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LarpWiki: LarpImWinter

LARP im Winter

Während der normale Mitteleuropäer des frühen 21. Jhr. gerade im Winter wenig Zeit im Freien verbringt, so lässt sich auch dies mit ein wenig Planung bewerkstelligen, ohne gesundheitliche Probleme davonzutragen.

Grundregeln

  • Mehrere Lagen Kleidung tragen. Das meint nicht 3 (T-Shirt, Hemd, Jacke) sondern 5 und mehr. Die kann man dann nämlich wenn es einem warm wird (z.B. durch Bewegung) auch schnell wieder ausziehen.
  • Nicht schwitzen. Wenn ihr euch bewegt, dann zieht Kleidung aus, damit ihr in dem Moment wo ihr irgendwo steht, die trockene Kleidung wieder anziehen könnt.
  • Nicht in nasser Kleidung bleiben. Wenn ihr draußen bleiben müßt (Wache etc.) dann empfiehlt sich Lodenumhang damit eure Kleidung trocken bleibt. Testet euren Mantel ruhig vorher schon mal unter der Dusche um zu sehen wo es leckt. Ich habe festgestellt das die Kombination breiter Lederhut und Lodenumhang absolut wasserdich ist.
  • Auch wenn es wie eine Schleichwerbung für das BlöderHutCredo klingt: Tragt eine Kopfbedeckung. Hilft ohnehin beim Tarnen wenn ihr euch im Wald verstecken wollt.

    • Dazu eine Erklärung: Der Hut (Mütze, sonstige Kopfbedeckung) hilft vorallem, weil der Körper 2/3 seiner Wärme über den Kopf verliert. Trägt man eine isolierende Kopfbedeckung, wird einem plötzlich warm, auch wenn man sonst weniger anhat. --RobertWaldhans, 16.06.2004

  • Trockene Füße. Ambientige Schuhe sollten immer gut gefettet sein, das verlängert nicht nur ihr leben, sondern hält auch eure Füße trocken. Bei Lederschuhen empfiehlt es sich sogar zwei Paar mitzunehmen. Irgendwann ist jeder Schuh nass. Und wenn ihr unbedingt in Sandalen und Fußwickel laufen wollt, dann gibt es spezielle Goretex Socken die man darunter tragen, welche die Füße absolut trocken halten. Auch wenn die Versuchung groß ist, ganz viele Paar Socken übereinander anzuziehen, sollte man es nicht übertreiben, denn in zu engem Schuhwerk wird die Blutzirkulation gestört und die Füße werden noch kälter. Lieber eine Flizsohle einlegen und eine Mütze aufsetzen!
  • Nehmt lange Unterwäsche (noch besser Funktionswäsche) mit. Die hält einen trocken und warm. Zwar ist ein "Underarmor cold gear" nicht gerade "A", aber man trägt es ja auch drunter.

Rüstung

  • Ein Kettenhemd ist ein guter Wärmeisolator solange a) ein Wappenrock es vor dem Wind schützt und b) ein Gambeson oder wenigstens ein dickes Woll-Wams oder ein Pullover die Haut vor direktem Kontakt schützt. Dann wirken nämlich die kleinen Luftpolster in jedem Ring wie ein Isolator. Die Wirkung hängt natürlich davon ab wie wind-dicht euer Wappenrock ist. Mit dem üblichen Lätzchen mit Kopfloch kommt man da natürlich nicht weit.
    • Kurze zweifelnde Anmerkung: Zwar stimme ich zu, dass Luftpolster prinzipiell isolierend wirken, da ein Kettenhemd jedoch aus Metall besteht und somit bekanntlich ein guter elektrischer Leiter und somit auch ein guter Wärme- bzw. hier eher Kälteleiter ist (was mit der hohen Beweglichkeit des sog. "Elektronengases" im Metall zusammenhängt) bezweifele ich, dass ein Kettenhemd trotz Luftpolster auch nur annähernd als Isolator bezeichnet werden kann. Zwar gebe ich gerne zu, dass es mir hierbei an persönlicher Erfahrung mangelt, allerdings kann ich es mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie Metall isolieren soll. Ich denke, das Isolierende bei obiger Kombination sind Gambeson und Wappenrock und ohne das Kettenhemd dazwischen hätte man m.M.n. sicherlich wesentlich wärmer. 19.02.2006 -- SebastianMörz Kurze belehrende Erweiterung: Nö. Das Kettenhemd hat an seiner Innen- wie Außenseite annähernd die gleiche Temperatur, weil es ja, wg. des Elektronengases, sehr richtig, so gut wärmeleitend ist. Ergo: Auch die damit in Kontakt stehenden Gambesons und Wappenröcke haben die gleiche Temperatur. Und die hätten sie auch ohne Kettenhemd. Es ist also völlig wurscht ob mit oder ohne, kalt wirds so oder so. Fast. ,-) Das Kettenhemd stellt durch sein Mordsgewicht quasi so ne Art Wärmereservoir dar, das sich erst mal auf deine Kosten füllen will (frier!) Also hast du eigentlich Recht. Möglichkeit : Kettenhemd vor dem Anziehen kurz in heißem Wasser andünsten. Dann rostet es außerdem wie die Hölle, und du hast ordentlich Arbeit, es wieder blank zu kriegen. Dabei wird dir dann nochmal warm. -- Gruß, kf

      Dort, wo das Metall der Ringe die Oberflächen von Gambeson und Wappenrock berührt, ist natürlich die Isolationswirkung eher gering, aber an den Stellen, wo die Löcher sind, da wirkt eben jene isolierend. Es isoliert also insgesamt besser, als wenn es nicht vorhanden wäre und auch besser als eine Platte und schlechter als eine reine Luftschicht (wenn sie denn bestehen bleiben würde). Je dünner die Ringe und je größer ihr Durchmesser (bei extrem großen Ringen wirds wieder schlechter), desto besser die Isolationswirkung. Zusätzlich wirkt das Kettenhemd als Puffer: es speichert eben auch etwas Wärme und wenn man die Ringe aus einem Material mit einem höheren elektrischen Wiederstand bauen würde, könnte man eventuell das Ketenhemd auch als E-Heizung verwenden (wenn man es schafft, die Energieversorgungsprobleme einigermaßen elegant zu lösen) ;) -- Allan Wegan, 2006-06-16

Zelt

Ja, es gibt auch ein paar Menschen, die im Winter zelten ...

  • Merke: Das Zelt ist dafür da, vor Wind und Nässe zu schützen. Besonders moderne Zelte sind nicht dafür gemacht, Wärme zu halten.
  • Warmhalten. Sobald euch kalt wird: sofort eine Wärmequelle suchen, notfalls aufstehen und herumlaufen, denn man kühlt schneller aus, als man es wahrhaben will. Und wenn einem erstmal richtig kalt ist, ist mit Schlafen meist sowieso Essig.
  • Bei harten Minusgraden und feuchtem Zeltstoff sollte man darauf achten, das Zelt entweder offen zu lassen oder die Wärme IM Zelt zu halten. Es ist tatsächlich schon vorgekommen, dass die Zeltbahn am Eingang beim morgendlichen Rauskriechen einfach abbricht.
  • Schnee auf dem Zelt hilft isolieren, solange er nicht angetaut ist. Außerdem hilft er abdichten, wenn das Zelt am Boden nicht winddicht ist.
  • Achtung in Sachen Schneelast: Wenn große Schneemengen erwartet werden, sind kleine Zelte und sogar Saharas mit Originalstangen bruchgefährdet.
  • Wenn möglich: Ein vorsichtiges (!) Heizen des Zeltes mit einer kleinen, glutgefüllten Feuerschale oder ähnlichem. Sicherheitshalber sollte hier aber eine die Nachtwache übernehmen, um zu vermeiden, dass die gesamte Zeltbelegschaft a) abbrennt oder b) eine Rauchvergiftung erleidet. Bei einem dichten Zelt kann diese Aufgabe auch eine große Öllampe übernehmen.

  • Auf dem Boden zu schlafen, funktioniert bei entsprechenden Temperaturen (auch Plusgraden) im Winter mit einfacher Isomatte oder Luftmatratze nicht mehr. Die isolierende Wirkung reicht nicht aus, den Körper mehr als ein paar Minuten wirklich warm zu halten. Frühs kommt dann das kalte Erwachen. Isomatten oder mehrlagig gelegte Decken entwickeln ebenso oft Kältbrücken. Feldbetten, ausgestattet mit Isomatte, dicken Decken und Fellen sind hier eher am Zug. Ideal: Wärmflasche. Ob lebendig oder aus Gummi ;)

  • Sachen trocken halten. Der Körper schwitzt in der Nacht Feuchtigkeit aus, die gern auch mal Eiskristalle am Zeltdach oder andere Spirenzchen anfängt. Im Extremfall schneit es dann von der inneren Zeltdecke. Schützt eure Kleidung und andere wichtige Sachen davor, klamm zu werden. Umso schneller wärmt sich z.B. die Untertunika an.
  • Im Schlafsack keine Klamotten anhaben oder nicht. Hier streiten sich die Gemüter. Trägt man wenig Kleidung wird die ausgestrahlte Körperwärme vom Schlafsack stärker reflektiert, was aber nicht heißt, dass der Körper warm ist. Kleidung hat den Vorteil, dass die Wärme in den Luftschichten zwischen der Kleidung gespeichert wird und als Isolation dient, wobei ein Grundsatz ist: Je näher die Wärme am Körper bleibt, desto einfacher kann man sie halten. Nur wird dann nicht soviel Wärme vom Schlafsack reflektiert und es kann, im Hinblick auf die "Schlafsacktemperatur" kälter sein, der Körper ist aber warm. Das ganze am Besten selbst testen und eine gesunde Mischung finden.
  • Feuchte Gewandungsteile kann man notfalls mit in den Schlafsack nehmen. Dort trocknen sie im Idealfall über Nacht und dienen evtl. auch als weitere Decke.

Zu bedenken ist hierbei jedoch, dass Wasser zum trocknen Energie benötigt, also eure hart erkämpfte Wärme im Schlafsack. Außerdem verliert der Körper nachts ca. 500ml Feuchtigkeit, weshalb das ganze nur für menschliche Wärmflaschen empfehlenswert ist. Besser ist da das gute alte Feuer.

Auto

Immer wieder gern versucht: Übernachten im Auto. Sogar in einem normalen, kleinen Polo kann man mit 1,75m ausgestreckt schlafen, wenn sonst nicht mehr viel geladen ist. Was ist zu beachten?

  • Kondenswasserproblem: Ein Handtuch kann morgens helfen, ca 0,5 bis 1l Wasser von den Scheiben zu entfernen. Wenn man kann, sollten auch die Fenster einen Spalt breit geöffnet sein.
  • Auch im Auto bauen sich Kältebrücken auf. Das Metall der Karosserie (solange man keinen extra ausgeschlagenen Kofferraum hat) leitet Wärme sehr gut.
  • Auto sichern: Nichts ist unangenehmer, als ist in einem rollenden Auto aufzuwachen. Sorgt bei der Auswahl des Stellplatzes dafür, dass das Auto da bleibt, wo es ist.
  • am besten vorher kurz austesten, wie die Sachen gestapelt werden müssen - die Bettrolle kann man z.B. entsprechend einladen, um ein großes Geräume im Auto zu vermeiden.

Übrigens ist in Deutschland das Auto ein persönlicher Raum. Solange man die Öffentlichkeit nicht an gewissen Anblicken teilhaben lässt, darf man z.B. ohne Weiteres in einem ordnungsgemäß geparkten Auto biwakieren. Inbesondere um die "Fahrtüchtigkeit wieder herzustellen".


Autoren: LutzBehnke (16.06.04), Ineksi (11.12.2008)
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