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LarpMeinung: Fantasie oder Darstellung?

LARP lebt von der Darstellung, nicht von der Vorstellung. Wer andere dazu zwingt, sich Dinge vorstellen zu müssen hat den Sinn des LARPs nicht verstanden. Solche Leute sollten vielleicht doch lieber bei Pen&Paper-Rollenspielen bleiben. Natürlich gibt es Leute, die aufgrund von Geldmangel o.ä. Mängel in ihrer äußeren Darstellung (d.h. Gewandung, Ausrüstung) haben. Aber dann sollen sie dies bitte auch ehrlich zugeben anstatt zum Gegenangriff zu blasen und allen anderen "mangelnde Fantasie" vorzuwerfen. Und wer eine schlechte innere Darstellung (d.h. schauspielerischen Leistung) abliefert, darf sich nicht wundern, wenn seine Mitspieler ihn (zurecht) verreißen. Ein Musiker, der falsch spielt und seinen Zuhörern dann sagt "Ihr müsst euch vorstellen, ich hätte richtig gespielt" macht sich lächerlich.

--Section31, 19.01.2005

Das Problem beim Livrollenspiel ist nunmal, dass es Geld kostet. Relativ viel Geld sogar, wenn man Conbeitrag, Spritkosten und Austattung bedenkt. Und das ist der Punkt: Wer mit LARP anfängt, sollte bereit sein, Geld zu investieren. Das muss nicht die teure Hammerkunstrüstung oder das hochwertige Brokatkleid sein, aber es gibt nun mal einen ungefähren Grundbetrag, um den man zu investieren nicht herumkommt. Ein guter Freund von mir hat mal gesagt: "Wer Ski fahren will, nagelt sich auch nicht ein Paar Gummistiefel auf zwei Dachlatten." Der oft herangezogene Legitimierungsversuch "Aber wenn er nicht so viel Geld hat? Er möchte halt mitspielen" ist kein wirkliches Argument, weil er von vielen Leuten verlangt, sich nach Wenigen (Einzelnen) zu richten. Es kann nun mal nicht jeder machen, was er will, und jede Gemeinschaft hat Regeln. Um mit Mr. Spock zu schließen: "Das Wohl Vieler wiegt mehr, als das Wohl eines Einzelnen." ;-)

-- DanielJ, 21.04.2006

Wohl kaum jemand wird sich über einen Anfänger aufregen, dessen Elfenohren nicht abgeschminkt sind oder der auf dem ersten Con im Klassiker Schnürrlederhose, Piratenhemd und Abenteurerschwert herumläuft. Doch sollte gerade der eigene Anspruch von Con zu Con (und auch und gerade dazwischen) wachsen, denn die Erfahrung zeigt doch klar: wer sich bemüht, gerade, was die Gewandung angeht -die nun nicht "authentisch" sein muß im Sinne von "historisch korrekt"- der wird zum einen eher in das Spiel der anderen integriert werden, zum anderen auch Hilfe und Tipps bekommen, die Geld sparen können. Dennoch wird man nie völlig um die Vorstellungskraft herumkommen können, doch sollte diese eher für Dinge, wie Magie oder NSC-Drachen bemüht werden müssen, als für Mitspieler.

--Einhard, 21.04.2006

Zu Daniels Anmerkung: Das sehe ich anders. Auch wer nicht viel Geld hat, oder nicht viel Geld investieren will, sollte mitspielen können. Ich will nicht, dass arme Leute nicht teilnehmen können. Gerade im LARP kann man mit wenig Geldeinsatz viel Spass haben. Und es gibt auch andere Gründe, nicht viel Geld auszugeben: Wenn ich das erste mal LARP mache, dann ist es vernünftig, dass ich eine braune Jeans, ein Mittelalterhemd vom letzten Markt und ein Tapeschwert habe. Ein paar Kleinigkeiten vom Flohmarkt und meine Ausstattung kostet mich kaum 50 Euro. Und ich kann mitspielen. Natürlich kann ich so keinen Adligen oder Geweihten etc. spielen. Aber einen Abenteurer, vielleicht auch einen Waldläufer oder so was geht schon. Und soviel Entgegenkommen erwarte ich auch von den "Vielen" für den "Einzelnen". Denn es gibt jemandem die Chance ein Wochenende lang Spass zu haben und kostet nicht wirklich etwas. Im Gegenteil: auch ich habe mehr Spass, wenn ich die Spielwelt als "echt" empfinden will, als wenn ich nur nach Armbanduhren et. suche. Ich muss nicht auf die Fehler in der Ausstattung schauen. Sowas kann man ausblenden. Da geht sowieso meistens viel mehr als man denkt: Wir waren mal in einem alten Silbereisenbergwerk, aber aus Sicherheitsgründen mussten wir die dämlichen gelben Bauhelme aufsetzen. Nach 5 Minuten hat die niemand mehr bewusst wahrgenommen. Und das geht mit Jeansnähten und aufgesetzten Taschen mindestens genausogut, wenn man nicht von vornherein jemanden sucht, über den man lästern kann um seine eigenen Minderwertigkeitskomplexe zu kompensieren. Und wenn derjenige Spass am LARP hat, dann wird die Ausstattung besser werden. Beim einen schneller, beim anderen langsamer. Aber besser auf jeden Fall. Oder kennt Ihr einen ernsthaften LARPer, der nicht mindestens ein neues Accessoire oder ein neues Kleidungsstück oder sowas bei jedem Con dabei hat?

--Dolgan, 22.05.2006

Dies ist ja eigentlich kein Diskussionsforum. Deshalb wundert mich, wie man der Aussage "LARP braucht einen gewissen Grundbetrag, um mitmachen zu können" mit der Aussage "Stimmt nicht! Mit 50 Euro kann man schon mitmachen!" widersprechen kann. Ich empfehle Überdenken des Standpunkten und Überprüfen darauf, ob der Widerspruch sich gegen den richtigen richtet. Und ich empfehle, LARP vom Anspruch kostentechnisch her mal mit Schach, Schwimmen oder Origami zu vergleichen.

-- HeinzKreienbaum, 22.05.2006

Ich kann Heinz nur zustimmen. Vor allem erscheint mir die Diskussion um "was kostet LARP" an der Realität vorbei zu gehen. Wenn sich Spieler in T-Shirt und Lederhose ein Kettenhemd leisten können und mehr Waffen als sie Arme haben, dann scheint Geld nicht wirklich das Problem zu sein. Sondern ein sichtbarer Mangel an Bereitschaft, eine gute Darstellung umzusetzen. Ich spreche auch nicht von Anfängern, von denen wohl niemand verlangt große Geldsumme für ein Reinschnuppern auszugeben. Aber Kleidung für ca. 50 Euro stellt verwandelt einen Spieler, für alle die ihn sehen, in einen Charakter, ohne ihn ansprechen zu müssen. (Für das gleiche Geld ist sogar "ein bischen historisch korrekt" zu bekommen, aber das muß jeder selbst entscheiden.) Und es kostet weniger als die Hälfte als selbst das biligste Kettehemd das ich bis jetzt gesehen habe. Oberhalb eines absoluten Minimum ist also gute oder schlechte Darstellung keine Frage des Geldes, sondern des Wollens. <Ab hier ist Sektion31's Argument zu wiederholen>

-- LutzBehnke, 24.05.2006


Siehe auch LarpKlischees oder SpielOderAusstattung

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