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LarpWiki: FallenArten

Siehe auch FallenStellen

Grundsätzliches

Häufig wird übersehen, dass es grob drei unterschiedliche Orte gibt, Fallen aufzustellen, mit jeweils unterschiedlicher Zielsetzung. Bei der Wahl der Regeln und dem Verwenden von Fallen sollte man dieses aber beachten.

  • Wald- und Wiesen-Fallen

    • Werden (meist von "Jägern" irgendwo aufgestellt in der Hoffnung, dass irgendetwas sich darin verläuft. Ist für's Larp uneeignet, da man real keine Tiere fangen kann und man eben immer ins Fallendilemma läuft (siehe auch FallenStellen).

  • Die Schloss-Falle

    • Wird an ein Schloss angebracht, um dieses zu sichern. Das ist der klassische Mechanismus, auf dem die meisten LARP-Fallenregeln (so vorhanden) aufbauen.
  • Die Dungeon-Falle

    • Hat das Ziel, einen Durchgang im Dungon zu versperren. Sie bietet eigentlich den größten Ansatz für's Spiel, da man eben an ihr vorbei muss und trotzdem auch ohne Fallenregeln mit ihr spielen kann - so muss der Spieler z.B. immer auf den schwarzen Feldern laufen oder muss knien ...

Kategorien

Fallen lassen sich grob in vier Kategorien einteilen (Überschneidungen sind natürlich möglich):

  • Alarmfallen

    • Alarmfallen verursachen ein lautes Geräusch, das auf die Auslösung aufmerksam machen soll. Das kann beispielsweise eine Glocke sein, ein herunterfallendes Blech o.ä.
  • Festhaltefallen

    • Festhaltefallen sollen das Opfer einfangen. Beispiele wären Netzfallen oder Gitterkäfige.
  • Markierungsfallen

    • Selten, aber möglich. Beim Durchlaufen der Falle bemerkt das Opfer zunächst nichts, kriegt aber unbemerkt eine Markierung (Kennzeichnung auf dem Umhang, Stempelfarbe an den Fingern beim Anfassen eines Objektes etc.) verpasst, so dass man später sagen kann, dass das Opfer an einem bestimmten Ort gewesen ist bzw. einen bestimmten Gegenstand berührt hat.
  • Schadensfallen

    • Solche Fallen sollen das Opfer verletzen oder töten. (Sofort)Tötungsfallen sollten aber im LARP nicht eingesetzt werden.

Typen

Im Folgenden eine Sammlung von Ideen und Erfahrungen mit verschiedenen Fallentypen. Durch die Vielzahl der Kombinationsmöglichkeiten von Mechanik, Alchemie und Magie kann eine solche Aufzählung allerdings kaum vollständig sein.

  • Alarmfallen Im Aufbau ähnlich der Stolperfalle (s.u.), nur wird hier noch ein akustischer Effekt hinzugefügt. Für diesen bieten sich verschiedene Möglichkeiten an: Kleine Glöckchen, Zugschnurknaller, Knallerbsen, Blech fällt auf Blech, Coladosen mit Nägeln drin, elektronische Spielereien aus dem Fachmarkt, usw. Eine Variante kann wie folgt aussehen: Eine etwas veränderte Mausefalle, bei der durch Herausziehen des Splintes der Bügel zurückschnellt und so die Knallerbse auslöst (für die Knallerbse dient hier als Platzhalter eine kandierte Kichererbse). Beim Aufbauen dieser Falle ist (wie bei allen anderen Fallenarten natürlich auch) darauf zu achten, dass die Möglichkeit, sich an dem zurückschnellenden Metallbügel die Finger zu klemmen, so gut wie ausgeschlossen werden kann.

  • Fahrende Wände . Auch ein Klassiker aus Film und Fernsehen. Man benötigt hierzu ein fahrbares Wandsegment, an das idealerweise noch Schaumstoffspitzen angebracht werden. Eine schöne Möglichkeit, um Zeitdruck zu erzeugen, vor allem wenn die Wand nur sehr langsam auf die Spieler zufährt und sie ansonsten eingeschlossen sind.

Eine solche Wand lässt sich sehr einfach bauen: Folie mit zwei Löchern, dadurch laufen Seile, quasi als Schiene. Darüber sind fest an die Folie angebracht zwei weitere Seile, die die Wand ziehen. Wer das Ganze nicht per NSC bedienen lassen will, kann die Wand auch über Rollen von einem Gewicht dank der Schwerkraft ziehen lassen. Kombiniert mit einem einsprechenden Auslöser ist das Ganze dann vollautomatisch.

  • Fallgrube . Fallgruben lassen sich sehr einfach realisieren, indem man ihren Rand darstellt. Hier können die Spieler fast gefahrlos drüber springen oder sonstige Überbrückungstechniken erproben. Eine reale Fallgrube bietet dagegen großes Gefahrenpotenzial. Selbst, wenn sie nur wenige Zentimeter tief ist, kann man sich darin die Haxen brechen.

  • Felsball (wie z.B. in Indiana Jones) Ein rollender Felsball lässt sich z.B. durch einen Sitzball, oder aufblasbaren Wasserball oder eine aufblasbare Weltkugel (die gibt es auch mit zwei Metern Durchmesser) darstellen (natürlich entsprechend bemalt/beschichtet). Möglich ist auch eine Konstruktion aus Pappmaché.

  • Gasfallen Hierfür kann man gut Nebelmaschinen (evtl. mit dem Zusatz von Duftölen) verwenden. Oder man benutzt chemische Reaktionen wie die klassische Stinkbombe (für die ganz Harten). Auch Rauchbälle sind gut geeignet, um Gase dazustellen. Gerade bei unangenehm riechenden Substanzen sollte man auf gute Belüftung achten!

  • Magische Fallen:

    • Alarm: Es gibt so kleine Alarmgeräte, die piepsen, wenn man das Magnetchen entfernt. Kosten sehr wenig und bekommt man beim Elektronik-Ramschhändler.
    • Blendfalle: Fotoblitz. Mit Mausefalle (Elektrokontakt) als Auslöser. Hier sollte man auf einen ausreichenden Abstand achten. Auch Bühnenblitze können hier verwendet werden, aber man sollte vor allem hier auf Sicherheitsabstände und Sicherheit achten. Bühnenblitze können ersthafte Verbrennungen verursachen!
    • Fokusfalle: Hier wird ein sogenannter KnickFokus so angebracht, dass er bei Auslösen der Falle gebrochen wird. Die im Fokus gebannte Magie wird frei und fällt auf das Opfer. (Z.B. Feuerball, Versteinerung o.ä. je nach Regelwerk)

  • Netzfalle. Ein Netz oder eine Schlinge, das/die jemanden, der drauftritt, den Baum hochzieht, ist sicherlich zu gefährlich (ich möchte auch nicht mit dem Wanderer/Förster reden müssen, der reingetreten ist). Man kann aber das Netz auf den Boden legen (und ein wenig tarnen), aber auf das automatische Hochziehenverzichten. Statt dessen eine Puppe oder ein Stoffbündel nach oben ziehen, oder aber den Spieler, soweit wie er kann kann/will, sich selbst hochziehen oder im Netz einwickeln lassen. Gleiches gilt für Schlingen, die einen am den Beinen hochziehen.

Alternativ kann auch ein Netz von oben auf das Opfer herabfallen. Hierbei darauf achten, dass das Netz nicht zu groß ist, sonst verheddert man sich wirklich.

  • Pechfalle

    • Durch Drauftreten auf eine Schnur oder durch andere Auslöser kann ein Kessel gekippt werden (bitte nicht so, dass er herunterfällt!) und kochendes Pech über die Belagerer ausgießen.
      • Natürlich wird dabei kein echtes Pech verwendet sondern schwarze Tücher die in (kaltem!) Wasser eingeweicht werden. Diese klatschen dann schön und die Spieler bekommen einen ordentlichen Schreck. Im Sommer auch eine willkommene Erfrischung, auch wenn sich das für die Charakte als eher unangenehm erweisen wird ;) (Alya)

  • Pendel , ob nun eine pendelnde Klinge, ein Baumstamm oder gläserne Säureampullen, da stößt die Fantasie an wenig Grenzen. Es sollte sich von selbst verstehen, dass keine Waffen mit Kernstab oder gar Glas verwendet werden können. Denn es ist bei einer solchen Konstruktion nie vorherzusagen, wo das Pendel trifft.

  • Rutsche . Eine Rutsche könnte, bei entsprechenden Voraussetzungen am Spielort, sehr stimmungsvoll sein. Ich wage aber zu bezweifeln, dass sich das ohne Weiteres realisieren lässt. Das Opfer müsste aus Sicherheitsgründen freiwillig rutschen.

  • Säurefallen

    • Zum Draufschmieren: Honig, Schmierfett oder Schleim (Stärke in Wasser gekocht) auf der Türklinke ... hähä ... (siehe auch AlchimistischerSchleim)

    • Zum "Attackieren" (sprich, irgendwas, das sich auf die Charaktere zubewegt): Rasierschaum, kann man auch nett färben. Gut geeignet sind Sprühluftschlangen aus der Dose.
    • NSC-Spaß: Mit Super-Soaker bewaffnete NSCs, die hinter den Wänden positioniert sind und durch Löcher in der Wand "schießen", geben brauchbare Säurefallen ab, wenn das Wetter entsprechend ist.
  • Schlagfallen

    • Was ich [NANETTE] auch gerne baue (in Türen oder Zelteingängen), sind "Schlagfallen." Irgendwie wird ein angeknicktes Blatt Papier mit Mehl beladen hingefummelt, so daß ein Eindringling eben eine Ladung Mehl stellvertretend für etwas Schweres / Gefährliches / Giftiges / Heißes abbekommt. Das ist eigentlich nicht zu übersehen und ansonsten total ungefährlich.
    • Ähnlich dem obigen Konzept können über Türen auch Schwämme (evtl. nass) angebracht werden, die beim Öffnen herunterfallen. Auch bekannt und erprobt während der Schulzeit ...
    • Eine direkte Umsetzung einer Schlagfalle ist eine Rattenfalle, an die ein längeres Stück Kabelrohr angebracht wird, das dann mit Schaumstoff gepolstert wird. Diese Falle eignet sich besonders an Ecken. Wird die Falle ausgelöst, schwingt der Schlagarm um die Ecke. Darauf achten, dass eine Höhe gewählt wird, die nicht Tiefschläge verursachen kann
  • Schussfallen , Armbrüste eignen sich hier recht gut, jedoch sind hier per Auslöser aktivierte Fallen problematisch. Man weiß nie, auf welch komische Ideen Spieler kommen und ein aus wenige Zentimeter ins Gesicht abgefeuerter Polsterbolzen ist für gewöhnlich unangenehm. Möglich ist es, dass ein NSC oder eine SL die Falle manuell auslöst.

  • Sprengfallen , Hier kann eine Kombination aus Elektrozünder und einem Silvesterböller eingesetzt werden. Der Elektrozünder (gibt es z.B. für Bühnenfeuerwerk) zündet dabei eine Zündlitze, diese wiederum den Böller (auf ausreichenden Sicherheitsabstand achten!). Als Auslöser kann alles verwendet werden, was einen Stromkreis schließt (z.B. eine umgebaute Mausefalle oder eine Wäscheklammer mit 2 Reißnägeln, an denen Kabel befestigt sind. Zwischen die Reißnägel wird ein Stück Karton geklemmt, das an dem ein Faden befestigt ist. Wird dieser herausgezogen. dann berühren sich die Reißnägelköpfe und der Stromkreis wird geschlossen) Durch die Litze ist jedoch eine deutliche Verzögerung in Kauf zu nehmen. (Man könnte auch den Böller direkt über einen E-Zünder auslösen, nur sollte man dann wissen, was man tut!) Als Erweiterung kann man sogar den Böller verwenden, um andere Mechanismen in Gang zu setzen. Z.B. hatten wir mal eine Deckenfalle, wo eine Klappe in ausreichender Höhe durch einen Böller gehalten wurde. Darauf lag Schaumstoff. Nach der Zündung des Böllers ging die Klappe auf und der Schaumstoff stürzte herab.

  • Stechfallen Besonders in engen Gängen oder Kriechgängen geeignet. Man braucht hierzu lediglich Löcher in der Wand/der Decke und ein paar NSCs, die mit kernlosen Schwertern (oder Stacheln) langsam durch diese Löcher "stechen".

  • Stolperfallen sind wohl eine der einfachsten Arten von Fallen. Hierfür eignet sich z.B. recht reißanfällige Wolle. Im LARP ist natürlich darauf zu achten, dass kein Mitspieler (und erst recht keine Unbeteiligten) zu Fall gebracht werden dürfen.

    • Realisierbar z.B. durch Schnüre, die an Schnurkrachern befestigt sind. Bleibt man am Faden hängen, gehen die Kracher los, dazu reicht sehr wenig Zugkraft.
    • Eine Variante dieser Stolperfallen (abgeguckt bei der Teutonia-SL) funktioniert mit Wäscheklammern.In die Wäscheklammer wird ein halbes Streichholz stehend eingesetzt. So, dass ordentlich Spannung auf der Klammer ist.Die Klammer wird nun auf der Einen Seite der Stolperfalle befestigt. Um das Streichholz wird ein Garn geknotet und dieses ordentlich zur anderen Seite der Falle abgespannt.Wenn nun jemand durch die Falle läuft, rutscht das Streichholz herraus und die Wäscheklammer gibt ein deutliches "Klacken" von sich.
      • Vorteile:

      • * Das Opfer merkt meist, dass es in eine Falle gelaufen ist.
      • * Das Garn muss nicht durchreißen, die Falle ist dennoch sicher.
      • * Das Opfer guckt instinktiv zur Klammer. Und kann nun auch das kleine Schild mit "Lähmungsgift 30 Punkte, Schönen Gruß, Deine SL" o.ä. lesen
      • * Befestigt man an den Klammerbacken noch Kontakte, so würde sich bei Durchschreiten der Falle noch ein batteriebetriebener Effekt (Klang/Licht) erzeugen lassen. Wenn das trennende Streichholz herausgezogen wird, kommen die Kontakte aufeinander und schließen den Stromkreis.
    • Eine andere Variante ist ein wenig aufwendiger, aber um so vielseitiger. Man baut sich einen Splint und eine Fassung. Die Fassung wird irgendwo befestigt und der Splint sichert über ein Seil eine Falle. Wolle oder Garn dient als Stolperdraht. tritt jemand gegen den "Draht" wird der Splint herausgezogen und die Falle aktiviert. Eine ganz einfache Art von Splint und Fassung habe ich hier mal aus Schweißerdraht selbst gemacht:
      • http://img223.imageshack.us/img223/4632/fallenauslser11pb.jpg

Und hier mit den Bändern bestückt. Ich habe mal auffäliges Band genommen, damit gut sieht, was ich meine:

  • http://img223.imageshack.us/img223/1093/fallenauslser26pa.jpg

  • Die beiden Bänder nach unten sichern die Fassung am Boden. Im Gebäude knoten man sie an Tische etc. Im Wald befestig man das Ganze eben mit einem Hering im Boden. Das Band nach rechts ist der Stolperdraht. Am besten nimmt man hier dünnes Garn. Das reißt notfalls, sollte sich der Mechanismus irgendwie verhaken (ist mir noch nie passiert) und niemand kommt zu Schaden. Wenn man Wolle nimmt, sieht man die leichter. In diesem Fall spannt man den Dungeon einfach kreuz und quer mit Wollfäden voll, dann weiß niemand, was der Auslöser ist und was nicht. Das Band nach oben sichert die Falle (z.B.: ein Schaumstoffgewicht, das über eine Rolle läuft, ein Klappe, ein Schwerkraftgewicht, welches über eine Rolle ein Wand zieht etc. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig). Durch das Gewicht der eigentlichen Falle wird der Auslöser auch auf der richtigen Höhe gehalten (Optimal sind 25 cm. Fällt nicht auf und wird oft erwischt). Nun wird die Falle aktiviert:
    • http://img482.imageshack.us/img482/1561/fallenauslser33yc.jpg Der Splint wird herausgezogen (Wer ganz sicher gehen will, hat das Ganze vorher geölt), das Sicherungsseil hakt aus und die Falle wird aktiviert (Das Schaumstoffgewicht fällt auf das Opfer etc.). Das ist der so ziemlich einfachste vollautomatische Fallenauslöser für ungefährliche Fallen, die halt wirklich funktionieren. Auf mittlerweile mehr als 3 Con haben 100 % aller Fallen ausgelöst und funktioniert, bisher hat noch nie etwas gehakt, spricht für diesen einfachen Mechanismus.

  • Trittfallen Sind vor allem als Auslöser für andere Fallen oder als "Tritt in Säure/Stachel" etc. nützlich. Eine Möglichkeit ist, zwischen zwei dünne Brettchen Knallerbsen legen, die Brettchen mit Klebeband zu fixieren und das Ganze dann unter einer Deckschicht zu verstecken. Geht am besten, wenn der Boden des Raumes/Ganges mit Stoff verdeckt ist, der Wellen wirf, damit man die Knubbel nicht bemerkt oder es stockdunkel ist.

Siehe auch FallenStellen

JensMilkuhn, nanette, PaulHörl, OlliKüppers, AlexanderSpecht, Maria



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