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LarpWiki: Meinung/Sicherheit/KopfschlägeErlauben

Kopfschläge erlauben

Historischer Hintergrund

Im Liverollenspiel hier auf dem Kontinent hat es sich eingebürgert dass Kopfschläge nicht erlaubt sind. Der Hintergrund ist der, dass man eventuelle hässliche Verletzungen an diesem doch etwas sensiblen Körperteil vermeiden möchte.

Es scheint dass sich fast alle Kampagnen dem angeschlossen haben, von komplett punktelosem DKWDDK bis hin zu den Punktespielern. Vor allem hat bei letzteren bestimmt Dragonsys mit diesem Verbot einen riesigen Einfluss gehabt.

In letzter Zeit wird dieses Kopfschlag-Verbot allerdings öfters Diskutiert, nicht zuletzt haben einige Orgas einmal ausprobiert wie man mit erlaubten Kopfschlägen spielen kann, und vor allem haben Entwicklungen wie türgrosse Schilde die Frage neu aufgeworfen.

Ziel

Das Ziel ist es Kopfverletzungen weitestgehend zu vermeiden.

Definitionen

Wir unterscheiden zwischen einem Kopfschlag, welches ein Angriff auf den Kopf darstellt, und einem Kopftreffer welches das Resultat eines Kopfschlages sein kann, aber gerade so gut durch einen Zufall, nicht beherrschen der Waffe, unabsichtlich falsches Verhalten des Verteidigers oder absichtliches exponieren des Kopfes zustande kommen kann.

Kopfschlag Verboten

Die Verbote kommen im wesentlichen in zwei Varianten:

  • Kopfschläge sind verboten aber das Ausspielen derselben ist erwünscht (was bei Punktelosem Spiel das selbe ist wie sie als Treffer zu werten). Dies scheint zu enorm vielen Kopftreffern zu führen.
  • Kopfschläge sind verboten und nicht als Treffer zu werten. Dies führt scheinbar zu etwas weniger Kopfschlägen als wenn sie ausgespielt werden, aber zu Leuten die ihren Kopf zum passiven parieren einsetzen, sich hinter Schild und Kopf verstecken etc. Weitergehende Sanktionen (verursachender Spieler muss selber einen Treffer ausspielen) verschieben das Gleichgewicht noch mehr in Richtung Verteidiger.

Fazit: In beiden Fällen wird mit den Kopftreffern gespielt und kalkuliert. Im ersteren Fall auf Seiten des Angreifers "Oh tut mir leid", im zweiten Fall auf der Seite des Verteidigers "Pass doch auf".

Es ist nicht ersichtlich warum diese Regelung zu weniger Kopftreffern führen soll, im ersten Fall ist es durchaus im Sinne des Angreifers auf den Kopf zu schlagen, im zweiten Fall im Sinne des Verteidigers seinen Kopf zu exponieren oder (bei Sanktionen) sogar treffen zu lassen.

Kopfschlag gegen Helm erlaubt

Auch dieses kommt in zwei Varianten, nämlich mit einer expliziten Helmpflicht, oder mit der Pflicht dass nur Helmträgern gegen den Kopf geschlagen wird. In ersterem Fall haben wir eine Helmpflicht, die mindestens jeden Kämpfer zum Helmträger machen muss, was aber aus anderen Gründen nicht wünschenswert ist: Man kann sich damit problemlos einem Kampf entziehen indem man ganz einfach den Helm ablegt; es kann zu Situationen kommen in der man gerade keinen Helm zur Hand hat, und schlussendlich passen Helme einfach nicht zu allen Charakteren. Die zweite Variante hat sich seit 2013 bereits auf wenigen Cons bewährt. Oft mit einer InFight-ähnlichen Regelung mit "Frage nach dem Einverständnis des Spielpartners" (siehe unten). So akzeptieren zwar weiterhin Kämpfer ohne Helm versehentliche Kopftreffer (ohne regeltechnische Auswirkungen), werden jedoch nicht gezielt dahingehend angegangen. Trotzdem ist es Kämpfern, die dies wollen, möglich mit Kopf- bzw. Helmtreffern zu spielen.

  • Generell empfehle ich allen Kämpfercharakteren einen Helm oder eine andere schützende Kopfbedeckung zu tragen. Es gibt nur verschwindend wenige Konzepte, bei denen zu Kämpfern kein Helm passen würde. -- RickS.

Es wäre zwar wünschenswert dass Kämpfercharaktere öfters Helme tragen würden, aber da dies als Nebeneffekt bei einer Kopfschlag-Erlaubnis eh geschehen würde halte ich eine Helmpflicht für überflüssig.

Im Zuge des Paradigmas "Wähle deinen Gegner" hat es sich auf manchen Cons eingebürgert, einen Schlag mit der Waffe auf den eigenen Helm als Frage "Wollen wir mit Kopftreffern kämpfen?" zu verstehen. Tut der Gegner dies ebenfalls, wird dies als Einverständnis gewertet. Andernfalls haben beide auf Kopf- bzw. Helmschläge zu verzichten.

Kopfschlag Erlaubt

Auch das erlauben von Kopfschlägen, egal gegen wen, auch gegen UnbeHelmte, kommt in verschiedenen Varianten. Propagiert werden momentan diese beiden Varianten.

  • Alle Kopfschläge erlaubt. Das Problem hierbei ist dass da einige ganz hässliche Treffer geschehen können, zum Beispiel ist es sehr unangenehm eins aufs Ohr zu bekommen.
  • Nur Schläge von Oben erlaubt. Dabei werden seitliche Schläge gegen den Kopf immer noch nicht erlaubt, sondern nur Schläge von Senkrecht oben (Oberhau). Die Frage ist ob das genügt um den gewünschten Effekt zu haben (siehe unten)

Was soll das nun bringen? Nun:

  • Die Helmträger (und Träger gepolsterter Hauben etc.) unter den Kämpfern sollen zunehmen.

  • Die Leute sollen erkennen dass der Kopf wichtig ist und lernen ihren Kopf zu schützen, mit entsprechenden Ausweichmanövern, Paraden (wovon es übrigens gegen Schläge von oben einige ganze Effiziente und einfache gibt) und Schildmanövern.
  • Die Leute sollen lernen ihren Kopf nicht mehr absichtlich oder unabsichtlich zu exponieren.

Schluss und Endlich soll damit trotz mehr Kopfschlägen, einerseits die Anzahl der Kopftreffer reduziert werden, und dadurch dass sich die Leute besser schützen im Endeffekt die Anzahl an Kopfverletzungen sinken.

SteveJordan schrieb am 02.03.2005 dazu: "Tatsächlich geht das sogar noch etwas weiter: die Engländer haben wohl 1993 auf dem Gathering versucht den Kopf als Trefferzone zu verbieten, was aber nur dazu führte, dass die Kopfverletzungen nie da gewesene Ausmaße an nahmen - weil der Head-Parry für den gemeinen Engländer wohl doch zu verführerisch war. Daraufhin hat man diese Maßnahme wieder rückgängig gemacht." Was die Theorie weiter bestätigt.

Übergangsprobleme

Natürlich wird das Streichen des Kopfschlag-Verbots während den ersten Spielen zu einigen Problemen führen.

  • Es ist ungewohnt plötzlich auf Kopfschläge reagieren zu müssen, den Kopf zu schützen und lange gehegte Gewohnheiten ablegen zu müssen. Auf so einem Spiel sind vorher unbedingt einige Übungskämpfe anzusetzen, damit die Spieler damit umgehen lernen. Sonst bringt es nichts, weil dann alle auf den Kopf schlagen, aber niemand sich dagegen zu verteidigen weiß.
  • Es ist ein psychologisches Problem da, "aber das war schon immer so" das keine Rücksicht nimmt auf Sinn und Unsinn von Regelungen. Selbst wenn dieses Kopfschlag-Verbot im Hinblick auf das Ziel (siehe oben) überhaupt keinen Sinn ergibt, so wird es Leute geben die es mit Händen und Köpfen (haha) verteidigen. Siehe auch RisikoBewertung.

  • Vorschlagen würde ich auch nur zuerst mal Kopftreffer von Oben zuzulassen, um zu sehen wie das funktioniert und Spieler langsam daran zu gewöhnen. Falls damit gute Erfahrungen gemacht werden, oder es immer noch zu viele Leute hat die ihren Kopf nicht gegen versehentliche Treffer schützen kann man sich auch überlegen sämtliche Kopftreffer zuzulassen.

Fazit

Was auf den ersten Blick richtig erscheint kann auf den zweiten fatale Folgen haben. Regeln haben immer irgendwelche Auswirkungen, und manchmal führen sie genau zu dem was sie eigentlich zu verhindern suchen. In diesem Sinne habe ich dieses Kopfschläge-Verbot unter die Lupe genommen. Vielleicht wird man in einigen Jahren meine Theorie bestätigen oder verwerfen können wenn Kopftreffer in größerem Maßstab erlaubt sind...

Quellen

Die Engländer spielen mit Kopftreffern Merlinroute

Die Stadt Drachten entfernt sämtliche Verkehrshinweise, was zu einem erhöhten Risikobewusstsein und zu weniger Unfällen führt: 3Sat

  • Das ist wohl vergleichbar mit dem Verkehrsverhalten in gewissen sizilianischen Städten, wo man selbst in Einbahnstraßen mit Gegenverkehr rechnen MUSS ;) . Die Italiener haben trozt ihres aggressiven Fahrverhaltens, bei welchem noch das Gesetz des Stärkeren gilt, prozentual weniger Unfälle als wir, da niemand damit rechnet, dass auch nur einer Verkehrsgesetze einhält! -- PatrickC

--- SeeGras, 24.08.2004 RickS. 27.01.2015 - Ergänzung


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