Revision 7 vom 2017-01-17 08:51:24

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RickS./Bastelanleitungen/DreibeinAusHolz

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Inhalt in Arbeit RickS.

Dreibein aus Holz

Vorwort

"Was essen wir eigentlich auf Con?"
Diese oder eine ähnliche Frage dürften sich die meisten Spieler schon einmal gestellt haben.
Es gibt enorm viel, was man auch mit einfachen Mitteln bzw. über dem Feuer kochen kann.
In der Kochecke und der RezepteSammlung wurde dazu schon vieles zusammengetragen.

Nun haben Töpfe, Pfannen und Grillroste leider das Problem, dass sie direkt auf den Holzscheiten nicht funktionieren.
Die wohl einfachste (und gleichzeitig eine sehr ambientige) Lösung hierfür ist ein Dreibein, an dem Töpfe und Grillrost über dem Feuer aufgehangen werden können.

Was brauche ich eigentlich?

Dreibeine gibt es aus Metall inzwischen recht günstig zu kaufen, und sogar schmiedeeiserne Varianten sind verfügbar und das Material für eine hölzerne Variante gibt es relativ günstig im Baumarkt zu kaufen.
Was also wählen?

  • Schwenkgrill
    • Diese Grillvariante kommt idR. in Form eines verzinkten Dreibeins aus Stahlrohren daher.

    • Das üblicherweise moderne Design ist meist wenig ambientig und sollte entsprechend modifiziert werden.

  • Schmiedeeisernes Dreibein (z.B vom Mittelaltermarkt)
    • diese Dreibeine sehen üblicherweise schon sehr ambientig aus,

    • ist meist recht klein dimensioniert und kann daher nur mit kleinen Töpfen und Feuerschalen kombiniert werden

    • durch die kleine Größe und taugen die meisten Varianten nur zur Verpflegung bis ca. 4 Personen (je nach Modell)

    • meist vergleichsweise teuer

  • hölzernes Dreibein
    • sieht sehr ambientig aus.

    • ist vergleichsweise güstig zu realisieren

    • sperriger, als kleine Metallvarianten

    • kann nahezu beliebig erweitert werden. (Modulbauweise zur Anpassung an unterschiedliche Bedürfnisse möglich)

Aufgrund der Vielseitigkeit beschreibe ich hier den Bau eines hölzernen Dreibeins.

Achtung

"Da binde ich einfach drei Äste zusammen. Was ist daran so kompliziert?"
Das stimmt natürlich im Grundsatz, aber was soll unser Dreibein später eigentlich können?

  • Stabilität

    • unser Dreibein sollte am Ende stabil genug sein, einen schweren Topf zu halten (Töpfe bis 10 Liter, also 12-14kg sind keine Seltenheit) und auch mit kräftigem rühren (nochmal ~5-6kg) kein Problem haben.

  • Standfestigkeit

    • unser Dreibein sollte auch mit einem schwankenden Topf und kräftigen Rührbewegungen fest auf der Erde stehen, ohne um zu kippen

  • Dauerhaftigkeit

    • unser Dreibein sollte Wind und Wetter, harten Con-Einsatz, viele Fahrten in vollgeladenen Autos und natürlich das Lagerfeuer darunter etliche Jahre unbeschadet überstehen - möglichst ohne Reparaturen oder Nachbesserungen

  • Einfachheit

    • raus aus dem Auto, hinstellen, fertig - so sollte das Handling der Kochstelle aussehen. Niemand will erst viel Zeit mit dem Knüpfen von Seilen und/oder Ketten verbringen.

    • Zudem sollte unser Dreibein das Kochen erleichtern - also einfach und ergonomisch in der Anwendung sein.

    • Zusätzlich sollte das Packmaß möglichst klein ausfallen und kein Platz verschwendet werden.

  • Erweiterbarkeit

    • Die Gruppe wird größer, also sollte auch die Kochstelle wachsen können.

    • Für eine Con haben nicht alle Zeit? Man braucht nicht immer ALLES mit zu nehmen.

Das alles zusammen ist mit ein paar zusammengebundenen Ästen nicht zu schaffen. Natürlich kann ein Dreibein (z.B. für Barbarencharaktere) durchaus rustikal aussehen, aber um ein langlebiges und tolles Dreibein zu erhalten müssen auch Äste bearbeitet werden, ehe sie alle obigen Kriterien erfüllen.

Material

Wir werden folgendes verbrauchen:

  • 3 Holzstangen (am besten Kiefer oder Lärche); Durchmesser ca. 30-40mm (ich verwende 35mm Kiefer), 2,0-2,5m lang (ich verwende 2,5m)

  • glatte Holzdübel; Durchmesser 8mm; Länge ca. 2-6cm (ich verwende eine 1m-Dübelstange und schneide entsprechend des Bedarfs ab)

  • Kette (am besten Schmiedeeisen) mit großen Kettengliedern (damit die Haken später gut hindurch passen); ca. 2m lang

  • Seil; ca. 2,0-2,5m lang; Durchmesser 5-8mm (ich verwende 6mm (Kunst-)Hanfseil)

  • Leinölfirnis (ca. 200ml) + Pinsel + Lappen

  • (min.)2 Haken (am besten Schmiedeeisen)

  • Leim (ich verwende D3/D4-Leim in einer 100ml-Tube)

  • Schleifpapier; 1 Blatt; P120

  • 3 (bzw. 6) Drahtstifte (Nägel); Länge ca. 30mm; Durchm. ca. 1mm

Wir brauchen folgendes Werkzeug:

  • Akkuschrauber

  • Bohrer (Durchmesser 8mm)

  • Hammer

  • Schleifklotz

Los geht's

Zunächst bohren wir Löcher in die Stangen. Diese sollten vom oberen Ende ca. 25cm entfernt sein. Falls ihr (wie ich auch) eine lange Dübelstange habt, könnt ihr das Loch einfach durch bohren. Andernfalls solltet ihr zunächst ein Loch bohren, das so tief ist, dass euer Dübel noch mindestens 1-1,5cm heraus schaut, wenn ihr ihn später hinein hämmert. (Bei einer Dübellänge von 3,0cm wäre das eine Lochtiefe von 1,5-2,0cm.)
So erhalten wir eine Art Knebel an jeder Stange, über die das Seil, das später die drei Stangen verbinden wird nicht rutschen kann. So bleibt das Seil später an seinem Platz und muss nicht jedes mal neu geknüpft werden. außerdem wird der Stand des Dreibeins dadurch massiv verbessert, da die Verbindung bei allen Stangen höhenmäßig fixiert bleibt. So bleibt das Dreibein auch dann stehen, wenn es mal nicht völlig gleichmäßig aufgestellt wird.

Bevor wir nun die Stangen aneinander knüpfen sollten wir das Holz noch vor Feuchtigkeit und Schädlingen schützen.
Wasser kann dazu führen, dass sich das Holz verzieht und auf Lange Sicht sogar zu Pilz- und Fäulnisbefall führen. Auch bietet eine vom Wasser vorgeschädigte Holzoberfläche Schädlingen wie z.B. Holzwürmern ideale Bedingungen.

  • {i} Verwendet bitte niemals ein Dreibein, das von Schädlingen befallen ist!

    • Das Holz verliert dadurch drastisch an Stabilität und kann zerbrechen, was während des Kochprozesses zu Verbrennungen, Verbrühungen und Gefahr durch herabfallende Teile führen kann.

Um das Holz vor Wasser zu schützen, hat sich ein Mittel bewährt, das schon im Frühmittelalter nachgewiesen wurde, und das es bis heute in nahezu unveränderter Form im Baumarkt zu kaufen gibt: Leinölfirnis.
Dabei handelt es sich im Prinzip um eingekochtes Öl aus Leinsamen.
Dieses ist beim Auftragen flüssig - zieht also gut ins Holz ein - wird später aber innerhalb weniger Stunden an der Luft hart und bleibt so lange in Holz, hinterlässt keine Fettflecken mehr und kann nicht einfach durch Wasser ausgewaschen werden.
Den Firnis tragen wir mit einem Pinsel reichlich auf. Insbesondere die Schnittkanten (Anfang und Ende der Stangen) saugen meist sehr stark und müssen mehrmals bestrichen werden.
Sind die Stangen dann komplett "eingeschmiert" - weisen also keine trockenen (nicht glänzenden) Stellen mehr auf, lassen wir den Firnis ca. 30min ins Holz einziehen. Dabei ist kein weiteres Nachstreichen mehr erforderlich.
Nach 30min ist die Holzoberfläche mit Firnis gesättigt, und wir können das Überschuss abwischen. Dafür eignen sich sowohl Stofflappen, als auch Küchentücher.

  • {!} ACHTUNG!

    • Leinölfirnis gibt Flecken, die nicht mehr entfernbar sind auf Teppichen und Textilien! Verwendet also alte Klamotten, die dreckig werden dürfen und arbeitet im Freien.

      Auch können sich Firnislappen selbst entzünden! Das kann verieden werden, wenn ihr die Lappen gut belüftet und ausgebreitet aufhängt, bis der Firnis komplett durchgehärtet ist (~3-5Tage) oder werft sie in einen Eimer mit Wasser. {!} Werft Firnislappen niemals zusammengeknüllt in die Mülltonne! Dies Kann einen Brand auslösen! {!}