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LarpWiki: KrankheitsPlots

KrankheitsPlots

Krankheits- und Giftplots sind bei Orgas beliebt, um eine Bedrohungssituation aufzubauen („Ihr müsst hierbleiben und ein Gegenmittel finden, sonst sterben eure Kumpel. Und transportfähig sind die auch nicht“) und die Alchemisten und Heiler zu beschäftigen.

Viele Orgas machen allerdings den Fehler, bei diesen Plots nur an die Beschäftigung der Alchemisten und Kumpel zu denken, und nicht daran, ob die Spieler der vergifteten oder kranken Charaktere auch noch Spaß am Spiel haben. Meist beschränkt sich deren Spiel stundenlang auf husten, kotzen, Schwächeanfälle und im schlimmsten Fall: bewusstlos rumliegen.

[Im Folgenden ist der Lesbarkeit halber mit dem Begriff „krank/Krankheit“ immer auch „vergiftet/Gift“ gemeint]

Liebe Orgas, vergesst den Spaß der „Opfer“ nicht. Es gibt viele Möglichkeiten, denen was zu bieten, entweder durch „Beschäftigen“ (die Kranken bekommen spezielle Show geboten oder können/müssen aktiv etwas gegen die Krankheit tun) oder durch „wichtig machen für den Plot“ (bestimmte Dinge können nur von Kranken gelöst werden).

Zum „Beschäftigen“ könnten Kranke z.B. Visionen haben, die Kranken könnten auch in einem Dungeon aufwachen oder einer Art Traumebene. Harald Portiér hatte die gute Idee, Kranke Aufgaben lösen zu lassen, um den Kampf des Körpers gegen die Krankheit darzustellen, das könnten z.B. Aufgaben in einem Dungeon sein, Rätselaufgaben, auch Kämpfe (gegen „Krankheitsmonster“?). In diesen Fällen bietet es sich an, zumindest einige Personenattrappen vorrätig zu haben, damit die Heiler und Alchemisten weiter mit den bewusstlosen Körpern spielen können.
Natürlich könnten die Kranken auch in ihrer körperlichen Form eingebunden werden, etwas gegen die Krankheit zu unternehmen, da müsste man als Orga unbedingt drauf achten, etwas zu finden, was den „geschwächten Kranken“ nicht von allzu wohl meinenden Mitspielern „abgenommen“ wird und auch unterhaltsam ist.

Zum „Plotwichtig machen“ bietet sich einerseits die Informationsbeschaffung an, das könnte ebenfalls durch Visionen geschehen, oder vielleicht sieht oder hört der Kranke plötzlich Dinge, die andere nicht sehen. Er sieht und hört Geister. Er kann die Dryaden verstehen, die für andere nur wirre Krächzlaute machen. Er sieht Aufschriften auf den Wänden oder Gegenständen, die für andere unsichtbar sind. Das kann man gut erklären und mit „Krankheitssymptomen“ kombinieren: Die Krankheit macht lichtempfindlich, also sieht man mehr Dinge, die Krankheit macht geräuschempfindlich, also hört man mehr Dinge. Das Denken verändert sich, so kann der Kranke plötzlich die Dryadensprache, verlernt aber das Lesen. Solche Symptome sind zudem angenehmer auszuspielen als die übliche Schwäche oder Übelkeit!

Bei allem gilt: Haltet die Spieler nicht dauerhaft von dem ab, wofür sie aufs Con gekommen sind, und zwingt niemanden alternativlos zu etwas. Einem Kriegerspieler, der sich monatelang auf das kampflastige Con gefreut hat, wird es einfach nur den Con verderben, wenn er 10 Stunden keine Waffe halten kann, egal, ob er als Ausgleich Rätsel lösen kann und für die Zeit plötzlich magisch begabt ist - wenn der Charakter bewusstlos wird und der Spieler auf einer Traumebene kämpfen darf, kann der Spieler aber Spaß haben. Wenn eine Krankheit mit einem Schachspiel gegen einen überdimensionalen Virus zu besiegen sein soll, bietet eine Alternative an (meine Schwester, die Schach hasst, hat mal ein Schachspiel einfach ausgesessen und damit den Gegner, den „Tod“, buchstäblich zu Tode gelangweilt). Oder lasst die Kranken Aufgaben gemeinsam oder abwechselnd lösen, so kann sich jeder Aufgaben suchen, die er mag.
Frustrierte Spieler sorgen nur für schlechte Stimmung und schlechte Con-Rezensionen ;)

Hana, 04.06.10


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