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Larpmeinung: Die SL als Geisterfahrer

Wer hat folgende Aussage nach dem Con nicht schonmal gehört: "Ich habe doch alles getan und mein Plot war so offensichtlich!" Natürlich immer nach mehreren Aussagen der Spieler, dass sie den Plot nicht verstanden haben. Nach langer Diskussion mit solchen SLs sieht man selten Verständnis, oft nur Verhärtung. Woran liegt das? Und viel wichtiger, kann das auch einer "normalen" SL passieren?

Wie kann es dazu kommen, dass die Spieler einen Plot komplett übersehen? Obwohl man selber den Plot ganz eindeutig platziert hat? Es gibt dutzende Ursachen, und nur eine davon ist "Unlust" der Spieler. Viel häufiger sind Gründe wie "Übersehen" oder "Nicht für wichtig gehalten". Nur ist das natürlich dem Plotschreiber nicht ersichtlich. Wenn nun die SL sich spontan umbesinnt und flexibel ihren Plot ändert, dann ist nichts passiert, was den Spielern auffällt. Dazu stehen von dem zweiten Zettel mit bunterer Farbe bis hin zu der plötzlichen Eingebung eine Menge an Werkzeugen, mit unterschiedlichem "Deus ex Machina"-Grad zur Verfügung. Warum auch nicht?

Diese Frage wird ab und zu von SLs anders beantwortet. Da kommen so Aussagen wie "Ich bin doch kein Kindermädchen" oder "Bei uns wird halt richtig geplottet". Was dann grundsätzlich zu den üblichen Diskussionen bei den Conbewertungen und insbesondere zu unzufriedenen Spielern führt. Warum muss das sein? Geht es diesen SLs darum, gegen ihre Spieler zu spielen? Zumindest erscheint es, wenn dann in der Diskussion eine deutliche Uneinsichtigkeit seitens des SLs deutlich wird.

Meiner Meinung nach ist diese Einstellung Unfug. Es geht in meinem LARP nicht darum, einen Hürdenlauf für die Spieler zu konstruieren, sondern eine Geschichte zu erzählen. Das sollte auch die erste Priorität des Spielleiters sein. Denn einen Hürdenlauf, ein Wettstreit zwischen Spieler und Spielleiter, kann man beliebig schwer machen. Der Spielleiter ist in einer dermassen mächtigen Position, dass ausser einer gemeinsame Erzählung alles andere konsequenterweise nur in einem totalen Desaster für die Spieler enden kann.

--JeremiasW, 19.11.07, andere Meinungen ausdrücklich erwünscht!

Man darf als SL nicht vergessen, dass man einen vollkommen anderen Blickwinkel auf die Dinge hat. Beispiel: Wenn man den Plot kennt, mag das merkwürdige Verhalten von NSC X sofort als Zeichen der Besessenheit auffallen - kennt man ihn nicht, so ist das halt ein leicht schräger Typ, was solls? Es ist leicht zu sagen, der Plot wäre offensichtlich, wenn man ihn kennt und nicht mitten drin steckt. Von oben wirkt alles viel klarer, aber ein Spieler, der den Plot nur über NSCs, etc. mitbekommt und nicht schwarz auf weiß auf nem Zettel stehen hat, ist vielleicht nur noch verwirrt. Schließlich ist das, was die NSCs spielen, nicht automatisch 100% das gleiche wie das, was die Orga auf dem Zettel stehen hat. NSCs sind auch nur Menschen und in der Kommunikation sind Unklarheiten normal - wenn dann die eine Partei nichtmal weiß, welcher Teil der Kommunikation wichtig war, ist Verwirrung quasi vorprogrammiert.

Sich darauf auszuruhen, dass die Spieler dumm seien, ist Blödsinn. Als Orga muß man dauernd bereit sein zu improvisieren, um den Spielern nen Schubs zu geben.

--FlorianSchätz, 30.03.08, nicht unbedingt ne andere Meinung :-)


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