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LarpWiki: LarpImRegen

LARP im Regen

Man muss sich nicht unbedingt im Zelt verkriechen, wenn es regnet.

IT-Regenkleidung

Es ist eine gute Idee, immer regentaugliche Gewandung dabei zu haben. Und keine Sorge wegen der Wiedererkennbarkeit eures Charakters; wenn es schüttet wird (fast) jeder gerne zu einem Umhang greifen. Natürlich gibt es auch alternative Kleidungsstücke zum Umhang.

Generell gilt: Die Stoffwahl ist entscheidend! Filzwolle hät den Regen besser ab als dünnes Leinen; mit Loden habt ihr schon den GoreTex des Mittelalters. ;-) Einen Lodenstoff könntet ihr sogar über kürzere Strecken als Wasserbeutel benutzen, so dicht ist er.

Ein Radmantel mit Kapuze aus Loden schützt also fast rundum und ist bei schlechtem Wetter erste Wahl.

Sollte das Geld nicht für so viel Loden reichen, empfiehlt es sich, zumindest eine Gugel aus Loden oder etwas dickerer Wolle. Mit einem ordentlichen Kragen tropft von der schon genug ab, so dass ein normaler Umhang aus günstigerem Stoff nicht so sehr belastet wird.

Wer beweglich bleiben möchte, kann sich überlegen, ob es sich lohnt seine ganze Gewandung aus Loden oder dicker Wolle zu machen. Hose und Tunika aus dem Stoff, und Larp im Regen stellt für euch kaum ein Problem dar.

Helfen kann hier auch Imprägnierung: Entweder mit handelsüblichen Imprägniersprays oder mit einer Spülung mit essigsaurer Tonerde. Die natürliche, mittelalterliche Imprägnierung für Wollstoffe ist das Wollfett Lanolin, es ist von Anfang an in Wolle enthalten und wird nur in den meisten modernen Geweben vor allem wegen seines strengen Geruchs (nach Schaf eben) herausgewaschen. Wollgewebe mit hohem Lanolingehalt sind sehr schön wasser- und bedingt schmutzabweisend, allerdings wird es beim Waschen mit Waschmittel entfernt, weswegen man Umhänge aus edlem Loden auch besser trocken ausbürstet als wäscht. In eingen Reformhäusern gibt es zum "Wiederauffrischen" Lanolinspülungen.

  • Man kann auch unter die normale Gewandung eine Regenhose anziehen, hält erstaunlich trocken. --Hana, 14.02.05

Rüstung im Regen

Bei Metallrüstungen kommen zwei Faktoren zusammen: Erstens kühlt Metall schnell aus, zweitens besteht die Gefahr von Rost. Ein gebläuter oder polierter Helm rostet aber auch in strömenden Regen nicht sofort, während rauerer Stahl da schnell recht anfällig ist. Großzügiger Einsatz von Öl hilft, und wichtig ist hier vor allem, die Rüstung nicht feucht oder mit feuchtem Stoff zusammen wegzupacken.

Schuhe im Regen

Hier wird es schon schwieriger. Die Ambienteschuhe haben (falls sie aus Rauleder sind - Glattleder kann je nach Schuh komplett wasserdicht sein) das Problem, dass sie schnell durchweichen. Gerade, wenn sie "nur" eine Ledersohle haben oder man durch hohes Gras wandert. Bundschuhe bringen dann schon gar nichts mehr. Abhilfe in vielen Fällen bieten hier GoreTex-Socken. Die sind im Motorradfachhandel zu finden und halten eure Füße noch trocken, selbst wenn das Wasser bereits in euren Schuhen steht. Bestes und historisches Mittel hier und auch für Rüstungen: Reichlich fetten! Ein regelmäßig und frühzeitig mit Schuhcreme behandelter Schuh ist zwar kein Gummistiefel, aber genauso wasserfest wie ein moderner Straßen- oder Wanderschuh. An Lederpflege mit Bienenwachs scheiden sich etwas die Geister, manche behaupten, davon würde Leder langfristig brüchig.

Trippen

Wer es besonders historisch mag, sollte sich nach Trippen umgucken. Diese sehen aus wie etwas übergroße Sandalen mit Holzsohlen, die man unter die Schuhe schnallen konnte. Schützen gut von unten, schränken die Beweglichkeit aber etwas ein.

Ambienteschuhe mit Gummisohle

Gummisohlen an Ambienteschuhen fallen kaum auf, bringen aber viel. Eine Gummisohle unter den Schuhen hält das Gröbste fern. Schützt aber nicht mehr, wenn ihr in eine tiefe Pfütze tretet.

BW-Stiefel

Bieten festen Halt und sind sehr dicht. Sehen allerdings absolut nicht ambientig aus, doch wer achtet schon im strömenden Regen darauf? Unter Ambienteschuhe stehen auch Tipps, wie man sie gut tarnen kann.

Holzklompen

Auch unter Ambienteschuhe zu finden. Sehen gut aus, aber Vorsicht, wegen mangelnden Profils könnten sie sehr rutschig werden.

Barfuß

Auch Barfußgehen ist eine Möglichkeit, wenn es trotz Regen warm ist oder ihr abgehärtet seid. Im Mittelalter wohl auch gerade in ärmeren Schichten üblich gewesen, wenn man gerade keine Trippen dabei hatte. Schuhe waren das teuerste Kleidungsstück, man wollte es sich nicht beim ersten Regenguss ruinieren.

Zeltlager

Wenn es auf einem Zeltcon regnet, solltet ihr darauf achten, dass ihr euer Zelt nicht da aufstellt, wo das Wasser hinfließen kann, z.B. in einer Senke oder am unteren Ende eines abfallenden Geländes. Zelte werden gerne mal mit Bannern behängt, Iglus mit Stoffen abgetarnt. Wenn es jedoch regnet, sollte möglichst alles vom Zeltdach verschwinden. Egal, ob das dann unambientig aussieht oder nicht. Liegt etwas auf dem Zelt, kann Wasser eindringen! Auch, wenn das Zelt eine Imprägnierung hat! Ein Zelt mit festem Boden dürfte keine weiteren Schwierigkeiten haben. Habt ihr jedoch eines ohne festen Boden, so solltet ihr eine Plane zum Auslegen dabei haben. Es hilft ungemein, eine große Plane zu haben, möglichst etwas größer als der eigentliche Zeltboden - mit ein paar Klammern (albern, aber wirkungsvoll) lässt sich die Plane so mit einem ein paar Zentimeter messenden Rand versehen. Dabei muss man allerdings aufpassen, dass keine der Ecken als Regenfang dient. Ansonsten ist nämlich die ganze Origami-Arbeit umsonst ;)

Die Plane ist auch praktisch, wenn es beim Auf- oder Abbau regnet. Falls ihr euer Auto nicht die ganze Zeit daneben stehen lassen dürft, könnt ihr damit die bereits ausgeräumten Habseligkeiten damit abdecken.

Achtete darauf, dass euer Zelt auf regenfestem Boden steht. Auf Sandboden schwemmt es gerne mal die Heringe raus. Ein Graben um das Zelt kann ebenfalls helfen. Idealerweise gräbt man den bereits vor dem Regen ;-) Aber fragt vorher den Veranstalter. Auf dem DF02 war ein Graben ums Zelt eine teure Angelegenheit. --TilmannHolst, 13.06.2004

Sollte es beim Abbau regnen, dann vergesst nicht, euer Zelt direkt zuhause trocknen zu lassen, ansonsten droht Schimmelgefahr!

Siehe auch Zelt abdichten.


Autoren: ThiloTrapp (12.6.2004)
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