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LarpWiki: Charaktertipps/Jurist

"Ein Charakter als Jurist? Was soll denn das?", werden sich die meisten jetzt fragen. Doch dieser Charakter kann viele interessante Spielansätze bieten, da man mit diesem Charakter sein IT-Wissen wunderbar zur Anwendung bringen, neues Wissen IT erwerben und auf Akademiecons dieses Wissen wieder an den Mann/die Frau bringen kann.

Doch zuerst mal zum Vorbild dieses Charakters:

Der mittelalterliche Jurist:

In mittelalterlichen Universitäten lernte man zuerst die artes liberales, die Freien Künste, da zu gehörten Latein, Mathematik und Philosophie und spezialisierte sich dann auf ein Fachgebiet (jedenfalls hab ich sowas in der Rechtsgeschichte Vorlesung leztes Semester gehört).

Wenn der Jurist ausgelernt hatte, konnte er u.U. an der Universität Professor werden, oder an eine andere Universität gehen, um dort zu lehren.

Ebenfalls war es nicht unüblich, an der Neugründung von Universitäten mitzuwirken, besonders im Spätmittelalter wurden von Landesfürsten oder durch die Kirche viele Universitäten gegründet (im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation: Prag 1348, Wien 1365, Heidelberg 1386, Köln 1388, Löwen 1426, Trier 1454, Mainz 1476).

Eine weitere Möglichkeit war, durch die Lande zu ziehen und sich an Fürstenhöfen als Richter zu verdingen. Ebenfalls gab es fahrende Juristen, die bei Adel wie Volk auf Auftrag gegen Entgelt Recht sprachen.

Zum Einsatz kam hierbei meist Römisches Recht, ausserdem war örtliches Gewohnheitsrecht weit verbreitet (siehe Sachsenspiegel).

Eine Besonderheit stellte die Uni Köln dar, dort wurde neben weltlichem auch kanonisches Recht gelehrt.

Was kann man mit diesem Charakter tun?

Dieser Charakter ist Naturgemäß kein Kämpfer.

Möglichkeiten der Interaktion mit anderen Charakteren bieten sich jedoch zu Hauf. Der Jurist kann:

  • Auf dem Con den örtlichen Adligen seine Dienste (Recht sprechen oder Schreibarbeiten erledigen) anbieten.
  • Im Zuge des Neuerwerbs von Wissen nach dem Vorbild des Sachsenspiegels örtliche Rechtspraktiken und Gesetze aufschreiben und lernen.
  • Auf Akademiecons dieses gesammelte Wissen weitergeben.
  • Mit anderen Gelehrten philosophieren.
  • Neue Gesetze und Rechtstexte freiwillig oder auf Auftrag erfinden.
  • Für ceridische Charaktere: Hexenprozesse führen.

Wie man sieht bieten sich viele Möglichkeiten des Ausspielens des Charakters.

Sehr wichtig ist dabei jedoch Rücksicht auf den Hintergrund des Cons und des bespielten Landes zu nehmen. Nicht in allen Settings ist ein solcher Charakter sinnvoll. Ausserdem sollte man sich über die vor Ort herrschenden Gesetze, Sitten und Machtverhältnisse informieren, um nicht unabsichtlich der Orga oder den Gestaltern des Hintergrundes an den Karren zu fahren.

Was braucht man?

  • Ein tolles hochmittelalterliches Gewand vielleicht. Ansonsten eine Schaube oder eine Houppelande, oder was sonst so nach gelehrt ausschaut
  • Gesetzestexte. Massenweise. In den Universitäten waren damals Vorlesungen noch Vorlesungen, d.h. man hörte dem Professor zu und schrieb das ganze ab. Wenn man als Professor an eine andere Uni ging, las man dann wiederum seinen Text vor und die Studenten schrieben ab u.s.w., daher sollte man ein oder mehrere dicke Bücher und massenweise Schriftrollen dabei haben. Dies können historische Texte sein, wie römisches Recht oder der Sachsenspiegel, jedoch auch Gesetze verschiedener Larpländer.
  • Einen mächtig blöden Hut, der "Gelehrter" herausschreit.
  • Ein symbolisches Schwert und einen Richterstab als Zeichen des Rechts.

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-GregorH.


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