statt einen einzigen wie beim Geradstich.

Wenn man mehrere Gewandungen fertig hat bis auf schöne Zierstiche, kann man sich auch wieder der Top-End Maschinen von Quelle bedienen: dann hat es nur das Rückporto gekostet. Die zwei High-End Maschinen sind, wie gesagt, Top-Maschinen von Janome und können 1000 Sachen, darunter auch viele interessante stickähnliche Zierstiche. Diese Art von Maschinen kann nebenbei natürlich auch automatische Knopflöcher und andere nützliche Dinge um eine Gewandung fertigzustellen.

Bemalung

Schablonieren

Das Motiv auf einen festeren Zeichenkarton aufbringen. Diesen mit einer Mischung aus 50% Leinöl und 50% Terpentin tränken (Arbeitsplatz muß gut gelüftet sein und Feuer ist zu vermeiden). Die Pappe sehr gut auslüften lassen, dann ist sie imprägniert. Jetzt das Motiv ausschneiden. Mit einem Schwamm oder einer Schablonierbürste kann nun z.B. Textilfarbe aufgebracht werden. Die Farbe sollte nicht zu dünnflüssig sein und man sollte nicht zuviel Farbe verwenden, da sonst die Farbe unter die Schablone laufen kann.

Vgl. "Celtic Cut&Use Stencils", 0-486-27238-9

Aufbügelmuster

Für verschiedene Themenbereiche gibt es Aufbügelmuster. Dabei handelt es sich um schwarze/weiße Umrisszeichnungen, diee sich auf fast jeden Stoff aufbügeln lassen. Eigentlich als Vorlage für Stickereien gedacht, kann man sie natürlich auch genau so einfach mit geeigneten Farben ausmalen. Von dieser Art von Vorlagen gibt es besonders bei amerikanischen Verlagen eine reichhaltige Auswahl. Einfach mal bei Amazon.com eine Suche nach "Iron-On Transfer Patterns" starten.

Vgl. "Medieval Designs Iron-On Transfer Patterns", 0-486-29612-1

Applikationen (Aufnäher)

Unter "Applikationen" versteht man (manchmal bestickte) Aufnäher, die sich aufbügeln oder aufnähen lassen. Die meisten erhältlichen sind allerdings quietschbunt und modern; etwa die Ornamente für Bauchtanzkostüme sind aber recht brauchbar.

Applikationen kann man auch selbst machen: Dazu wird das Muster, bzw. die Struktur aus z.B. Stoff ausgeschnitten und anschließend aufgenäht. Wenn der Stoff nicht von sich aus sehr fest ist, sollte vorher Vlieseline (bekommt man im Stoffladen - aufpassen, dass es eine zum Aufbügeln ist!) aufgebügelt werden. Dadurch kann man aus jedem noch so labberigen Stoff Applikationen herstellen.
Eine ausführliche Anleitung für Aufnäher (Applikationen) steht in jeder Nähmaschinenanleitung, meist noch mit Bildern: Motiv aufmalen, mit schmalem Zickzackstich mit sehr kurzer Stichlänge umsticken (siehe den Abschnitt Freihändiges Maschinensticken), danach erst ausschneiden. Jetzt mit etwas längerer Stichlänge und etwas breiterem Zickzackstich aufnähen.
Das Umsticken vorm Ausschneiden kann man auch weglassen; es ist aber oft einfacher, die Umstickung mit engem Zickzack auf dem kleinen Aufnäher-Stoffstück durchzuführen als gleichzeitig mit dem Aufnähen auf dem großen, unhandlichen Kleidungsstück.

Manchmal, wenn es größere Flächen sind, die sich sonst bauschen würden, hilft Sprühkleber; auch kleine Aufnäher kann man vorm Festnähen gut festkleben (ein handelsüblicher Klebestift geht prima), dann verrutschen sie nicht. Insgesamt kann in solchen Fällen "Kleben" die einfachere Lösung vor Nähen sein - besonders bei filigranen oder komplexen Mustern, Nähen sieht dafür ordentlicher aus und hält besser. Verwendet man fransenden Stoff, sollte die Applikation vorm Aufkleben trotzdem mit umstickt werden.

Sonstiges

Zierknöpfe

Man kann nicht oft genug betonen, wie einfach sich mit Zierknöpfen - die noch nicht einmal eine Funktion haben müssen - selbst einfachste Gewandungen in Minutenschnelle individualisieren lassen. Jeder, der darüber nachdenkt, seine Gewandung selbst zu machen oder auch nur eine vorhandene Gewandung zu optimieren, sollte zumindest einmal in einem gutsortierten Knopfladen vorbeischauen, um sich inspirieren zu lassen (oder das große Angebot im Online-Shop anschauen; zu empfehlen ist das Knopfparadies)

Perlen-, Glassteine und andere Zierelemente

Auch hier lässt sich mit viel Fantasie viel erreichen: Mit Perlen (am besten sehen natürlich echte aus, aber Wachs- Holz- oder Glasperlen sind auch gut) lassen sich Motive legen, Glassteine (in Fassungen) kann man auf Borten als "Hingucker" legen. Knochen- oder Holzschnitzarbeiten lassen sich genauso aufnähen wie alte Broschen oder Kettenanhänger. Man muss nur mal seinen alten, unbrauchbaren Schmuck durchgehen, um fündig zu werden. Auch immer schön sehen Quasten, Troddeln, Nestelspitzen an Bändern und Glocken (wenn's zeitlich und vom Charakter her passt).

Spitze, Rüschen, Smokarbeit, Biesen und Hohlsaum

Spitze, vor allem maschinell hergestellte, passt natürlich nicht zu jeder Kleidung, da die Herstellung von Spitze erst ab dem 15. Jhd. nachzuweisen ist und fast alles, was sich heute in Stoffläden findet, zu modern ist. Für GasLightLarp natürlich ein Muss.

Rüschen, Smokarbeit, und Biesen haben gemeinsam, dass der Stoff des Kostüms dabei dekorativ zusammengenommen wird, bei Rüschen in Falten, beim Smok in Wulstmuster (Bienenwaben, z.B. zu sehen am Oberarm von Aragorns Hemd) und Biesen sind sehr schmale Fältchen auf der Außenseite des Stoffes.Alle letzteren Techniken erfordern allerdings einen Blick in Nähbücher oder ein wenig Internetrecherche.

Ein Hohlsaum gelingt am besten bei Stoffen in Leinwandbindung. Dabei werden die Querfäden herausgezogen und die verbleibenden Längsfäden zusammengenäht. Eine Anleitung als .pdf gibt es hier

Metallelemente zum Annähen

Aufgenähte Metallelemente sehen - gerade in großer Menge und Vielfalt - sehr effektvoll aus. Sie sind z.B. auf 1A-Kurzwaren.de billig erhältlich. Die Möglichkeiten sind vielfältig: Man kann die Elemente rings um Säume nähen wie eine Borte, ringförmig um den Oberarm wie einen Oberarmreif, Muster damit formen (wie Perlen auf Damenkleidung - übrigens sind Perlen auch eine günstige Verzierung, z.B. bogenförmig in runden Zaddeln angebracht), je ein größeres Element in die Mitte einer Zaddel setzen, "kettenanhängerförmige" Elemente in einer Naht annähen (etwa federförmige Anhänger in der Schulternaht, sodass auf der Schulter die Metallfedern auf den Arm herabhängen wie Fransen), einen Riegel damit besetzen ... der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Wer Anregungen braucht, kann sich hier die Detailfotos des zweiten Beispiels ansehen.

Samt prägen

Siehe diese Anleitung.

Leder punzieren

Siehe diese Anleitung (englisch).

Nieten setzen

Siehe diese Anleitung (englisch).

Rüstungen

Die meisten der bis jetzt genannten Optionen taugen hauptsächlich für Gewandungen, Banner, Wimpel, o.ä. Daneben gibt es aber auch noch die Gruppe derjenigen, für die schon die Rüstung eine Gewandung darstellt. Dabei sollte man dann natürlich auch dieselben Masstäbe ansetzen. D.h. eine Rüstung ist vor allem dann gut wenn sie den Träger kennzeichnet und individualisiert (und zwar nicht durch ihre schlechte Optik).

Bemalen

Viele Besitzer einer doch eher teuren Plattenrüstung haben erstmal - berechtigte - Bedenken, ihre Rüstung zu bemalen. Und in der Tat sollte man, um gute Ergebnisse zu erzielen, schon über etwas Übung oder Erfahrung verfügen. Dann lassen sich allerdings wunderbare Effekte erzielen. Nicht nur, dass bemalte Rüstungen durchaus historisch belegt sind (ich hoff jetzt mal, das ist auch wahr), sondern auch und gerade im Fantasy-Bereich lässt sich so aus der primitivsten Regenrinne ein individuelles und einmaliges Original zaubern.

Ein wunderbares Beispiel für fantasy-orientierte bemalte Rüstungen bietet die Gruppe der Maschinistengilde - schwarz/rot bemalte Rüstungen im Warhammer-Stil mit Schriftzeichen, Gebete und Zauber darstellend, übersät.

Eine andere Variante, die man inzwischen ebenfalls häufiger sieht, sind kleine, am Oberarm oder der Seite der Oberschenkel getragene prachtvoll bemalte Metallschilde.

Ornamente

Oft fragt man sich: Wie kriege ich die tollen erhabenen Ornamente auf meine Rüstung, wie z.B. von Boromir, oder auch auf der großen Chaosrüstung von Hammerkunst? Komplexe Muster treiben können wohl die wenigsten. Ausgeschnittenes Kupfer- oder Messingblech auf eine gewölbte Rüstung wirklich passgenau aufzunieten ist auch nicht jedermanns Sache. Was also kann man tun?

Die Antwort ist: Leder. Man schneide das Ornament aus Leder aus, und klebe dieses direkt auf die (vorher gut gereinigte) Rüstung. Dies eignet sich besonders bei großen Flächen, aber auch für kleinere Ornamente, wie z.B. auf Arm- oder beinschienen.

Beispiel: http://www.larpwiki.de/uploads/3130_2.jpg

Im obigen Beispiel wurde das Wappen des Trägers aus schwarzem Leder ausgeschnitten und mit Pattex auf die Armschienen aufgeklebt. Im Fall der Chaosrüstung von Hammerkunst wurde z.B. das Ornament in gelb auf schwarzem Grund aufgebracht.

Eine sehr schöne Variante ist es, das Muster negativ aufzukleben. Also das Muster aus dem Leder rauszuschneiden - sieht sehr klasse aus. Ich muss das dringend mal fotografieren. --TilmannHolst, 18.3.2004

Kombination

Einen etwas anderen Effekt erzielt man, wenn man das Leder selbst als "Metall" bemalt, hierdurch erzielt man einen Effekt ähnlich den Ornamenten auf Boromirs Plattenkürass. Um ein homogenes Bild abzugeben, muss allerdings auch die Rüstung selbst im gleichen Farbton bemalt werden. Damit lassen sich dann allerdings erstaunliche Effekte erzielen, getriebenen Ornamenten nicht unähnlich. Vgl. http://www.alleycatscratch.com/lotr/Human/Gondor/Armor.htm

Das erfordert allerdings etwas Übung beim Bemalen - hier ist, wer airbrushen kann, klar im Vorteil.


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