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LarpMeinung: Gute Charaktere

Was sind "gute" Charaktere? In Diskussionen hat sich gezeigt, dass ein jeder was anderes unter einem "Guten" versteht. Bei den einen fängt es schon bei "allen, die nicht böse sind" an, bei anderen "die vom Grundsatz her gut sind" und bei wiederum anderen erst bei "selbstloser Heilbringern". So viele unterschiedliche Vorstellungen sind nur schwer unter einen Hut zu bringen. Darum kann es auch keine saubere Klassifizierung geben.

Nicht jedem liegt der die Rolle einer selbstlosen, guten Seele und nicht jeder hat die Ausdauer, beständig in einer solchen Rolle ein Wochenende zu verharren. Man sollte auch trennen ob der Charakter jetzt wirklich ein guter Mensch ist oder ob er nur das Deckmäntelchen verwendet. Wenn man politische und religiöse Fanatiker fragt werden sie sich stets als gut bezeichnen.

Beispiele von idealisierten, guten Charaktere

  • Heiler: Reale Vorbilder wären z.B. Hildegard von Bingen, Sebastian Kneipp, Mutter Theresa oder Albert Schweitzer. Jene hatten als Gemeinsamkeit eine tief verwurzelte Frömmigkeit.
  • Priester: Hier gibt es eine ganze Reihe von historischen Vorbildern. Selbst Missionierungen konnte friedlich erfolgen (z.B. hl. Bonifatius). Ein fürsorgliches "Schäfchen hüten" mit der Essenz des Väter-/Mütterlichen.
  • Magier: Gandalf, aus "Herr der Ringe" von J.R.R. Tolkien, ist ein wunderschönes Beispiel. Weise, klug und stets bemüht, den Menschen/Elfen/Hobbits/Zwerge einen Weg aus der Dunkelheit zu zeigen.
  • Abenteurer: Aragorn, aus "Herr der Ringe" von J.R.R. Tolkien, passt perfekt in das Idealbild von einem guten Charakter. Stellt sich einer Horde von Orks entgegen, um seine Freunde zu retten.
  • Paladin: Hector aus der letzten Troja-Verfilmung als Beispiel eines ruhigen, eigentlich unwilligen Kämpfers

Beispiele, wie Gute Charaktere nicht sein sollten

  • Paladin: Bei der Begrüßung erst mal rumprahlen ("Ho ho, ich bin Paladin") und immer besserwisserisch alles ablehnen ("Ich bin Paladin, also habe ICH Recht"). Wenn die örtliche Bevölkerung nicht spurt, wird sie niedergemacht.

Es gibt auch einen Fall, in dem ein Lichtpaladin in seiner Reisegruppe einen Meuchelmörder und einen Nekromanten bei sich führt. Wie das zusammenpasst ist zwar subjektive Auslegungssache, jedoch sollte man nicht unterschätzen wie wichtig die Einhaltung diverser Klischees sehr viele Teilnehmer ist.

--- TobiasBrinkmann, 25.06.2005

Wie schon bei den bösen Charakteren geschrieben, ist das Selbstverständnis von bösen und guten Charakteren oft deutlich anders als ihre eigentliche Gesinnung. Ein Kriegsverbrecher mag sich selbst für einen Helden halten, ein Prediger gegen die Hexenverfolgung als Werkzeug des Teufels. Wirklich gute Charaktere sollten auch moralisch über den anderen stehen und nicht unter dem Deckmantel ihres eigen gut sein, jede Skrupel über Bord werfen. Jeden Feind, der am Boden liegt, erschlagen, Folter und ähnliches sind nicht Gut! Warum nicht mal dem Feind einen Vorteil lassen? Gut, es darf halt nicht der stereotype Bösewicht sein. Ebenso sollte ein Guter, auch im Kampf, nicht jeden Vorteil ausnutzen.

Besonders aber ist das Verhalten zu seinen Mitmenschen entscheidend. Das Lager abzuschotten und jedem Fremden misstrauisch gegenüber zu treten, erweckt kaum Vertrauen. Wirklich Gute sollten entsprechend auftreten. AndrejPfeifferPerkuhn 1.2.2005

Einige schöne Beispiele zum Thema "Gut/Böse" gibt es in den Drangonlance-Büchern (Anmerkung des Verfassers: Liebe Kinder, die DL-Bücher sind eine antediluvianische Serie von Margaret Weis & Tracy Hickman und gehören zu einer gaaanz, gaaanz alten AD&D-Welt ;-)). Da sind es nämlich durchaus die "Guten", die in ihrer Selbstüberschätzung unendliches Übel über die Welt bringen. Z.B., um das Paladin-Beispiel aufzunehmen, der Orden der Ritter von Solamnia, der im strikten, wortwörtlichen Beharren auf seinen Codex so verbohrt ist, daß die ursprüngliche gute Bedeutung längst verloren scheint. Oder jener "gute" Hohepriester, der durch seine Vermessenheit gar den Kataklysmus und das Verschwinden der Götter herbeiführt.

Die Einteilung in "offiziell" Gute und Böse ist IMHO ein reichlich naives Konzept - denn wer urteilt denn jetzt? Was ist für wen gut oder böse, und vor allem: was ist jetzt WIRKLICH gut oder böse? --MartinBauer, 0102'05

Vermutlich werden viele Spieler das, was ich gleich beschreibe, nicht mehr als "gut" im eigentlichen Sinne einstufen. Da dieses Konzept aber dennoch gespielt wird, halte ich diese Änderung für angebracht. Im Rahmen des Soldatenkönig-Konzepts der Etraklinkampagne spielen die betreffenden Charaktere auf der Seite des Lichts. Allerdings sind die Methoden und Vorgehensweisen der Charaktere selten das, was man clicheéhaft als "gut" bezeichnet. Man könnte die Charaktere als Werkzeuge bezeichnen, die alles tun, um ein höheres Ziel zu erreichen. Dies schließt Handlungen wie Folter (nicht ausgespielt, kindisch war damals), IT-Mord, Lüge, Gewalt, usw. ein. Allerdings gibt es Grenzen, die zwar bis zu einem gewissen Grad persönlich festgelegt, nicht überschritten werden. Außerdem gibt es ein klassisches Feindbild --> das "Böse". Die Absicht dieses Beitrags liegt nicht in der Rechtfertigung der beschriebenen Spielweise, sondern in deren Offenlegung. Es muss also nicht länger geflüstert und mit dem Finger gezeigt werden, sondern es darf direkt angesprochen und diskutiert werden. Einigen Lesern wird an dieser Stelle vielleicht das ein oder andere bizarre Erlebnis in den Sinn kommen, darum der Hinweis: Die Spieler dieser Charaktere sind keinesfalls unfähig, etwas anderes darzustellen. Persönliche Meinung: Für mich zählt diese Spielweise durchaus noch zum Konzept "gut", allerdings sind sich die Spieler der Grenzwertigkeit durchaus bewusst. --DominikFarnady, 02.04.05

Einen schönen Ansatz des "Guten Kriegers" findet man meines Erachtens bei DSA. Motiviert wird das ganze durch die Kriegsgöttin Rondra, die ganz besonders den "Kriegern", d.h. Zöglingen einer Kriegerakademie, sehr heilig ist. Diese dürfen keine Hinterhältigen Waffen (Bogen) im Krieg benutzen, nicht aus dem Hinterhalt angreifen, kein Gift benutzen, sollten nicht kämpfen, wenn sie selbst an Waffen oder Kämpfern überlegen sind usw. Ich denke, dass sich manch ein LARP-Paladin an deren Ehrenkodex eine Scheibe abschneiden könnte. Denn mit guten Vorsätzen prahlen und dennoch immer nur unfaire Tricks verwenden passt nicht ins Klischee. -- PatrickC, 8.11.2007


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