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LarpWiki: Charaktertipps/Kelten

Kelten

  • Kelten - Enzyklopädische Definition.

"Keltische" Charaktere lassen sich generell in zwei große Gruppen unterteilen:

  • Inselkelten;Schotten, Iren, Waliser

  • Festlandkelten; Bsp. Gallier
  • Es gibt zwei große Kampagnen in Schottland, die C.o.A. und das Braghtanach - alles Weitere zu Schotten auf CharakterTippsSchotten.

  • Die Waliser (aus dem Umfeld der C.o.A. entstanden?)

  • Die Iren im Larp haben sich in der Eire-Kampagne zusammengeschlossen
  • Die Gallier (die einen sehr hist. angelehnten Hintergrund spielen) sind über Celtica mit den oben genannten in einer IG.
  • Zusätzlich gibt es noch einige nicht-historisch angelehnte Keltenreiche, die sich über verschiedene Kampagnen verteilen. In Österreich wird z.B. auf Dalriada, einem Inselreich in der Spielwelt Ariochia, gespielt (hierbei handelt es sich um eine Anlehnung an das schottische Dalriada). http://www.dalriada-larp.at.tf/ Dalriada-Homepage (bitte vervollständigen)

  • Vereinzelt sieht man auch historisch angelehnte Festlandkelten der Hallstattzeit (s. auch Genres/AntikeCharaktere).

  • Auch in Serbien werden die Kelten im Larp bespielt. http://larp.kelti.rs/

Allgemein kann man sagen, dass sich die Kelten im Larp aus 2000 Jahre Geschichte (von der Bronzezeit bis in die Neuzeit) alles zusammengeklaut haben, was ihnen gefällt. Es handelt sich vom Hintergrund keineswegs um Reenlarpment, allerdings wird bei der Ausrüstung sehr viel Wert auf gutes Ambiente und historische Vorbilder gelegt.

Religion

Die Kelten im Larp haben sich eine pseudohistorische Religion geschaffen, benutzen allerdings die realen geschichtlich überlieferten Götternamen und versuchen auch, die Aspekte der Götter einigermaßen beizubehalten. Die Quellenlage und Forschung geben für eine ausgefüllte Larpreligion zu wenig her, so dass auch die romantischen Einflüße des 18/19Jhd. mit eingebaut worden sind (Druidenkult usw.).

Ständegesellschaft

In Anlehnung an die historischen Kelten wurde im Larp die Drei-Stände-Gesellschaft übernommen und wird sehr stark ausgespielt (wehe dem, der einen Druiden oder gar eine Priesterin beleidigt!). Die Stände bestehen aus Adel, Klerus und Freien.

Der Adel besteht aus Kriegern, wobei das Wort Krieger nicht mit den Kämpfenden gleichzusetzen ist, sondern nur den adligen Krieger (wie im Mittelalter der Ritter) meint. Um Krieger zu werden, muss man erst eine Zeit der Prüfungen bestehen (inTime), quasi eine Art Knappenzeit. Es gibt keinen Geburtsadel, sondern die Tapfersten und Besten werden in den Adelsstand erhoben. Allerdings sollte man den keltischen Adel nicht mit dem mittelalterlichen Adligen vergleichen, da die Befehlsstrukturen bzw. die Rechte und Pflichten sehr verschieden sind.

Der Klerus hat eine Sonderstellung innerhalb der Gesellschaft und besitzt sehr viel (allerdings indirekte) Macht. Vor allem der Aberglaube und das Göttervertrauen der Kelten sollte ausgespielt werden. Wichtig ist der Respekt, den man dem Klerus entgegenbringt.

Freie sind alle anderen Kelten, wobei ein Freier durchaus mehr Ruhm und Respekt ernten kann als z.B. ein Krieger. Handwerker werden hoch geachtet und jeder Freie hat z.B. im Stammesrat seine Stimme.

später mehr Yann

Ausrüstung

Kleidung: Die Darstellungen der keltischen Charaktere ist meist an die LaTene-Zeit angelehnt. Überlieferte bz. Annehmbare Kleidung der Kelten zu dieser Zeit sind;

  • Hose (Wolle, kann kariert oder gestreift sein)
  • Tunika (bis Knie lang, an den Seiten geschlitzt)
  • Mantel (einfacher Rechteckmantel aber auch Klappenmäntel)
  • Schuhe (Bundschuhe bzw einfache Lederschuhe)
  • Kopfbedeckung (möglich sind einfache Mützenformen oder auch die Phrygenmütze)

-Ian

Irischer Kilt

Ursprünglich trug der Ire eine knielange Tunika (die "léine") aus Leder, Wolle, besonders aber Leinen. Der Kilt ist eigentlich eine recht späte Entwicklung, als aus Materialknappheit der obere Teil der Tunika aufgegeben wurde.

Das Wichtigste ist dabei vielleicht, dass der von Scott aufgebrachte Mythos, dass alle Iren gelbe Kilte trügen, nicht der historischen Wahrheit entspricht und darauf beruhte, dass irische Häuptlinge gelbe Umhänge trugen. Jeder Clan trägt eine bestimmte Farbe, im Gegensatz zum schottischen Tartan allerdings einfarbig. Durch diese Farbe wird Clan und Familienzugehörigkeit ausgedrückt. Als Material wird Leinen, im Winter auch Wolle verwendet.

Zusätzlich zur Farbe des Kiltes dient ein Pflanzenabzeichen an der Kopfbedeckung oder über dem Herzen zur Feststellung der Clanszugehörigkeit (entweder die tatsächliche Pflanze oder eine Brosche oder Stickerei). Ein Häuptling würde dieses Abzeichen als Stickerei auf der Vorderseite seines Kilts tragen.

Während der schottische Kilt aus Wolle gefertigt wird, ist der klassische irische Kilt aus einfarbigem Leinen.

Die Länge des Materials sollte ausreichen, den Kilt vier mal um den Träger zu schlingen (ca. 3,60m bis 4,80m). Die Breite reicht vom der Taille bis zu den Knien. Nach dem Wickeln werden die beiden Enden überkreuzt und das Ganze mit einem Gürtel festgehalten.

Das lass sein

  • Ein Kilt aus einem alten Tischtuch o.ä.

Sonstiges

  • aktuell bietet sich an, einen Blick in den neuesten Karfunkel-Codex zu werfen; randvoll mit Informationen und vor allem Schnittmustern, Schmuckherstellung und (Schaukampf-)Schildbau-Anleitung ISSN 0944-2677

  • The Gallic War Campaign

  • Rekonstruktion eines frühen Festlandkelten

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Ergänzungen

Wie man sich als "richtiger" Kelte benimmt

  • Bei weitem nicht jeder der einen Kelten spielt hält sich an die Etikette derselben. Hier nun ein paar Bespiele, wie es sein könnte, hielte man sich an historische Vorgaben (wieder Beispiel Irland, zusammengetüftelt aus Quellen zur gallischen Antike, Völkerwanderung und Frühmittelalter. Gallisch, weil archäologisch kaum Unterschiede zum Frühmittelalterlichen Irland bestehen.) Schaut man sich dann aber mal bei StigmatisierteRollen um, merkt man, dass es einfach zur Stigmatisierung kommen muss.

  • Kelten nehmen jeden, der um Gastfreundschaft bittet gerne auf. Geschichten und Gerüchte oder ein Lied sind ein gern gehörtes Gastgeschenk.
  • Generell gelten Fremde, sofern sie nicht beim Anführer um Gastrecht gebeten haben, als rechtlos, selbst die Niedrigsten des Stammes werden das durch ihr Verhalten zum Ausdruck bringen.
  • Wer sich nicht seinem Status im Stamm oder Clan entsprechend verhält, hat z.T. mit unangenehmen Folgen zu rechnen. Genauso gibt es Gebote, an die sich jeder halten muss, ansonsten drohen empfindliche Strafen, die von den Druiden ausgesprochen werden. Auf diese Art soll so mancher König seines Amtes enthoben worden sein.
  • Kelten SIND maßlos im Essen, im Trinken und im Reden und Übertreiben!
  • Wo wir grade beim Essen sind: Geraten Sippen untereinander in Streit rauft man nicht. Die Geschädigten setzen sich zum Hungerstreik vor die Tür des Beklagten, bis er auf die Forderungen eingeht. Sollte jemand dabei Hungers sterben, verliert der Beklagte Stand, Recht und Besitz.
  • Kelten sind streitlustig und kämpfen ziemlich unkoordiniert. Ein typischer Kelte rennt ohne Rücksicht auf Verluste in die Schlacht. Geschlossene Schildwälle existierten, aber nur weil man seine Verwandschaft/Freunde gefährden würde, wenn man die Integrität des Schildwalls gefährdet. Man verlässt sich auf die Einschüchterung durch den Geräuschpegel (Carnyxtrompeten, Dudelsäcke, Kriegsgesänge, Schildgetrommel und Geschrei), die Optik (Nacktheit bis auf Kriegsbemalung, Stachelhaare, wildes Waffenschütteln) und das eigene Kampfverhalten (Berserkerartiges Anrennen). Ein plötzlicher Rückzug darf nicht als Feigheit angesehen werden. Gelingt der erste Ansturm zum Durchbrechen der gegenerischen Reihen nicht, wird halt ein zweiter unternommen.

Was bedeutet das jetzt für's LARP?

  • Als Kelte sollte man sich nicht lumpen lassen, Gäste zu bewirten. Selbstverständlich in einem vernünftigen Rahmen. Das hilft unter anderem auch das Negativbild, der "sich abschottenden Schotten" zu bessern.
  • Will man das eigene Lagerleben etwas mehr mit Spiel, anstatt mit Handwerk, Musik, Gedichten und anderen eher interaktionsarmen Aktivitäten ausfüllen, kann man sich die Gebote in entsprechender Fachliteratur zu Herzen nehmen. Ebenso kann zum Beispiel eine Hungerstreikaktion eine lustige und gleichzeitig interessante Sache sein.
  • Maßlosigkeit bei den wahren Kelten hin oder her: Wer einen Krieger spielt, sollte OT nüchtern bleiben. Hilft nur eins: Alkoholfreies Bier, Apfelsaft statt Met und den Whiskey zuhause lassen. Oder für die Siegesfeier aufsparen. Saufen kann man auch wenn für den Tag definitiv keine Kämpfe mehr zu erwarten sind.
  • Der Kampf sollte ETWAS zivilisierter von statten gehen. Komplette Nacktheit mit Kriegsbemalung kann durch die Witterung, die Jugendschutzauflagen der Orga und nicht zuletzt durch das neuzeitliche Schamgefühl des Spielers schonmal wegfallen. Auch der mächtige Ansturm sollte etwas abgebremst werden, Bodychecks, InFights und Chargen mögen zwar eine tolle Show abliefern, aber wenn nicht abgesprochen führt es nur zu Ärger. Und zu Schmerzen, wenn man sich zum Beispiel knapp bekleidet auf ein Paar Konserven stürzt.

Weitere Ausrüstungstipps

Waffen:

  • Langschwert (ähnlich Spatha oder Wikingerschwert)
  • Ovalschild (Mischung aus Legionärsschild und Rundschild)
  • Wurfspeere

Alternativ:

  • Kurzschwerter (besonders für Waliser)
  • Buckler
  • Bogen
  • Claymore für Schotten nach 1200
  • Äxte in primitiver Form und niemals doppelblättrig.

Rüstung:

  • Kettenhemd (am besten ohne Ärmel und mit Schulter Dopplung)
  • Helm (Bsp: Montefortino-Helm und Römische Helme)
  • Linothorax (Für Kelten der früheren Latènezeit sind auch diese griechischen Textilpanzer möglich)

- Dudelzack, Ian


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