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LarpWiki: Meinung/Spielstile/NichtspielendeNSC/Diskussion


Ich hab einige Male auch noch einen anderen Grund für NICHTspielen, festgestellt:

Die Personen waren der Auffassung, dass sie ja nur für die SC, spielen (also das von dir beschriebene Beispiel, des "Wir spielen nich, ohne Publikum"). Außerdem wurde die Meinung vertreten, dass das spielen ja nur Sinn macht wenn es honoriert wird, sprich: EPs...

Mit der Auffassung dass sich das Konzept schwer durchsetzen wird, könntest du Recht haben, obwohl ich durchaus einige Orgas und Gruppen kenne, wo das Konzept verwendet wird (die NSC Horden vom Mythodea, passen IMHO trotz dem Namen in das Schema - nur leider sind viele Leute da, die eher wegen den "tollen Deals" dort mitmachen, anstatt der Spielmöglichkeit). TimPilotto 7.April. Frohe Ostern!

  • Oh, das gibt's also. Nun ja, wer sich tatsächlich mehr für die EP als fürs Spielen interessiert, wird sich wahrscheinlich auch als SC nicht um konsequentes in-time Spiel scheren - die Con Tage werden ja in jedem Fall angerechnet. Naja, jedem das seine.

    Was bedeutet IMHO? Ist mir hier schon öfter begegnet, aber ich kenne die Abkürzung nicht. Ebenfalls frohe Ostern! RolandNordeck 8.April 07

    IMHO bedeutet "In My Humble Opinion" - "meiner bescheidenen Meinung nach" also. Frohe Ostern auch von mir. --StefanBauer 08.04.2007

Gecastete NSCs: Das ist etwas völlig anderes als "NSCs, die immer IT sind"! Die SL kann unmöglich bei jedem Con für JEDEN einzelnen NSC eine detaillierte Charakterbeschreibung liefern – es mag gewisse Con-Konzepte geben, für die das möglich ist, aber damit schränkt man die Cons sehr weit ein – sehr viel weiter, als ich (und vermutlich die meisten Larper) zu akzeptieren bereit bin. Ich möchte doch mehr als die drei immer gleichen Plots haben. Soll die SL hunderte Charaktere ausführlichst vorbereiten? Du vergisst außerdem, dass nicht jeder Lust hat, eine fremde Rolle zu spielen, die er nicht kennt und die ihm vielleicht gar nicht liegt (nicht jede NSC-Rolle, die man mal übernimmt, ist DIE Traumrolle – und die will man dann womöglich nicht stundenlang spielen). Es gibt auch (Nichtspieler)Charaktere, die für eine halbe Stunde ganz interessant, für mehrere Stunden aber schlicht langweilig sind. Zudem brauchen so einige mehrere Cons Einspielzeit für ihre Charaktere, das ist als NSC nicht möglich. NSCs, die „wegploppen“, deren Ambientecharaktere beim Angriff verschwinden, die kein Lager haben: Das ist ein völlig anderes Problem – NSC-Mangel oder die Gegebenheiten des Geländes machen solche Situationen manchmal unvermeidbar. IT-Logik gibt es einfach nicht! Larp ist keine Simulation von realem Leben! GSCs sind dafür keine Lösung, weil das Problem nicht die Art der NSCs ist, sondern ganz andere. Du erkennst schon ganz gut, dass das von dir für so toll befundene „Immer IT-Sein“ überhaupt nicht allen gefällt, schon gar nicht als NSC. Ist dir auch klar, dass viele GERADE die OT-Phasen beim NSC-Sein gefallen könnten? Es gibt nicht nur eine Art zu larpen und nicht nur einen Grund zu larpen – du behauptest, das sei dir klar, aber wenn ich deinen Text lese, glaube ich das nicht so ganz. Du schreibst: „Am wichtigsten erscheint mir die Frage: Kann der Begriff tatsächlich einen Beitrag dazu leisten, dass das Liverollenspiel sich aus den überlieferten Denkstrukturen des PnP befreit und seine eigenen Wege findet?“ Die Antwort ist ganz einfach: Nein, auf gar keinen Fall. Das ist ein völlig falscher Ansatz. Du kannst nichts durch einen NAMEN verändern. Es hilft vielleicht, mit gutem Beispiel voranzugehen und damit zu zeigen, dass es auch anders geht. Ein TEXT kann vielleicht helfen. Aber ein Name? Nie im Leben. -- Nount

  • Dem ersten Satz kann ich im Prinzip zustimmen: gecastete NSC sind etwas anderes als NSC, die immer in-time sind. Die folgenden drei Sätze verstehe ich dann in diesem Zusammenhang nicht, denn in meinem Text ist überhaupt nicht die Rede von detailliert vorbereiteten NSC Rollen. Ich erwarte selbstverständlich von keiner SL, dass sie hunderte NSC Rollen schreibt. Um das von mir beschriebene Konzept vom geleiteten Spieler-Charakter zu verwirklichen, ist das in keiner Weise notwendig. (An welcher Stelle meines Textes ist dieser Eindruck entstanden?) Dass manche Leute eine bestimmte Rolle vielleicht nicht stundenlang spielen wollen, ist ein bedenkenswerter Einwand. Allerdings gebe ich wiederum zu bedenken, dass eine gSC Rolle nicht unbedingt immer stundenlang sein muss (wie mein Beispiel vom gSC Untoten zeigt). Der Unterschied zum klassischen NSC ist nur, dass man als gSC nach Möglichkeit ohne Unterbrechung in-time bleibt bis die Rolle sozusagen fertig gespielt ist. Ich denke, dass dadurch gerade die potentiell langweiligen Nebenrollen interessanter werden könnten. Natürlich muss sich der betreffende (geleitete) Spieler dafür die Mühe machen, die Rolle wirklich zu füllen, zum Beispiel dem stereotypen Wachsoldaten irgendeine Individualität zu verleihen, eine Eigenart, einen Tick, ein Profil, eine interessante Beziehung zu den anderen Soldaten (,...). (Diese Art von Sich-Einspielen braucht auch nicht unbedingt Einspielzeit vor dem Con, sondern kann durchaus auf dem Con passieren.) Und natürlich stellt das eine gewisse Anforderung dar an die schauspielerischen Fähigkeiten, aber vor allem an die Eigenverantwortung des betreffenden (geleiteten) Spielers (nach dem Prinzip: „Wenn dir deine Rolle nicht interessant genug erscheint, dann mach sie dir interessant genug, dass du sie eine Weile lang ohne Unterbrechung spielen kannst.“). Ich denke fürs Rollenspiel wäre das förderlich. Wenn jemand sich allerdings fürs Rollenspiel im Live-Rollenspiel gar nicht so sehr interessiert, oder einfach nicht bereit ist, ein kleines bisschen Disziplin fürs In-Time-Bleiben zu investieren oder das Spiel mit vielen Out-Time-Blasen einfach gut findet, dann endet natürlich diese Diskussion. Auf dieser Ebene sehe ich inzwischen ein, dass meine Vorschläge niemals bei allen Larpern auf Interesse stoßen werden. Was ich nach wie vor schade und verbesserungswürdig finde, sind zwei Dinge. Zum einen habe ich den Eindruck, dass viele Larper schon an dichtem Rollenspiel interessiert sind, sich aber nicht ganz klar machen, wie sehr das Investieren von ein bisschen Selbstdiszplin sich (,wenn es alle tun,) bezahlt macht durch ein viel dichteres und packenderes Spielgefühl. Zum anderen ist ein Spielstil mit vielen Out-Time-Blasen in der Regel sehr dominant gegenüber durchgängigem In-Time-Spiel, denn in vielen Spielsituationen reicht es ja, wenn einzelne Leute anfangen, out-time zu reden, damit die ganze Situation sich out-time an fühlt. Und Leute, die es vielleicht eigentlich gut gefunden hätten, diese Szene in-time zu spielen, lassen sich dann oft in die Out-Time-Blase mit hineinziehen, weil die In-Time-Atmosphäre ja sowieso schon gebrochen war. Dass „wegploppende“ NSC oder verschwindende Ambientecharaktere durch irgendwelche Gegebenheiten unvermeidbar seien, würde ich bestreiten. Richtig ist nur, dass es oft nicht möglich ist ein eigenes NSC Lager einzurichten. Alles andere ist immer eine Frage der Priorität. Wenn es einem wichtig ist, dass NSC nur in etwas größerer Entfernung zum SC Lager out-time gehen können und sozusagen ihre An- und Abreise ausspielen müssen, dann kann man so spielen. Wenn es einem nicht wichtig ist, dann lässt man sie halt irgendwo „wegploppen“. Wenn es einem wichtig ist, dass die im Spiel an diesem Ort vorkommenden Charaktere durchgängig dargestellt werden, dann kann man so spielen (und gegebenenfalls die Spielwelt an die Möglichkeiten der Darstellung anpassen). Wenn es einem wichtiger ist, dass 200 Charaktere im Spiel an diesem Ort vorkommen, für die man aber nur 30 NSC hat, dann nimmt man halt in Kauf, viele Charaktere darstellerlos irgendwo in der Spielwelt zu „ parken“. Diese Dinge sind eine Frage der Spielphilosophie und der Prioritäten, die man setzt (und haben insofern sehr wohl mit der Art der NSC zu tun). Keine der Möglichkeiten ist dabei durch Sachzwänge vollkommen unvermeidbar. (Ich selber glaube übrigens inzwischen, dass an dieser Stelle der eigentliche Schwachpunkt meiner gSC Idee liegt: Viele Sl's wollen mehr geleitete Charaktere gleichzeitig in ihrer Spielwelt haben, als sie Darsteller dafür zur Verfügung haben. Und das hat auch nachvollziehbare Vorteile und macht sicherlich das Umsetzen bestimmter Plotkonzepte einfacher. Ich denke aber, dass die Selbstbeschränkung, nur so viele Charaktere gleichzeitig auftreten zu lassen, wie Darsteller zur Verfügung stehen, auch ganz gravierende – nur eben andere – Vorteile hat, und ich persönlich würde mich freuen, wenn mehr Orgas mit Con-Konzepten in dieser Richtung experimentieren würden.)

    Deine Aussage „IT-Logik gibt es einfach nicht“ finde ich in diesem Zusammenhang nicht ganz einleuchtend. Einleuchtend erscheint mir, dass es 100%ige IT-Logik nicht gibt und wichtig ist diese Feststellung zum Beispiel im Zusammenhang mit dem was SeeGras dazu schreibt unter EinseitigeLogik. Manchmal ist es wichtig, Brüche in der eigenen IT-Logik wissentlich zu akzeptieren, um nicht andererleuts IT-Logik vielleicht in viel stärkerem Ausmaß zu stören. Das leuchtet mir ein. Ebenso die Feststellung, dass es unmöglich ist, ein allgemein gültiges Konzept, dessen was in-time logisch sei, zu erstellen oder gar voraus zu setzen, und dass es deswegen gelinde gesagt schwierig ist, mit IT-Logik verallgemeinert zu argumentieren. Aber das ändert doch alles nichts daran, dass eine Spielwelt in sich eben mehr oder weniger stimmig und schlüssig sein kann. Ich finde auch der Text Fantasy und Realismus enthält einige in diesem Zusammenhang nützliche Überlegungen. In meinem Text geht es an keiner Stelle um irgendeine unreflektierte allgemeine Argumentation mit IT-Logik, sondern um etwas ganz Konkretes, und zwar darum, dass im Spiel vorkommende Charaktere mit größerer Verlässlichkeit durchgängig in der Spielwelt vorhanden sein sollen. Auf dieser Ebene gibt es sehr wohl ein mehr oder weniger an „Stimmigkeit“ der Spielwelt. Mein Kommentar zum Kommentar ist wohl etwas lang geraten und wäre fast eine eigene Seite wert. Aber ich lass ihn jetzt erstmal hier, damit der Zusammenhang klar ist. Ach ja, und – trotz vieler Meinungsverschiedenheiten – danke für deinen Kommentar! Ich wollte ja Rückmeldung zu meinem Text hören (bzw. lesen).

    RolandNordeck 6.5.07

Ich finde diese Idee sehr gut und wünschenswert. Ich denke das ein Ausspielen der gSC Rollen in Abwesenheit von SCs tatsächlich eine großartige Bereicherung darstellen würde. Man könnte ja als SL die Hauptrollen definieren (wie dies ja bei zahlreichen Cons statt findet und dann die unwichtigeren Charaktere in groben Gruppen zusammenfassen und den Spielern der gSC überlassen, was ihre Motivation war zu dieser Gruppe zu kommen bzw. wie sie zu diesen Gruppen kommen. So könnten auch "Schanghaite" gSCs entstehen die unerwartet den SCs zur Seite stehen. Dieses ganze Konstrukt könnte eine Eigendynamik entwickeln die fernab von den ursprünglichen Gedanken deiner Zeilen liegt. Natürlich ist der vielbeschriehene NSC-Mangel ein Problem, doch wenn man ein reichhaltiges Rollenangebot hat kann man durchaus schon im Vorfeld für sich interessante Rollen aussuchen, zugewiesen bekommen und sich darauf vorbereiten. Durch das geben einer "persönlichen Note" wäre das ja wie wenn man sich einen eigenen Charakter erstellt, der eben nach etwas strengeren Maßgaben erstellt wurde. -- MarcKeil, am 22.02.08

Das meiste aus der Idee finde ich extrem gut und durchführbar. Ich bin selber gerne mal NSC (oder gSC) und kenne kaum etwas nervenderes als die Pausen, wenn es nichts zu tun gibt und kein anderer NSC spielt. Wenn man eine kleine Gruppe von 4-5 Leuten beisammen bekommt, kann man dem schon durchaus entgegenwirken und manchmal lassen sich auch andere davon anstecken.

Schwierig wird es meiner Ansicht nach wenn es um die Ambiente Charaktäre geht. Wenn es Angriffe auf das Spielerlager geben soll, müssen die gSC-Darsteller dazwischen etwas zu tun bekommen, oder es entstehen die völlig rollenlosen Pausen, in denen sich ABSOLUT kein Spiel aufbauen lässt. Auch eine personalisierung lässt sich hier nur schwer ereichen, da nach jeder "Angriffswelle" der gespielte gSC in der regel den Zustand "tot" ereicht hat. Entweder wird der Angriff fortgeführt und wenige Sekunden später taucht ein anderer Gegner aus dem "Plöp" auf (der dummerweise genauso aussieht wie der letzte...) oder es dauert eine ganze weile, bis man wieder von der SL eine neue Rolle erhält. Entweder kehren also die (im Idealfall mitlerweile eingespielten und personalisierten) Dorfbewohner aus dem Wald zurück, oder nach jeder Angriffswelle werden neue Kleinstrollen vergeben, was IMHO genauso wenig Sinn macht.

Hier noch eine Randbemerkung: Wenn die SL mal wirklich eine spührbare Bedrohung durch Kämpfe erzeugen möchte, kommt sie mangels Anzahl der Darsteller für die NSC/gSC um das Plöpen wohl kaum herrum. Wenn es um Nadelstiche oder ähnliches geht, ist aber eine Anreise, in der auch gespielt werden darf durchaus wünschenswert, schon auf Grund der von dir beschriebenen Möglichkeiten. (Ich habe noch nie SC einen Hinterhalt legen sehen. Schade.)

Anders schaut die Sache natürlich aus, wenn es einen "Feind" gibt, also ein IT-gSC-Lager sozusagen. Wenn man hierfür als Orga die Gelegenheit hat, sollte man sie nutzen, jedoch auch darauf achten, dass die SC nicht in den ersten drei Stunden der Con selbiges stürmen, denn dann gibts ein Problem: Wohin nun mit den Darstellern der (nunmehr vermutlich toten) gSC´s?

Meistens ist es jedoch leider so, dass die unterbringung für die NSC/gSC quasi direkt neben dem SC-Hauptlager ist, weil es einfach kaum anders geht. In einem besonders unglücklichen Fall mussten wir mal für einen Schlachtencon direkt um das Spielerlager herrum laufen um das Schlachtfeld zu ereichen. Überaschung:0 Das geht bestimmt besser!

Ich stelle mir gerade vor wie ein verkleideter SC zum spionieren in ein grosses gSC-Lager schleicht... aber ich schweife ab. So oder so: Mehr spiel für die NSC/gSC-Darsteller: Wünschenswert. Umsetzung: Schwierig aber machbar.

Thomas Bücken am 08.04.08 (BitteNichtStören)

Gestatten: Ex-Erzfeind

Dass NSC-Rollen durchaus das Potenzial für SC-Rollen haben, kann am Beispiel von Orks erkennen. Früher ausschließlich klassische NSC-Feinde, heute aufwändig inszeniertes Spielerkonzept, z.B. http://www.blackhandorks.de/

Ob das rollenspielerische Potenzial von (NSC-) Rollen auf einem Con erkannt und umgesetzt wird, hängt an vielen seidenen Fäden. Es hängt an der Orga, die so etwas von vornherein wollen oder zumindest den NSC die Freiheit dafür lassen muss. Schlecht, wenn die Orga selber Rollenspiel für etwas hält, wo es um Lack, Leder und Fesselspiele geht. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die "falsche" Orga gute Ideen und NSC-Konzepte innerhalb kürzester Zeit verheizen kann, ohne dass die Spieler jemals erfahren hätten, was eigentlich los war.

Und es hängt auch an den NSC, die ein bischen mehr tun müssen, als nur kurzfristig eine Aufgabe erledigen. O-Ton eines Bekannten von mir: "Ich bin gern NSC. Da muss man nicht so viel Rolle spielen und hat eine klare Aufgabe: 'Geh nach X und mach Y'. Als SC weiß ich manchmal gar nicht, was ich den ganzen Con machen soll."

Dass es nicht klappt, kann an vielen Faktoren liegen. Aber es ist letztendlich nicht so schwer, es umzusetzen. Orga und NSC müssen es nur wirklich WOLLEN. Dann aber geht für Spieler und NSC die Post ab.

DutchVanLeuwen, 3.4.2009


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