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Merilfaèns Elfengewandung: Überwurf

Dieser Überwurf ist im Grunde wie ein Poncho, nur dass der Schnitt hier den Unterschied zum Boutique-Modell macht. Dafür eignen sich schwere Stoffe z.B. Wolle, Loden (Walkwolle), Baumwollsamt, Brokat. Wenn Du Dich für Loden oder auch fest gewebte Wolle entscheidest, kommst Du sogar ohne Nähmaschine davon, es wärmt gut und hält Wasser recht zuverlässig ab.

Du brauchst:

  • 2 Meter Stoff mit einer mindestbreite von 140 cm
  • Eine Schere (wenn möglich recht scharf und nicht zu klein)
  • Ein Maßband oder Zollstock, ein Stück Schnur geht auch
  • Ein Stück Kreide ‐ gibt’s in jeder Schule ;‐), oder Filzstift, oder weicher Bleistift
  • Ein paar Stecknadeln (geht aber auch ohne)
  • 30 Minuten Zeit (mit überlegen)

Und so geht’s:

../Überwurf01.jpg

Du nimmst die 2 Meter Soff und faltest sie einmal komplett auseinander. Das Ganze ähnelt dem Falten eines Papierschiffchens, denn jetzt legst Du den Stoff nicht wieder entlang der schönen vorgefertigten Faltkante (dem Stoffbruch) aufeinander, sondern genau rechtwinklig zu diesem. Der Stoffbruch verläuft jetzt als unschöner Bergrücken genau durch die Mitte Deines Stoffes. Falten glätten!

../Überwurf02.jpg

Herauskommen sollte ein Rechteck mit den Maßen 140x100 cm. Der Stoff liegt jetzt doppelt. Dann nimmst Du den Zollstock/das Maßband und misst einmal grob Deine Flügelspannweite (Arme ausgebreitet) vom einen Ellenbogengelenk zum anderen. Da sollte ein Maß von 80‐100 cm bei herumkommen.

Benutzt Du die Schnur, dann ziehst Du sie ebenfalls von Ellenbogen zu Ellenbogen und kürzt Du sie auf die entsprechende Länge.

Den Zollstock/das Maßband/die Schnur legst Du dann an die Faltkante des Stoffes (dort wo die geschlossene Stoffseite ist, denn dort ist oben!). Von der Stoffkante bis zum Maß bzw. Ende der Schnur wird die gesamte Breite des Überwurfes. Dort setzt Du eine Markierung (je nach Stofffarbe geht das mit Edding, Kreide, Bleistift oder einer Stecknadel – Hauptsache Du machst irgendeine Markierung).

Dann nimmst Du das halbe Maß bzw. die halbe Schnur und machst dort ebenfalls eine Markierung auf dem Stoff. An dieser Stelle ist die Mitte des Überwurfes und die Mitte des Halsausschnittes. Diese Markierung machst Du auch noch mal an der offenen Stoffkante (unten! Überprüfe das sicherheitshalber noch mal), denn dieser Punkt definiert die Zipfel des Capes.

Lege den Stoff dann so übereinander, dass die Mittelmarkierungen die Faltkante bilden. Stoffkante und 1. Markierung liegen jetzt genau aufeinander. Das Ganze gerade rücken und Falten glatt streichen (Notfalls mit Stecknadeln oder schweren Gegenständen fixieren).

Jetzt ziehst Du eine geschwungene Linie von der oberen Breitenmarkierung zur Zipfel‐Markierung unten. Im Endeffekt sieht es dann ein bisschen aus wie ein Viertel eines Blattes. Hast Du Ecken und Kanten in Deiner Linie, begradige sie entsprechend. Je ordentlicher die Schwingung der Linie, desto leichter wird das Ausschneiden und desto schöner das fertige Kleidungsstück.

Der Sinn des ganzen Faltens ist, dass Du die Linie jetzt nur 1x ziehen brauchst und es so wahrscheinlich symmetrischer wird. :) Wenn Du die Linie gezogen hast, dann fixiere den Stoff seitlich der Linie mit ein paar Stecknadeln, damit er beim Schneiden nicht verrutscht. Hast Du keine Stecknadeln musst Du sehr langsam und vorsichtig schneiden. Schneide den Stoff entlang Deiner Linie aus. Sei dabei möglichst vorsichtig und versuche exakt zu schneiden!

Wenn Du damit fertig bist widme Dich dem Halsausschnitt: Dafür misst Du einmal locker den Umfang Deines Kopfes (Schnur/Maßband) und teilst den durch 4 (schließlich liegt der Stoff 2x doppelt). Diese Methode ist relativ sicher. Wenn Du etwas tieferen Ausschnitt möchtest, kannst du ein paar cm zugeben.

Alternativ kannst Du auch vor dem Spiegel die ungefähre Breite des gewünschten Halsausschnittes ausmessen und diese durch 2 teilen. Je nachdem wie tief der Ausschnitt werden soll, kann es passieren, dass der Kopf zu groß ist und Du Deinen Überwurf noch mal Falten musst.

Das errechnete Maß legst Du jetzt wieder an die obere Faltkante des Stoffes, direkt an Deine Mittelfaltung(siehe Skizze). Dort setzt Du wieder eine Markierung. Nun musst Du entscheiden, wie tief der Ausschnitt werden soll. Bedenke: Wegschneiden geht immer, also plane erst mal weniger großzügig! Linie vorzeichnen und entlang ausschneiden.

Jetzt kannst Du den Überwurf auseinander falten und versuchen den Kopf durchzustecken. Passt es, bist Du fertig. Passt es nicht lege alles wieder möglichst exakt aufeinander bis es wieder als Viertel‐Blatt vor Dir liegt und schneide noch ein bisschen Stoff am Ausschnitt weg.

Hast Du feste Wolle oder Loden benutzt brauchst du die Kanten nicht mehr umnähen. Wenn Du möchtest kannst Du das natürlich tun.

Bei anderen Stoffen (vor allem Samt)empfiehlt es sich, die Kanten 2x umzuklappen, mit Stecknadeln zu fixieren und festzunähen. Einfacher wäre es dann wahrscheinlich gleich einen Überwurf mit Innenfutter zu nähen. Als Futterstoffe eignen sich leichte Stoffe wie Baumwolle (z.B. Fahnentuch), Leinen und Taft. Füttern ist allerdings nicht ganz einfach.

../Überwurf03.jpg

Kosten (ungefähr, bei Verwendung von Wolle oder Loden):

  • 1 Meter Wolle oder Loden kostet 8‐20 Euro. Insgesamt also ca. 20‐30 Euro und vom Stoff ist noch eine Menge übrig für die nächsten Bastelversuche (z.B. für eine Kapuze oder Stulpen)

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