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Meinung: Gegen Schwarz

Auf vielen LARP-Veranstaltungen ist Schwarz klar die vorherschende Farbe. Statt einer vielschichtigen Fantasy-Welt entsteht so der Eindruck von Einheitsbrei. Das wirkt, der Bezeichnung "Fantasy"-Larp zum Trotz, recht schnell fantasielos. Wer sich zur Farbe bekennt, fällt automatisch mehr auf. Und - Hand aufs Herz - Auffallen gefällt jedem LARPer gut.

Wer einen dunklen Kleidungsstil erreichen will, kann diesen hervorragend mit abgetönten Farben - z.B. dunkles Bordeaux, Purpur, Violett, Mitternachtsblau etc. - erzeugen, ohne auch nur ein einziges Tüpfelchen Schwarz an sich zu tragen.

Andere dunkle oder dezente Farben wie Dunkelblau, Grau, Braun sind ebenso neutral und mit allem kombinierbar wie Schwarz, dabei aber abwechslungsreicher. Ebenso sind andere dunklere Farben genauso wenig schmutzanfällig wie Schwarz.

Manche Leute erinnert schwarze Kleidung schlicht an ihren Alltag, und das trifft längst nicht mehr nur auf Metaller, Gothics und Informatiker zu. Für jemanden, der täglich Leute in schwarzen Lederhosen/Jeans oder schwarzen Hemden/T-Shirts sieht, haben sie irgendwann nichts Fantastisches mehr. Zudem greifen viele Anfänger gern zu schwarzer Kleidung, die durch Form und Material wie Alltagskleidung wirkt, weil sie so etwas gewohnt sind zu tragen.

Viele Larp-Gruppen tragen Schwarz in ihren Wappenfarben - Kombinationen aus Schwarz und Farbe sind auf manchen Veranstaltungen deutlich verbreiteter als 'heraldisch korrekte' Kombinationen von Farbe mit Weiß oder Gelb.

Gerade bei Lederprodukten werden billige Spaltleder-Artikel oft schwarz gefärbt, was die Farbe weiter abwertet.
Braune Ledersachen wirken natürlicher oder 'mittelalterlicher' und lassen sich uneingeschränkt mit anderen Farben kombinieren. Aber Achtung: Auch braun eingefärbte Billiglederware wird immer Billiglederware bleiben.

Schwarz schluckt Schatten, und wirkt daher eher flach. Faltenwürfe, die eigentlich ein spannendes Detail für den Betrachter sein sollten, fallen nicht mehr auf.
Noch dramatischer wird der Effekt, wenn die Gewandung aus mehreren schwarzen Kleidungsstücken kombiniert wird. Während normalerweise mehrere übereinander getragene Schichten einer Gewandung Tiefe geben und sie weniger wie eine Verkleidung wirken lassen, geht dieser Effekt bei mehreren Lagen Schwarz wieder verloren. Auch andere Details wie Erhebungen oder Risse neigen dazu, unterzugehen. Eine schwarze Weste über einem schwarzen Hemd kommt einfach nicht so gut zur Geltung wie eine farbige Weste über einem farbigen Hemd.

Schwarz wirkt immer sauber; die Kleidung wirkt unbenutzt, was den Kostüm-Eindruck verstärkt. Tatsächlich läßt sich Schwarz deutlich schlechter altern oder künstlich verschmutzen als andere Farben. Gerade bei Untoten und Ähnlichem könnte sich von daher eine andere dunkle Farbe anbieten.

In schwarzer Gewandung kann man sich nachts recht schlecht anpirschen. Da in der Natur kein Schwarz vokommt, wirken die fehlenden Schatten auf den geübten Beobachter verräterisch und man sieht in der Dunkelheit ein "schwarzes Loch" vor den Konturen der Umgebung. Um nachts nicht gesehen zu werden, empfiehlt sich eher Grau oder dunkles Braun und Grün.

Ein ungeschriebenes Gesetz unserer westlichen Gesellschaft besagt, dass Trauerkleidung schwarz ist. Schwarze Kleidung wird daher von allen Gesellschaftsschichten auf Beerdigungen getragen. Wer dort nicht in "echtem" Schwarz auftritt, achtet zumindest auf einen dunklen Stil seiner Kleidung. Solche Konventionen wirken natürlich auch im LARP weiter und belasten die Farbe Schwarz psychologisch.


Autoren: Rufus, TobiasCronert, DutchVanLeuwen
Siehe auch: Für Schwarz
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