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LarpWiki: TodesStossAlternativen

Larpmeinung: Alternative Regeln zum Todesstoss

Eine interessante Abwandlung der Todesstoss- und OpferRegel findet sich im Phoenix-Regelwerk. Hier heisst das Motto "Gnade gewähren". Wer auf Null oder weniger LP geprügelt wurde, stirbt automatisch, sofern sein Gegner ihm nicht "Gnade gewährt". Dies führt nach meiner Beobachtung dazu, dass sich die Leute mehr Gedanken darüber machen, ob sie ihren Gegner nun wirklich unbedingt in die Ewigen Jagdgründe schicken müssen... --JanHeiden, 12.01.2004

  • Auch ganz nett. Ich zweifle aber, ob der Anstoß, sich OT-Gedanken zu machen, da ausreicht. Die in TodesStossOT angeprangerte Geisteshaltung, daß der Charaktertod auch OT gewollt wird, und deshalb mit InTimeLogik rechtfertigt wird, wischt das jedenfalls mit einem einfachen "warum sollte ich meinem Todfeind Gnade gewähren?" vom Tisch. Es wird eigentlich mehr von der Entscheidung über den Charktertod der IT-Logik unterworfen. -- RalfHüls, 12.01.2004

    • Ich sehe da noch eine Problematik. Situation: ein Kampf von mehreren gegen mehrere. Ein Kämpfer hat soeben seinen Opponenten auf Null gebracht und sieht seine Kameraden bedrängt. Ich denke mal, der wird eher gleich weiter zum nächsten Gegner stürmen, als sich zuvor noch großartig mit dem am Boden Liegenden auseinanderzusetzen. In so einer Situation halte ich die von Jan beschriebene Mechanik mehr für einen "automatischen Todesstoß".
      • Abgesehen davon denke ich, daß ein Verfahren, bei dem der Sieger etwas machen muß (Gnade gewähren), potentiell weniger genutzt wird als wenn der Sieger einfach etwas NICHT machen muß (Todesstoß setzen). Der Mensch an sich ist nämlich ein faules Tier. :-) Macht in meinen Augen auch mehr Sinn, wenn vor dem absichtlichen Töten eine Art aktive Sicherheitsabfrage (Todesstoß) sitzt, als anders herum. --HannoLamp, 13.01.2004

::::Ich denke, die beste Alternative zum Todesstoß ist es ihn ganz abzuschafen. Diese harte Regeleung bietet meiner meinung nach mehr Spannung und Dramatik. Vor allem aber ist sie realistischer als ein Todesstoß- oder Gnadensystem. Spieler sollten sich nicht erst in einem Kampf überlegen, ob sie ihren Gegner töten sollten. Absolut jeder Kampf muss diese Gefahr mit sich bringen, ob gewollt oder nicht. Man muss sich in diesem Fall also viel früher Gedanken machen, ob man überhaupt einen Kampf beginnt und sich über alle möglichen Konsequenzen voll im Klaren sein. Ich denke, dass ein Kampf dann mit sehr viel Vorsicht und Ernsthaftigkeit angegangen wird als bei einen System mit Todesstoß o.ä.. -Jonas Möller, 11.11.2007


Erfahrungsbericht aus Phönix:

Ich spiele recht of im Phönixkontimuum und kann folgendes berichten: der Nachteil "gnadenvoll" zwingt einen dazu, in jedem Kampf "Gnade zu gewähren" will sagen, den Tod ausdrücklich auszuschließen. Da ich ja als Spieler die Char. Bögen meiner Mitspieler nicht sehe, kann ich natürlich nur raten. Aber es kommt durchaus desöfteren vor, insbesondere auch in Schlachten, daß man ab und an ein "ich gewähre dir Gnade" mal hastig hingeworfen, mal ausdrücklich mitgeteilt hört. Offensichtlich wird diese Option doch rege genutzt. Ich hatte diesen Nachteil auch schon ab und an, und fand bisher IMMER problemlos die Zeit, dem Opfer das mitzuteilen. Ich kann also nur versichern, daß PRINZIPIELL das Gnade gewähren funktioniert. wie häufig es tatsächlich angewandt wird kann ich natürlich nur schätzen. ich fürchte, Leute ohne diesen expliziten Nachteil verwenden diese Option eher seltener. Aber es funktioniert! Prokura


Nun, ich kann dieses Thema nur sehr kurz kommentieren: Leider ist der Todesstoß meist tatsächlich OT (Ausnahmen bilden gewiss Szenen bei denen sich der Gegner - bspw. wegen Regernationsfähigkeit) noch ein wenig regt) und wird demnach auch von den weitaus aller meisten Larpern als OT-Vergehen interpretiert. Das Problem ist das übliche Todesstoß-und-Charakterverlust-Problem, nur kann man aus dieser Perspektive dann auch dem Spieler einen klaren Vorwurf machen. Zu der Ausnahmeregel: Ich denke, dass eben wegen dieser selteneren Nutzung erstens: eine höhere Todesrate vorkommt und zweitens dem Spieler, der keine Gnade gewährt hat, kein so großer Vorwurf gemacht werden kann, da man im Kampfgetümmel wohl eher von einem Gegener zum nächsten wechselt ohne Zeit für derlei Schonungsriten zu haben. Das würde, meiner Meinung nach, für mehr Realistik führen (natürlich kann man da noch die Diskussion anbringen, inwiefern LARP realistisch sein muss). --DerGaukler, 28.02.2004

SteveJordan, 31.08.2005: Auf dem Renewal (England) gilt eine 2 Minuten (!)-Verblutungsregel. D.h. ich zähle bis 120 und bin raus. Auf dem Maelstrom (auch England) gibt es eine etwas abgeschwächte Variante, bei der bis 300 gezählt wird (nominell 5 Minuten). Das finden die meisten Engländer schon zu lang ... Wie auch immer, zusätzlich gibt es tatsächlich noch die Möglichkeit, jemanden vor Ablauf der Zeit zu töten, indem man 10 mal (!) auf ihn einschlägt. Damit soll ein Kurz- und Kleinhacken simuliert werden. Aufgrund der Brutalität, die dadurch dargestellt (und auch dem tötenden Spieler klar) wird und der eh kurzen Verblutungszeit wird davon so gut wie nie Gebrauch gemacht. Ich habe an diesem Wochenende auf dem Renewal zwei Nahe-Tod Erfahrungen gemacht. Einmal auf dem Schlachtfeld, hinter feindlichen Reihen und einmal in der berühmten dunklen Gasse, nahezu allein gegen ein Dutzend Skaven. Beide Male fand ich die Situation für mich sehr spannend, ohne stressig zu sein, will sagen: Mir hat es Spaß gemacht, da zu liegen und zu hoffen, daß mich jemand noch schnell genug findet und heilen kann. Und das auch, weil ich wußte: Wenn es nicht klappt, ist es fix vorbei. Zwei Minuten gehen schnell rum, und trotzdem kann eine Menge passieren (im ersten Fall lag zum Glück die unverletzte Heilerin direkt neben mir und die fiesen Monster haben mich nicht getötet, sondern nur mit dem Schwert angestoßen, um zu sehen, ob ich mich noch rühre, im zweiten Fall lag ich erst eine halbe Minute alleine rum, dann kam eine Heilerin zu mir und wurde durch "HEALER" Schreie weg"gelockt", dann wollte mich jemand ins nächst gelegene Lager schleppen und schließlich wurde ich doch noch vor Ort geheilt). Für mich die beste Regelung, die ich bisher am eigenen Leib erlebt habe.


Siehe auch TodesStossOT

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