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LarpWiki: SpielBerichte/Die grosse Turney

Die grosse Turney

01.-04.09.2005 im CVJM-Feriendorf Herbstein

VERANSTALTER: Jan Dinspel et al. für Phantastische Welten e.V., Förderverein für mittelalterliches Laienschauspiel e.V. und Nebellegenden e.V.

BILDER

LOCATION: Das Feriendorf Herbstein ist ein großes Gelände mit Blockhütten, Familienhäusern und Zeltplätzen. Die Sanitäranlagen sind adäquat, wenn auch die Bewohner der abgelegeneren Zeltplätze etwas weit zu laufen hatten.
Der Platzwart hat selber LARP-Erfahrung und war sehr hilfreich und engagiert.

ORGA: Als Helfer im engeren Orga-Umfeld fällt es mir hier schwer, ein objektives Urteil abzugeben. Ich glaube, wir haben uns ganz gut geschlagen. Zeitweilig hatte ich das Gefühl, als hätte die Kommunikation trotz stellenweise vorhandenem Sprechfunk besser sein können, aber wir haben uns bemüht, sämtliche Fragen und Probleme zu lösen und größere Pannen sind mir nicht bekannt.

VERPFLEGUNG: Selbstverpflegung mit Option auf eine Vollverpflegung durch die Zarorier. Dazu für alle ein von selbigen ausgeführtes Büffet am Samstag abend. Das Essen der Zarorier war gut und für mich ausreichend, auch wenn ich von anderer Seite vereinzelte Klagen über die Menge hörte.

AUSSTATTUNG: Der absolute Pluspunkt dieser Veranstaltung. Die Aufbaucrew hat in vier Tagen vor der Veranstaltung einen Riesenhaufen an Dekorationsmaterial auf dem Platz verbaut. Über 200 bunt bemalte Pfosten teilten das Gelände auf. Fast tausend bunte Wimpel, eine Menge Banner, Fahnen und Wappenschilde sowie diverse Tischdekoration in den geschlossenen Veranstaltungsräumen sollte ein möglichst stimmungsvolles Ambiente schaffen.
Ein wichtiges Ziel der Veranstalter war von anfang an, ein tatsächliches Lanzenstechen abzuhalten und so wurde eine komplette Tjostbahn aufgebaut, auf der zwei Holzpferde auf Rollen von Knappen aufeinander zugeschoben werden konnten. Eine kleine Tribüne und mehrere Anzeigetafeln gab es auch noch.
Aber nicht nur die Orga, auch die über 400 Spieler haben mit Kostümen und Ausstattung in einmaliger Weise zum Ambiente der Veranstaltung beigetragen. In unmittelbarer Nähe des Turnierplatzes wurden bekannte Gruppen mit Mittelalterzelten angesiedelt aber auch auf dem übrigen Platz waren ausnahmslos Ambientezelte zu sehen. Von den adligen Teilnehmern wurde in den Regularien ein Adelsbrief, ein Helm mit Helmzier, ein Wappenrock und Schild, sowie eine Mindestrüstung je nach Disziplin verlangt und viele Spieler haben diese leichten Anforderungen deutlich übererfüllt. Die Helmschau (auch ein erklärtes Ziel der Veranstalter) mit etwa 70 geschmückten Helmen und Wappenschilden war eine der dekorativsten Szenen, die ich bisher im LARP erlebt habe.

PLOT: Ein ritterliches Turnier mit allem, was dazu gehört. Drei Hauptwettbewerbe (Schild/Einhandwaffe, Eineinhalbhänder, Lanzenstechen), Bogenschießen, Speerwerfen, Sänngerwettstreit, Knappenturnier, Gestampfe, Helmschau mit Turniereid, ein Markt, Bade- und Massagehaus, ein Adelsgarten, Taverne und Teestube, Gelegenheiten zu individuellen Herausforderungen und ein abschließender Ball.

KRITIK: Ich hatte im Vorfeld stellenweise das Gefühl, daß die Hauptorga etwas zu wenig Angebot für Nichtadlige hatte, bzw. das vorhandene Angebot im Web-Auftritt zuwenig deutlich machte. So blieben manche Spieler aus, weil sie die Möglichkeiten für Nicht-Ritter nicht sahen.
Der Hofstaat des gastgebenden Adels war etwas dünn. Hier hätte es noch ein paar NSCs gebraucht, um den Ansturm der Bittsteller, der an das Gastgeberpaar herantrat, zu kanalisieren. Auch die Büttel, die auch als Leibgarde des Gastgebers fungieren mußten, hätten etwas mehr Personal vertragen. Nicht zuletzt durch den Druck, der auf einigen wenigen NSCs lastete und den teilweise sportlichen Zeitplan kamen sich am Samstag abend die In-Time- und Out-Time-Organisation etwas ins Gehege, was zu leichten spielerischen Holprigkeiten führte, die aber dem tollen Gesamterlebnis keinen nennenswerten Schaden zufügten.

FAZIT: Ein Meilenstein.

CC-BY-NC-SA © 2005 RalfHuels, alias MiG mit Kamera, alias Ludovicus, Händler in Specereyen und Zuckerwerk aus den Freigrafschaften.


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