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LarpWiki: RickS./Bastelanleitungen/LarpWaffenUndBleiband

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LARP-Waffen und Bleiband

Vorwort

Das Gewicht und die Ausgewogenheit von vielen handelsüblichen LARP-Waffen sind eher suboptimal.

Das geringe Eigengewicht verleitet zum "Fuchteln", da sich ein 150g leichtes LARP-Schwert natürlich leichter, und anders bewegen lässt, als eine Replik aus Stahl, die ein Vielfaches wiegt.

Dazu kommt, dass der Schwerpunkt bei vielen handelsüblichen Larp-Waffen irgendwo in der Nähe der Klingenmitte liegt. Das erschwert die Kontrolle enorm, die man braucht, um die Waffe vor dem Treffen abbremsen zu können. Ein weiterer, angenehmer Nebeneffekt einer balancierten Waffe ist, dass sie sich "echter" anfühlt und "führiger" ist - also die Bewegungen der Waffe meist intuitiv näher an der Führug einer "echten" Waffe liegen.

Theorie

Bei nahezu allen LARP-Nahkampfwaffen sollte der Schwerpunkt etwa eine Handbreit oberhalb des Pariers, bzw dem Heft liegen:

http://i121.photobucket.com/albums/o223/Kamikazegnom/My stuff/LARP/Schwerpunkt_zps82b11952.jpg

Realhstorisch diente der Knauf als Gegengewicht und war dadurch enorm wichtig für die Führigkeit von Schwertern, Saxen, langen Messern, Bauernwehren, Säbeln, Streitkolben, Rabenschnäbeln, etc.

Im LARP ist es zumeist nicht erlaubt, den Knauf zu modifizieren. Beim Griff selbst wird das aber meist nicht so eng gesehen, da dort ja spätestens die Hand des Kämpfers polstert, bzw. bei Plattenhandschuhen auch ein unmodifizierter Griff unnachgiebig wäre.
Deshalb werden Ausgleichsgewichte, wie z.B. Bleiband meist unterhalb der Griffwicklung versteckt, wo sie kaum zu sehen, kaum zu fühlen und in jedem Fall ungefährlich sind.

Bei Stangenwaffen sollte der Schwerpunkt möglichst genau in der Mitte der Waffe liegen.
Auch bei Hellebarden, Fußstreithämmern, Glefen und Naginata war das der Fall, da sich die Waffen so viel schneller und präziser bewegen ließen (und lassen), als ein unbalancierter Knüppel. Meist wurde dafür ein Gegengewicht am "stumpfen" Ende der Waffe angebracht - entweder in Form eines Metallbeschlages oder einer massiven Stechspitze.
Auch bei diesen Waffentypen sollte das Gegengewicht unter der Griffwicklung liegen, da eine Modifikation der Waffenenden sehr leicht zum Sicherheitsrisiko werden kann.

Benötigt:

  • Bleiband http://i121.photobucket.com/albums/o223/Kamikazegnom/My%20stuff/LARP/DSCN1867_zps7322bba3.jpg (erhältlich im Internet oder im gut sortierten Kurzwaren-Laden)

  • die LARP-Waffe, die man modifizieren will (in meinem Fall ein Polizei-Schlagstock)

  • Leder für die Griffwicklung (das Leder hierfür habe ich einem Sofa an der Sperrmüll-Sammelstelle abgezogen)

  • Schere um das Leder in Form schneiden zu können

  • Schnur für die Griffwicklung

  • Cutter-Messer (je schärfer, desto besser)

  • Häkelnadel

  • Lochzange

  • Klebeband (für mich hat sich Panzertape gut bewährt)

    • http://i121.photobucket.com/albums/o223/Kamikazegnom/My%20stuff/LARP/DSCN1872_zps50cb4fde.jpg

Schritt 1

Zunächst entscheiden wir, wie dick der Griff werden, bzw. bleiben soll. In meinem Fall muss ich etwas Schaumstoff vom Original-Waffengriff entfernen, da mir der Durchmesser sonst zu groß wird. Bleiband trägt schließlich auch ein paar mm auf.
Einige Schwerter haben jedoch im Original sehr dünne Griffe, die je nach Gusto auch so belassen und nur umwickelt werden können.

Vorher:
http://i121.photobucket.com/albums/o223/Kamikazegnom/My%20stuff/LARP/DSCN1869_zpsb96a68f5.jpg

Nachher:
http://i121.photobucket.com/albums/o223/Kamikazegnom/My%20stuff/LARP/DSCN1875_zps853d33cc.jpg

Schritt 2

Als nächstes wickeln wir das Bleiband solange um den Griff, bis der Schwerpunkt der Waffe an der gewünschten Stelle liegt. Für mich hat sich dafür folgendes Prozedere als brauchbar herausgestellt:

  • an die Stelle, wo der Schwerpunkt später sein soll knote ich eine Schnur um die Waffe und forme dabei eine Schlaufe, an der ich die Waffe später hocheben kann. Das wirkt dann wie eine Balkenwaage - der schwerere Teil sinkt nach unten. Wenn der Schwerpunkt am Ziel ist, bleibt die Waffe im Gleichgewicht.

  • Ich wickle das Bleiband so lange um den Griff, bis es geschätzt ungefähr passen könnte.
  • Dann hebe ich die Waffe an der zuvor angebrachten Schlaufe an und prüfe das Ergebnis. (Dafür auch das überschüssige Bleiband mit hochhalten - sonst wird das Ergebnis verfälscht!)
  • Dann wickle ich solange in einzelnen Windungen Bleiband auf den Griff, oder davon ab, bis das Ergebnis möglichst nah am Optimum - also die Waffe im Gleichgewicht ist. (Das kann ein paar Minuten Dauern. Geduld!)
  • Abschließend schneide ich das überschüssige Bleiband ab, verteile die Windungen gleichmäßig auf die Grifflänge und fixiere das Ganze mit etwas Klebeband.

http://i121.photobucket.com/albums/o223/Kamikazegnom/My%20stuff/LARP/DSCN1876_zpsf0eb4a5e.jpg

Schritt 3

Als letztes machen wir den Griff wieder hübsch. Ich verwende dazu Leder von einem alten Sofa und grüne PE-Schnur, weil das für diese Anleitung gut sichtbar und für das geplante Einsatzgebiet der Waffe (Endzeit-Cons) tauglich ist. Für Schwerter oder andere "mittelalterliche" Fantasy-Waffen empfehle ich stattdessen Hanfschnur aus dem Baumarkt oder von der Post (dort als Paketschnur erhältlich) oder stabile Leinen- bzw. Wollgarne. Auch sind andere "Nähtechniken" möglich, um die Waffe noch individueller zu machen.

Ich habe für meinen Endzeit-Gummiknüppel das Leder mit der Lochzange gelocht und die Schnur danach wie Schnürsenkel in Schuhe eingefädelt.
Als Hilfe hierfür eignet sich eine Häkelnadel ganz hervorragend.
Wichtig ist hierbei, dass die die Naht später gut zuziehen könnt, denn zunächst muss die Wicklung über den Knauf der Waffe passen und später dennoch dicht um den Griff sitzen, dass nichts wackelt oder abrutscht! (Auch hier leistet eine Häkelnadel gute Dienste.)

Vorher:
http://i121.photobucket.com/albums/o223/Kamikazegnom/My%20stuff/LARP/DSCN1877_zpsbbe4ad5c.jpg

Nachher:
http://i121.photobucket.com/albums/o223/Kamikazegnom/My%20stuff/LARP/DSCN1878_zps8efc2a9f.jpg

Lasst euch von der etwas schäbigen Optik meiner Arbeit nicht täuschen. Diese Griffwicklungen können enorm kunstvoll gestaltet werden. Die Optik ist bei mir so gewollt, damit es "endzeitlicher" wirkt, als eine kunstvolle, wie neu wirkende Griffwicklung.

Nachtrag: Hier eine etwas schönere Griffwicklung an einem LARP-Schwert:

http://i121.photobucket.com/albums/o223/Kamikazegnom/My%20stuff/LARP/DSCN2003_zps3e27816d.jpghttp://i121.photobucket.com/albums/o223/Kamikazegnom/My%20stuff/LARP/DSCN2007_zpsc9a90680.jpg

Dafür wurde stärkeres Leder (ca. 2,5mm) verschiedene Lederbänder, gewachster Zwirn und Messingdraht verwendet.


> Feedback erwünscht!

Hinterlasst mir gerne einen Erfahrungsbericht und/oder Verbesserungsvorschläge auf der hierzu gehörigen Diskussionsseite.

Hier jedoch bitte ich darum, diese Anleitung nicht selbsttätig zu ändern: BitteNichtStören


RickS. 23.02.2013


Kategorie/Bastelanleitung