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LarpWiki: Selbermachen/HDRGewandung

Herr der Ringe Gewandung

LARP Gewand Schritt für Schritt selbst fertigen

Grundlagen

Begriffe

Oftmals wird bei den Gewandungen mit wenig bekannten Begriffen gearbeitet. Darum gibt es eine kurze Erläuterung der wichtigsten Gewandungsteile unter GewandungsGlossar.

Schichten

Manchmal fragt sich der LARPer: Wieso sieht die Gewandung z.B. von Faramir im HdR so viel besser aus als meine? Die Lösung ist einfach: Schichten. Es werden mehrere Schichten von Kleidung übereinandergetragen. Am besten sieht es aus, wenn die oberen Schichten z.B. kürzere Ärmel haben als die darunter liegenden, sodass die unteren herausschauen, oder die oberste Schicht nicht geschlossen wird (z.B. offene Weste/Schaube). Eine besonders schöne Gewandung zeichnet sich häufig durch möglichst viele sichtbare Schichten aus.

Analysiert man z.B. mal die Gewandung von Faramir, stellt sich das folgendermaßen dar: Leinenhemd, lange ärmellose grüne Wollweste, kreuzgesteppter Langarm-Gambeson/Wams mit Doppelnähten (vermutlich aus Leinen), darüber gesteppte Schultern (sieht aus wie Wildleder) und darüber dann noch mal das recht aufwändige Leder"Shirt" mit dem Baum, punziert oder eingebrannt, dann weiß gefärbt. Schick und teuflisch warm, aber mit noch relativ einfachen Mitteln nachzuvollziehen. Im Sommer müsste man die mittlere Schicht vermutlich weglassen.

Stoffe

Ambientegerechte Stoffe sind z.B. Wolle, Filz, Leinen, Baumwoll-Leinengemisch, Wildseide, nicht aber reine Baumwolle (diese ist kurzfasrig und kann eigentlich nur von modernen Maschinen verarbeitet werden) in Köperbindung (die "normale" Baumwollwebart). Baumwolle (und andere Fasern) in Leinenbindung (Leinenoptik) ist nicht perfekt, aber für LARP-Ambiente dennoch gut geeignet. Synthetikstoffe (Pannesamt o.ä.) sollte man außer in Ausnahmefällen eigentlich vermeiden, wobei es einige gibt, die durch Leinenoptik trotzdem ganz gut wirken können. Insgesamt sind eher dicke, feste, grob gewebte Stoffe zu bevorzugen (Ausnahme: Seide und Wildseide). Noch ein Wort zu Pannesamt: Der großflächige Einsatz dieses Stoffes sollte nach Möglichkeit vermieden werden (er ist sichtbar synthetisch, wirkt sehr modern und sieht statt teuer und hochwertig nur billig aus). Wenn Samt, dann sollte man Baumwollsamt oder Crashsamt einsetzen.

Farben

Im LARP mangelt es leider häufig etwas am Mut zur Farbe - oft scheint einfaches Schwarz zu genügen. Dabei bleibt ja ein Charakter unter anderem auch über seine Gewandung im Gedächtnis: Kräftige Farben und starke Kontraste sind individueller als "der in Schwarz gekleidete Typ Nr. 13732". Dabei kann man sich leicht an den Farben des vom Charakter bespielten Landes orientieren, an den Farben der Symbole seiner Religion, oder an anderen "typischen" Farben, z.B. das klassische Rot für den Feuermagier, Blau für die Priesterin einer Wassergottheit, usw. (immer kontrastierend z.B. mit dem Innenfutter, der Untergewandung, etc.). So kann natürlich auch ein Waldläufer etwas Buntes tragen - z.B. einen Wendeumhang.

Im Gegenteil ist es mit mittelalterlichen Methoden (die wir in einem Fantasyhintergrund ja meistens ebenfalls voraussetzen) eher schwierig, ein wirklich tiefes Schwarz zu erzeugen (oder reines Weiß) - daher wirken diese Töne eher modern. Es ist allerdings eines der größten Missverständnisse in der Geschichtswahrnehmung, dass "mittelalterlich" mit blassen Pastellfarben, Braun- und Grautönen gleichgesetzt wird, Beispiele für die Farbenpracht mittelalterlicher Gewandungen findet man z.B. in der Handschrift von Manesse.

Futter

Jedes Kleidungsstück, von der Gugel bis zum Umhang, sieht gefüttert gleich noch mal um Welten besser und professioneller aus, fällt auch schöner und trägt sich oft angenehmer. Durch farblich kontrastierende Futter ergeben sich viele optische Gestaltungsmöglichkeiten. Gelegentlich findet man auch Leinen-, Woll- oder Baumwollstoff mit unterschiedlich gefärbten Vor- und Rückseiten. Damit kann man natürlich preiswert und unaufwändig eine "gefütterte" Gewandung simulieren.

Verzierungen

Fast jede gerade Kante und fast jeder Saum sieht z.B. mit Zipfelchen (Zaddeln in Zacken-, Zinnen- oder Zungenform) gleich noch mal so schön aus. Eine andere Möglichkeit, die eigenen Gewandung zu verzieren, stellen Borten dar, gibt es billig in den meisten großen Kaufhäusern.

Erstellung einer Beispielgewandung (Boromir-Weste)

Anmerkung: Fürs allererste Nähstück halte ich diese Anleitung eigentlich für zu aufwändig und kompliziert, außerdem setzen einzelne Schritte (z.B. das Anbringen von Zierstichen) eine "professionelle", teure Nähmaschine voraus, die kaum ein Anfänger besitzt. Trotzdem kann man sie sich auch als Anfänger ruhig einmal durchlesen, da sie gute allgemeine Tipps enthält. -- Hana, 21.06.05

Auswahl der Vorlage

In unserem Beispiel wollen wir uns stilistisch an den HdR lehnen. Als Basis soll die Gewandung von Boromir in "Die Gefährten" und Aragorn in "Die Rückkehr des Königs" dienen. Die Schnitte dieser Gewandungen sind sich sehr ähnlich und ähneln auch dem Schnitt vieler anderer Gewandungen aus dem Film. Weitere Vorlagen gibt es auf der Seite LotR Costume Research.

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(Quelle: http://img-nex.theonering.net)

Beispiel

Unser Gewand soll keine reine Kopie eines HdR-Gewandes sein, sondern sich nur stilistisch daran anlehnen, dabei jedoch eigene Elemente realisieren. Deshalb werden wir ein Gewand schneidern, das keinem der Vorbilder exakt gleicht, aber doch die wesentlichen Elemente vereinigt.

Stoff

Die Stoffe sollten für ein HdR-orientiertes Gewand möglichst authentisch sein, d.h. wir vermeiden den Einsatz von synthetischen Fasern und Baumwolle soweit möglich. Im HdR finden wir vor allem Wolle und Leder, aber auch Leinen als Stoffe für Obergewänder, sowie in wenigen Fällen Brokat, Damast oder Baumwollsamt.

Beispiel

Das Obergewand wird in unserem Beispiel aus feinem dunkelblauen Leinen (ca. 9 €) geschnitten.

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Entwurf des Schnittes

Obergewänder und Übergewänder haben im HdR beide sehr ähnliche Schnitte - vergleichbar mit einem etwa knielangen Mantel (einmal ärmellos, einmal mit kurzen Ärmeln) oder einer sehr langen Weste. Als Basis für den Schnitt dieser Gewänder nehmen wir ein einfaches, halbwegs passendes Kleidungsstück. An den HdR Vorlagen sieht man, dass es wichtig ist, dass die Gewänder unten weiter geschnitten sind, damit sie schön fallen. Die HdR Gewänder sind normalerweise etwa oberschenkel- bis wadenlang, hinten geschlitzt und vorne meist nicht vernäht, sondern mit Knöpfen, Schnallen, Schnüren o.ä. geschlossen.

Beispiel

Als Beispiel in unserem Fall dient als Vorlage für den Schnitt eine alte Lederweste von H&M, welche wir nach unten verlängern. Wir machen das Obergewand etwa knielang, d.h. verlängern den Schnitt der Weste um die gewünschte Länge, bei diesem Beispiel etwa 40 cm. Dabei ist noch zu beachten, dass der Halsauschnitt vorne etwas tiefer sein sollte als hinten. Wir schneiden den Rücken aus einem, die Vorderseite aus zwei getrennten Stücken. Dabei ist die Nahtzugabe vorne zu berücksichtigen.

Achtung! Bei der Verwendung von Vorlagen darauf achten, dass Vorlage und neuer Stoff ähnliche Materialeigenschaften besitzen. Leder fällt z.B. anders als dünne Seide, und wenn die Vorlage aus dehnbarem Material ist, muss der neue Stoff auch stretchig sein, sonst kommt man nicht rein ins fertige Stück ...

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Futter

Als Futter sollte ein sehr leichtes Gewebe verwendet werden - d.h. am besten ein sehr leichter Leinenstoff, alternativ und preisgünstig Viskose oder leichter Baumwollnessel. Für Wintergewandungen oder sehr prächtige Adelskleidung ist stattdessen ein Futter aus Kunst- oder Webpelz überlegenswert.

Bei der Wahl der Farbe des Futters gibt es zwei Möglichkeiten: Die erste, das Füttern mit einer anderen Farbe als der Oberstoff, ist die optisch ansprechendere. Ein Beispiel ist der Königsmantel Aragorns, dessen rotes Futter in der Farbe der Tunika und des Obergewandes gehalten ist. Die zweite Möglichkeit ist das Füttern in derselben Farbe wie der Oberstoff - das macht allerdings nur Sinn bei Materialien, die bei Hautkontakt unangenehm sind, z.B. bei Leder, oder wenn jemand Wolle nicht direkt auf der Haut tragen mag.

Im ersten Augenblick scheint es vielleicht zu aufwändig, ein Gewand zu füttern, jedoch bietet dies einige Vorteile:

  • Es sieht besser aus
  • Das Gewand fällt schöner
  • Man spart sich viel Arbeit beim Säumen

Beispiel

Wir füttern unser Beispielgewand mit einem relativ groben, aber sehr leichten und luftdurchlässigen weißen Leinenstoff (ca. 10,-).

Ausschneiden mit Nahtzugabe

Wir zeichnen nun den Umriss der Weste mit Kreidestift auf den Stoff, verlängern ihn um die gewünschte Länge und schneiden mit etwa 2 cm Abstand (die Nahtzugabe) davon aus. Dabei ist auf den „Fadenlauf“ zu achten: Die meisten Stoffe haben eine Webrichtung. Wenn man die Schnittteile mal längs, mal quer zu dieser Richtung ausschneidet (oder gar schräg), ist nachher z.B. ein Ärmel leicht dehnbar und der andere nicht, oder die Farbe wirkt anders oder das Kleidungsstück fällt komisch. Siehe auch hier. Um später Innen- und Außenseiten nicht zu verwechseln, markieren wir den ausgeschnittenen Stoff entsprechend.

Um das Futter herzustellen, schneiden wir es nach demselben Schnitt wie das Gewand aus dem Futterstoff. Am einfachsten ist es, die beiden Stoffe übereinanderzulegen und alles zusammen auszuschneiden (dazu die Stoffe mit Stecknadeln feststecken, damit nichts verrutscht).

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Zusammennähen

Zum Zusammennähen wird der Stoff rechts-auf-rechts gelegt (d.h. die sichtbaren (rechten) Seiten werden aufeinandergelegt und miteinander vernäht und anschließend versäubert (d.h. gerade abgeschnitten und mit Zickzackstich umnäht, damit es nicht ausfranst). Wenn die Nähmaschine eine solche hat, verwendet man dazu die sog. Overlocknaht. Wenn man eine Overlockmaschine besitzt, wird der Stoff in einem Arbeitsgang vernäht, abgeschnitten und versäubert. Da wir das Gewand füttern, könnte der Arbeitsgang des Versäuberns eigentlich ausbleiben, dies ist jedoch nicht empfehlenswert. Damit die Nähte schön flach und gleichmäßig aussehen, kann man sie noch flachbügeln.

Beispiel

Wir haben den Rücken des Gewandes aus einem Teil geschnitten, die Vorderseite aus zweien. D.h. wir machen jeweils 2 Nähte für den Oberstoff und das Futter.

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Futter einnähen

Um die Säume zu fertigen, nähen wir rings um das Gewand den Stoff mit dem Futter rechts-auf-rechts (d.h. mit den nachher sichtbaren Außenseiten aufeinander) zusammen, wir lassen lediglich an einer Stelle, z.B. unter den Armen, eine kleine Öffnung. Die Nähte sollten am besten wieder versäubert werden. Danach wird das ganze Ding durch diese kleine Öffnung umgestülpt. Besonders auf die Ecken achten!

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Säume

Durch das Futter haben wir bereits einen schönen Saum überall. Damit der schön gleichmäßig wird, bügeln wir ihn noch ringsherum flach.

Schultern zusammennähen

Um das Futter leichter einnähen zu können, haben wir die Schultern bis jetzt offen gelassen. Diese werden nun zusammengenäht - dies wäre auch der richtige Zeitpunkt, um Ärmel o.ä. anzunähen.

Nähte übernähen

Nähte sehen dann besonders gut aus, wenn sie von außen, d.h. der rechten Seite, mit einem einfachen Schräg- oder Kreuzstich nochmals übernäht werden. Macht man das, bevor das Futter eingesetzt ist, sind die Nähte später innen nicht zu sehen; macht man es danach, wird damit das Futter im Gewand festgenäht. Als Farbe sollte man eine ähnliche, aber doch etwas andere Farbe wählen. Bei dunkelblauem Stoff sieht z.B. eine dunkelgrüne Ziernaht gut aus. Das gibt dann einen Patchwork-artigen Effekt, als ob die Stoffteile Kante auf Kante zusammengenäht wären (besonders bei Leder ein sehr schöner Effekt). Bei den HdR-Gewandungen findet man diese Form der Verzierung recht häufig, z.B. bei Ärmelnähten.

Außerdem halten die Nähte so auch noch erheblich besser, d.h. man erhält eine besonders robuste Gewandung: Wichtig, wenn man sie in Kombination mit Rüstungsteilen tragen will, wie im HdR häufig der Fall.

Diese Art der Verzierung ist ein sehr typisches HdR-Element. Für eine Gewandung in typischer HdR-Optik sollte sie an vielen Stellen eingesetzt werden.

Beispiel

Bei unserem Gewand haben wir einen kleinen, äußerst haltbaren Kreuzstich ausgewählt, um die Nähte zu verstärken. Um das Futter etwas besser im Gewand zu befestigen, verstärken wir die Nähte erst, nachdem das Futter eingenäht wurde. Dadurch sieht man allerdings innen diese Nähte auf dem Futter. Insgesamt benötigen wir diesen Stich viermal: an den beiden Seiten sowie an den Schultern. Als Farbe wählen wir edles Dunkelgrün.

Achtung: Solch aufwändige Zierstiche bieten meist nur teure Maschinen. Wer eine einfache besitzt, muss diesen Arbeitsschritt per Hand durchführen oder darauf verzichten ;) -- Hana, 21.06.05

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Riegel

Besonders belastete Stellen, z.B. die Trennstelle am hinteren Gewandungsschlitz oder die Achselnähte, sollten mit einem so genannten "Riegel" (einer kurzen Quernaht, um das Aufreißen der Hauptnaht zu verhindern) verstärkt werden.

Beispiel

Unser Gewand erhält Riegel hinten am Schlitz sowie unter den Achseln.

Säume verzieren

Um zu verhindern, dass die Säume sich ballonartig aufplustern, werden sie noch festgenäht. Dabei gibt es zwei Optionen: Zum einen kann man sie mit einer einfachen, kaum sichtbaren Naht in der Farbe des Oberstoffes dicht am Rand zusammenheften. Die andere, bessere Option besteht darin, in einer Komplementärfarbe einen Zierstich auf den Saum zu setzen. Dabei kann der Zierstich durchaus den Zweck des Gewandes reflektieren, d.h. ein Elbengewand sollte eher florale, geschwungene Motive verwenden (soweit an der zur Verfügung stehenden Maschine vorhanden), während ein Zwergengewand eher eckige Ornamente tragen kann.

Komplexe Ornamente lenken auch etwas das Auge ab und brechen die Linien, so dass es nicht so stark auffällt, wenn etwa eine Kante nicht schnurgerade geworden ist.

Als Alternative zu Zierstichen bietet sich noch das Anbringen von Schmuckborten an. Möchte man das Gewand streng nach HdR-Stil gestalten, sollte man dies jedoch nur tun, wenn die Nähmaschine gar keine geeigneten Stiche hat. Im HdR sehen wir eher selten aufgenähte Borten, und Zierstiche direkt auf dem Stoff sehen meiner Meinung nach auch viel besser aus.

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Beispiel

An unserem Gewand bringen wir ringsherum einen Zierstich aus goldfarbenem Garn an. Diese Wahl reflektiert die Farbe des Landeswappens. Als Motiv wurde ein komplexes Blumenmuster gewählt, mit einem rechteckigen Blütenelement. Dadurch sollen sowohl die elfischen als auch die stilistischen Einflüsse der Zwerge reflektiert werde. Wir bringen dasselbe Motiv einheitlich an jedem Saum des Gewandes an.

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Verschlüsse

Knöpfe

Historisch gesehen sind Knöpfe durchaus in Ordnung für LARP (solange man überbunte Plastikknöpfe vermeidet) - wir finden diese bereits in Gewändern des 14. Jahrhunderts. Auch für einen HdR-Schnitt sind sie durchaus passend - viele der HdR-Gewänder sind mit Knöpfen verschlossen.

Gerade Knöpfe - besonders an exponierter Stelle wie der Brust - bieten extrem viele Möglichkeiten zur Gestaltung und Individualisierung eines Gewandes. Hier sei jedem mal der Besuch in einem gutsortierten klassischen Handarbeits- oder Nähladen empfohlen. Da bekommt man tolle Knöpfe der verschiedensten Varianten zwischen -,10 € und 2,- € pro Stück. In diesem Fall werden Knöpfe mit normalen Löchern (nicht mit einer Öse) gewählt, da sich diese sehr schnell und unaufwändig automatisch mit vielen Haushaltsnähmaschinen anbringen lassen. Allerdings wurden im Mittelalter ausschließlich die Knöpfe mit Öse verwendet. Man muss sich hier also entscheiden, ob die Knöpfe nach Mittelalter oder Fantasy aussehen sollen.

Man sollte zuerst die Knopflöcher in die Riegel nähen und dann die Riegel am Gewand befestigen, da ein Knopfloch leicht misslingt. Als Variante kann man z.B. eine Verschlussart wählen mit Knöpfen auf beiden Seiten und den Knopflöchern in schmalen Stoffriegeln, die auf beiden Seiten eingeknöpft werden. Man kann auch verschiedene dekorativen Riegelfarben, -formen und -größen ausprobieren.

Beispiel

Für eine Schnürung verwenden wir einfache Nestellöcher. Wir machen dazu eine Lochreihe mit jeweils mehreren Löchern in beiden Gewandseiten. Am besten sieht das aus, wenn die Löcher, wie echte Nestellöcher, mit einer Stickerei eingefasst sind. Alternativ, wenn die Maschine keine solche Stichform bietet, kann man entweder diesen Stich per Hand ausführen oder einfach Metallösen verwenden. Zur Verstärkung sollten die Ösen auf der Rückseite mit etwas Stoff oder Vlieseline versehen werden.

Zusammenfassung

Auf diese Weise erhält man mit relativ wenig Geld und etwas Zeiteinsatz ein passgenaues Gewandungsteil, das im Laden gekauft recht teuer wäre (abgesehen davon, dass es Gewandungen im "echten" HdR Stil kaum zu kaufen gibt). Es sieht dabei noch wesentlich besser aus als die meisten gekauften Gewandungsteile.

Eingesetztes Material

  • ca. 1,5m x 180cm festes, fein gewebtes blaues Leinen (9,- €) ca. 2m x 140cm lockeres, grob gewebtes weißes Leinen (10,- €) Stoffschere Kreidestift Weißes, gelbes und grünes Garn Overlocknähmaschine Toyota ["SL3335EU"] Haushaltsnähmaschine Singer Professional XL-1000 Haushaltbügeleisen

Tipps

== Vlieseline ====

Wenn an bestimmten Stellen der Stoff zu "labberig" wird, zu weich ist oder sich verzieht, kann man schnell und einfach abhelfen, indem man auf die Rückseite Vlieseline einbügelt.


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