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LarpWiki: Religionen/Die selige Lisbeth

Die selige Lisbeth

Und es begab sich zu der Zeit als die Welt noch jung war, das es bei einem Orte namens Lyps zu einer Schlacht kam die die Welt erschüttern liess. Die Schlacht wogte drei Tage und drei Nächte und als es zum dritten mal dämmerte lagen all die tapferen dahingestreckt auf dem blutgen Acker, was nun geschah lasset mich berichten. Schwester Lisbeth aus dem Orden der frommen Schwester zu den zwei Hügeln begab sich mit ihren Schwestern zum Ort des Schlachtens und als sie die dahingestreckte Pracht des Landes sah, weinte sie bitterlich. Doch ihr tapferes Herz ertrug das Grauen und sie liess Milde walten, verband Freund und Feind, stillte die blutenden Wunden und bewahrte unzählige davor hinüber zu scheiden. Wie nun aber die Verbände zur neige gingen, zeriss sie ihr Gewand und verband weiter die schuldigen Seelen. Als das Werk getan, trug sie nicht weiter als ihr Büßerhemd am Leibe, doch sie fror nicht. Doch kaum das grause Gestöhn verklang, den Schwestern wards heimlich im Herze bang, der Wind kam auf und bracht Schnee ins Land, Winter kam und Sonne schwand. Und so rettete die seelge Lisbeth hunderte Seelen und brachte sie in die Geborgenheit der Klostermauern. Doch Lisbeth hörte im Tosen des Sturmes eine einsame Stimme und sie stolperte ihr nach durch die Kälte des Winters mit nicht weiter als einem Büßerhemd an ihrem klammen Leib. Und kaum als Lisbeth zur Stimme kam, fand sie dort einen armen Pilger, Schutz suchend vor den Elementen. Da griff Lisbeth sich ein Herz und bedeckte den Pilger mit ihres Körpers Wonne. Am Morgen danach fand man den Pilger, kalt aber lebend unter dem Leibe der Lisbeth, beinhart vor Frost.

Die Lisbeth ist an keinen Gott gebunden, die Lisbethgläubigen (Lisbethaner genannt) glauben das sie durch ihre Tat zu etwas "höherem" (nicht Gott, nicht "heilig" irgendwas undefinierbares) wurde. Natürlich gibt es viele "hochgeistliche" Diskussionen darüber was die Lisbeth nun im Büßergewand mit dem Pilger tat, fest steht aber zumindestens das sie die Patronin der Verwundeten, Heiler, Krieger/Soldaten, Ehebrecher und Sünder ist.

Das Symbol der Lisbeth ist eine brennende Kerze. Das Licht soll für alle da sein die allein in der Dunkelheit sind, denen kalt ist, die nach einer geschlagenen Schlacht verwundet am Boden liegen aber noch Kraft brauchen damit sie ihre Liebsten wieder in die Arme nehmen können. Jeder sieht im Licht etwas anderes... nimm das was für dich das richtige ist.

Ich sah in aller Herren Länder, Menschen und Wesen, aller erdenklichen Götter zur seligen Lisbeth beten, sie alle erhoben ihre Stimme um sie zu preisen und sie lobpreisten sie in allen Zungen dieser Welt.

Glaubenspunkte

  • Die Gläubigen nennen sich LISBETHANER.
  • Nach jedem Gebet wird häufig SIA BENEDETTA gerufen.
  • Um den Glauben auch symbolisch weiter zu geben, ZERREIST man nach einer gemeinsamen Andacht ein Stück LEINENSTOFF und GIBT es an andere Gläubige oder nahestehende WEITER. So wird an die Taten der Lisbeth gedacht und ihr Gedanke weiter gegeben.
  • Eine KERZE sollte immer BRENNEN. Sie bringt nicht nur Licht und Wärme sondern ist auch das Zeichen der Lisbeth.
  • Die Farben der Lisbeth sind BLAU - WEIß - ROT.
  • Häufig gesungenes Lied "Lisbeth o selige Lisbeth, deine Liebe ist überall - o selige Lisbeth".

Die Geschichte

Die Welt war jung, lang ist`s vorbei
Bei Lyps sich trafen der Heere zwei
Die Schlacht war schwer, die Wunden tief
Ein jeder seinen Schlachtruf rief.

Drei der Nächt` und drei der Tage
Wogte der Kampf, hört was ich euch sage.
Gar überall man Leichen sah
Erzählen will ich, was dann geschah.

Ein Kloster nah beim Schlachtfeld stand
"Zu den zwei Hügeln" ward es genannt
Und unter den Schwestern es eine gab,
die Lisbeth, schritt zum Feld hinab.

Mit ihren Schwestern trachtete sie
Die Männer zu retten, die geschlachtet wie Vieh.
Trotz des Grauens auf blut´ger Erd
Schritt sie tapfer an ihr Werk.

So verband sie Freund und Feind
Doch in ihrer Brust ihr Herze weint
Gar grausam war was man dort sah,
war Mensch dem Menschen angetan.

Und als schließlich ist passiert,
dass kein Verband im Beutel blieb,
die Lisbeth ihr Gewand zerfetzt
zu retten jeden, der da war verletzt.

Doch kaum das grause Gestöhn verklang
Den Schwestern wars heimlich im Herzen lang.
Wind kam auf, bracht Schnee ins Land,
Winter kam und Sonne schwand.

Doch rettet die Lisbeth Stund um Stund
Auf ihren Knien, die rot und Wund
Die Männer gar vor grausem Tod
Ihr Bußgewand vom Blut so rot.

In Klostermauern Geborgenheit
Ein jeder sollte finden bei der Zeit
Geschenkt sei ihm sein kleines Leben
Kann es denn was schönres geben?

Und letztem Weg ins Klosterhaus
Im Sturm sie hört etwas heraus
Die Stimme eines Mannes gar
Der wohl schlimm verirrt war.

So ging die Lisbeth durch den Wald
Doch ihr wards Leib nicht kalt
Ihr Büßergewand und ihre Taten
Ihr die nötige Wärme gaben.

Einsam, verirrt am Wegesrand
Sie kauernd einen Pilger fand.
Der sich vor Kält` zu schützen sucht
Sein Hemd war nur von dünnem Tuch.

So Lisbeth senkte sich herab
Zu teil`n die Wärme die sie gab

Autoren: Daffl - Andrej Feallon

OT Hintergrund

Die selige Lisbeth entwickelte sich auf einer Con 2011, aus einer allseitsbekannten Dursstrecke wo nichts passiert. Alles fing damit an das ich mir einen Pin für meinen Hut modellierte und dieser einigen anderen Mitspielern so gut gefiel das sie auch einen wollten. Wir überlegten uns einen Namen und so begann alles... Auf dem Drachenfest enstand dann die Geschichte dazu. Wir überlegten uns das es kein richtiger Glaube sein sollte, denn davon gibt es in der Larpwelt schon viel zu viele unbekannte Richtungen. Es sollte eher eine Einstellung sein die mit JEDER anderen, auch den ganz radikalen Religionen, kompatibel ist. Außerdem für alle Rassen, Völker und Glaubensrichtungen.

Es entwickelten sich rasend schnell die unterschiedlichsten Meinungen und Ansichten die aus Interpretationen der Geschichte und der Darstellung des Pins hervor gingen. Das ist aber auch genau das was wir erreichen wollten. Eine Grundlage aus der jeder Larp-Charakter sich sein ganz eigenes Sinnbild einer Schutzheiligen ziehen kann. Ob eher in die züchtige oder die unzüchtige, die absolut reine oder doch leicht verruchte Richtung ist dabei jedem selbst überlassen.

Das was an Infos zur Person gibt, besteht aus "Junge Frau, hatte ein sehr aufregendes Leben (wahlweise Trosshure, norm. Hure, oder Ehebrecherin), ging in das Kloster." Ist bewusst so wage gehalten damit man It schon diskutieren und philosophieren kann, so ist sie schliesslich auch entstanden, als Spontaneinfall.

Aber wenn du weiterspinnst, was jeder gerne machen darf, der Stil der Geschichten ist immer recht bäuerlich bodenständig und aus moderner Sicht recht schnell als Märchen zu entlarven. Den Stil würden wir gerne weiterfahren.


Autoren: Daffl - Schwannis
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