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LarpWiki: TurneyGlossar

Turney Glossar

Bei Besuch und Durchführung eines Turniers stößt man häufig auf bestimmte Fachbegriffe (oft französischen oder lateinischen Ursprunges), die vielleicht nicht jedem geläufig sind. Erschwerend kommt dabei, hinzu dass viele Begriffe mehrere Bedeutungen haben, je nachdem, wann sie realhistorisch eingesetzt wurden.

  • à la toille (frz.) Ein Kampf über die Barriere bzw. Schranke
  • à logis, ployez les banniers (frz.) Der Ausruf des Herolds, welcher das Turnier als beendet erklärt.
  • à outrance (frz.) Der Kampf mit scharfen Waffen.
  • à plaisance (frz.), à plaisir (frz.) Der Kampf mit stumpfen Waffen. Bei Turnieren à plaisance sind Lösegeldforderungen von gefangenen Gegnern und das Einbehalten von Beute üblicherweise nicht erlaubt.
  • accoutrement (frz.) Die Insignien des Rittertums: Schwert, Sporen, Lehnskette, Waffengurt
  • adoubement (frz.) Das Anlegen des Gürtels bei der Ritterweihe/Schwertleite
  • à bonne usance (frz.) Ausruf beim Beutemachen
  • à prix d'une esquilette (frz.) Kriegsbeute
  • Amorette (frz.) Ein zu einer Rosette verflochtener Liebesknoten.
  • Arma Patrina (lat.) Knappen, die zu alt für den Ritterschlag waren oder die darauf verzichtet hatten, die aber trotzem Schild und Lanze führen durften
  • Armiger (frz.) Vorläufer des Knappen, ein Ritter in der Ausbildung, normannisch.
  • Arpent (frz.) Entfernungseinheit, ca. 60m
  • Arrière-Guard (frz.) Nachhut
  • Atteint Bezeichnet einen Treffer in der Tjoste
  • Avant-Guard Vorhut
  • Aventuriers (frz.), venants (engl.), venans (engl.) Die Gruppe der Herausgeforderten in einem gruppenorientiertem Turnier, d.h. die "angreifende" Gruppe. Üblicherweise fahrende Ritter oder Rittergruppen (compagnies, maisnies).
  • Bachelier (frz.), Bachelor (engl.) Unverheirateter junger Ritter, üblicherweise ohne eigenes Gefolge (u.U. aber im Gefolge eines anderen), oft umherreisend (fahrender Ritter)
  • Bandorelle (frz.) Der kleine längliche Wimpel an der Spitze einer Lanze
  • Bannerette (frz.), banneret (engl.), Bannerherr (dt.) Der Rang eines Ritters über dem Bachelier, führt mehr als 10 andere Ritter
  • Bans (frz.) Öffentliche Proklamation, Bekanntmachung.
  • Basse-Prime (frz.) Die Zeit direkt nach Sonnenaufgang.
  • Beau-Frère (frz.) Soviel wie "guter Mann", im Sinne von "Guter Mann, mag er mir den Weg weisen?", aber auch "Jener ist ein guter Mann".
  • Beau-Séant! (frz.) Schlachtruf und Motto der Templer
  • behourd (frz.), buhort (engl.) 1) à plaisance durchgeführte Turniere (Scharmützel) mit Knüppeln (oder Lanzen) und leichter Rüstung, häufig von Knappen durchgeführt, hat eher improvisierten Charakter. 2) Oberbegriff für alle "hastiludes", d.h. Scharmützel, Tjoste und pas d'armes.
  • Berfrois (frz), escafaut (frz.) Tribünen
  • Blanc (frz.) Silbermünze.
  • Blossgefecht (dt.) Ein Scharmützel à plaisance in leichter Rüstung für die Knappen, um vor den Rittern den Stand ihrer Ausbildung zu dokumentieren
  • Caballero (span.) Ritter
  • Cadet (frz.) Junger Sohn, oder jüngerer Bruder
  • Cantel (frz.) Der erhöhte Bereich eines mittelalterlichen Kriegssattels.
  • Cheques (frz.) Turnierbücher, d.h. Bücher, in denen der Turnierverlauf und die Ergebnisse festgehalten werden, häufig mit den Wappen der Teilnehmer illustriert.
  • Chevalier (frz.) Ritter
  • Chevauchée (frz.) Vorstoß. Bei militärischen Operationen ein tief ins Feindesland durchgeführter Überfall.
  • Clouges (frz.) Nagelgeld für den Herold, welcher das Schild eines Ritters an der entprechenden Tafel anbringt.
  • Colée (frz.) Ritterschlag.
  • Commençailles (frz.) Die ersten Kämpfe (Eröffnungskämpfe) eines Turniers, üblicherweise zwischen besonders berühmten oder ehrenhaften Rittern.
  • compagnie (frz.), maisnie (frz.), mesnie (frz.), company (engl.) Eine gemeinsam reisende Gruppe fahrender Ritter und deren Anhang (Priester, Pagen, Knappen, Knechte, usw.).
  • Compte (frz.) Graf.
  • Conroi (frz.) Eine kleine Gruppe von Rittern, die in einem Turnier gemeinsam kämpfen.
  • Coquillards (frz.) Banditen und Straßenräuber
  • Coup de Grace (frz.) Gnadenstoß.
  • Courtoisie (frz.) Ritterliche Tugend der Höflichkeit, höfisches Benehmen.
  • Demense (frz.), Demesne (frz.) Bereich eines Lehens, welches für die Nutzung durch den Adligen selbst reserviert ist und nicht weiter untervergeben wird.
  • Démesuré (frz.) Sündhafter Stolz.
  • Destrier (frz.), Dextrarius (vulg.): Schlachtross.
  • Diseurs (frz.) Kampfrichter.
  • Disparage (frz.) Hochzeit mit jemandem von niedrigerem Stand.
  • Destraint (frz.), Distraint (engl.) Pflicht zum Ritterschlag für jene, die sich dafür (durch Vermögen, Grundbesitz o.ä.) qualifizieren.
  • Dominus (vulg.) Titel eines Monarchen zwischen seiner Wahl und seiner Krönung.
  • Emprise (frz.) 1) Form der Herausforderung zu einem "kriegerischen" Turnier, meist zwischen Rittern verfeindeter Länder, à outrance. 2) Die Queste eines fahrenden Ritters mit einem Gelübde, einen bestimmten Gegenstand zu tragen, bis die meist kriegerische Queste erfüllt sei.
  • Ere (mhd) Ehre.
  • Escutcheon (frz.) Wappenschild.
  • Esquire (frz.), Escuyer (frz.): Knappe.
  • Essoin (frz.) Legale Entschuldigung, nicht vor Gericht zu erscheinen.
  • Estoc (frz.) Stoß oder Stich. Ein auf Turnieren meist verbotener Angriff.
  • faites vos devoirs! Ruf des Herolds bei einem Gottesurteil für die Teilnehmer, sich vorzubereiten. Wird dreimal ausgerufen.
  • Fin Amours (frz.) Höfische Liebe.
  • Gestech (dt.) Deutsche Form der Tjoste "à plaisance", durchgeführt mit kleinen Krönchen auf der Lanzenspitze und dem Ziel, das Schild des Gegners, die Stechtartsche, zu treffen.
  • Guidon (frz.) Der kleine dreieckige Wimpel eines unverheirateten, landlosen Ritters.
  • hastilude (frz.), hastiludium (vulg.) 1) Ursprünglich das "Lanzenspiel", anfänglich der Überbegriff für alle Waffen- bzw. Kriegsspiele.
  • Hohenzeuggestech (dt.) Eine deutsche Variante der Tjoste, bei der versucht wurde, die Lanze am Gegner zu zerbrechen. Dabei fanden besondere ("hohe") Sättel Anwendung, um einen Sturz des Reiters zu verhindern.
  • Homage (frz.), Huldigung (dt.) Treueschwur eines Vasallen gegenüber seinem Lehnsherren.
  • Hors de Combat (frz.) Unfähigkeit weiterzukämpfen.
  • le Joute (frz.), Tjoste (dt), Joust (engl) Lanzenzweikampf zwischen Rittern zu Pferde à plaisance bei einem Turnier oder à outrance im Kriege.
  • Joute plénières (frz.) Für alle offene französische Turnierform.
  • Kadenz (dt.) Eine heraldische Markierung, welche die Erbfolge anzeigt.
  • Mantenadores (frz.), tenants (engl.), tenans (engl.) Die Gruppe der Herausforderer in einem gruppenorientiertem Turnier, d.h. die "verteidigende" bzw. Hausgruppe, welche die anderen "herausfordert". Üblicherweise niedergelassene Ritter, Hausritter im Dienst des veranstaltenden Fürsten, oder bezahlte Ritter.
  • melée (frz.) Scharmützel. Eine Turnierform, bei der zwei Gruppen von Rittern gleichzeitig gegeneinander kämpfen. Diese älteste gilt als die höchste und ehrenhafteste Form des Turniers, da dem "echten" Kriege am nächsten.
  • Page Als Diener eingesetzte zukünftige Ritter in der Ausbildung, üblicherweise zwischen 8 und 13 Jahre alt. Erlernen das Bedienen am Tisch, Gesang, Lesen und Schreiben, etc. Vorstufe zum Knappen.
  • Pas d'Armes Eine Turnierform à plaisance, bei der zwei Gruppen in Einzelkämpfen gegeneinander antreten. Im Gegensatz zur Emprise freundschaftlich und friedlich, oft ohne Einzelsieger.
  • Pax dei Gottesfriede. Von der Kirche verhängter Frieden über einem Landstrich.
  • Paynim (frz.) Heide.
  • Preux (frz.) Das Zeigen eines Ritters von Mut und Erfolg.
  • Pursuivant (frz.) Niederer Heroldsrang.
  • quintain (frz.), quintena (vulg.) 1) Ein auf einer Stange befestigtes Übungsschild. 2) Der (Übungs)Kampf gegen einen Gegenstand, meist ein Übungsschild oder eine Puppe (auch Rolandsgalgen). 3) Diverse Kampfsportarten der Gemeinen, besonders zu Wasser, aber auch auf Fässern, Schaukeln, usw.
  • Recet (frz.) Sicheres Rückzugsgebiet bei einem Scharmützel.
  • Roi d'Armes (frz.) Wappenkönig, hoher Heroldsrang.
  • Salle d'Armes (frz.) Übungshalle.
  • Sans Reproche (frz) Ohne Fehl, vollkommen den ritterlichen Idealen entsprechend.
  • Scharfrennen (dt.) Eine deutsche Variante der Tjoste, bei der versucht wurde, den Gegner vom Pferd zu stoßen. Dabei fanden besondere ("niedrige") Sättel Anwendung, um das Abrutschen vom Pferderücken nicht zu behindern.
  • Scutiferi (vulg.) Knappe.
  • Servitum debitum (lat.) Der Militärdienst, den ein Vasall seinem Lehnsherren schuldet.
  • stadium quod quintena vulgariter dicitur (lat.) Kampfplatz für die Vergnügungen der Gemeinen.
  • Statum Armorum in Torniamentis (lat.) Turnierregeln.
  • torneamentum (vulg.), tournament (engl.), turney (mhd), Turnier (dt.), conflictus gallicus (lat.) 1) Überbegriff für Ritterliche Waffenspiele. 2) Alternative Bezeichnung für den auch als Scharmützel (dt.) oder melee (frz.) bezeichneten Gruppenkampf.
  • Vesperturnier (dt.) Ein Scharmützel am Vorabend des eigentlichen Turnierbeginns, quasi zum "Aufwärmen", immer à plaisance, eher als Zurschaustellung von Ausrüstung und Fertigkeiten gedacht. Beim Vesperturnier gemachte Gefangene müssen kein Lösegeld bezahlen, und Beute wird zurückgegeben.


Quellen:

  • SCA
  • ISBN 0851159427 : Juliet Barker: The Tournament in England
  • ISBN 351857812X: Georges Duby: Guillome Mareshal, der beste aller Ritter
  • ISBN: 1891448005: Brian R. Price: Book of the Tournament
  • Div. Osprey


Siehe auch HistorischesTurnier, MittelalterTurney, WaffenGang, TurnierGeschichte und Rittertum


Kategorie/Ritter