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LarpWiki: LiebesSpiel

Liebesspiel im Larp

Hier geht es um die geistige Liebe. Einen guten Artikel zum Spiel mit körperlicher Liebe gibt es auf http://www.augedergasse.de/html/larp_problemfelder.htm#Sex


Langfingers Liebesmüh

Hintergrund

Es gibt kaum eine Geschichte in Literatur, Film oder Theater, die ohne die Liebe auskommt. Im Liverollenspiel hingegen ist sie eher selten Gast, hier regieren Hass, Krieg und Gewalt in der Hintergrundgeschichte wie im Plot. Warum wird so selten eine Liebesgeschichte ausgespielt? Weil nur so wenige (meistens zwei) mitspielen können? Weil es einigen unangenehm ist, verliebt zu tun? Dabei würde die Liebe einigen trockenen Charakteren einen Haufen Auswahl an Motivationen und Zielen schenken, urkomische Szenen könnte man erleben, vielleicht einige Peinlichkeiten, aber wäre es das nicht wert? Beispielsweise die Liebe zu einer Edeldame: Der Bauer müsste versuchen, seinen Stand zu verbessern, der Knappe sich anschicken, möglichst bald die Schwertleite zu empfangen, der Ritter könnte versuchen, durch Kämpfe und Taten Eindruck zu schinden. Der Abgewiesene stürzt sich todeshungrig in die ausweglose Schlacht. Und so weiter. Es folgt der Versuch, Verliebtheit ins Spiel zu integrieren.

Die Idee

Mein Spielcharakter (heterosexuell und männlich) soll sich verlieben. Die einfachste Variante wäre sicherlich, dies nach vorheriger Absprache mit einer Spielerin, am besten noch der eigenen Partnerin zu gestalten. Ich wollte aber 1. Märchen wie „Die Schöne und das Biest“ eine Chance geben, 2. ist meine Freundin keine Larperin, und 3. klingt diese Variante schrecklich langweilig. Mein Charakter sollte sich also in jemanden verlieben, den ich OT nicht kenne. Bei so einem Unterfangen muss man hochsensibel vorgehen. Weder wollte ich irgendwen in seinem Spiel nerven, noch weniger, dass sich die Zielperson outtime angebaggert oder gar belästigt vorkommt. Um also dem „Opfer“ eindeutig zu zeigen, dass es sich bei diesem Freien um eine reine IT-Aktion handelt, bot sich die Minne an: Triefende Verse, ein wenig Shakespeare, vielleicht ein Liebeslied. Die Auswahl sollte nach dem Prinzip „wo die Liebe hinfällt“ erfolgen, also zufällig. Mein Charakter erhielt die Eigenschaft: Die vierte weibliche Person, die ihn aus freien Stücken anspricht, soll seine große Liebe sein.

Die Umsetzung

Großveranstaltung Sommer 2004, mein sechs Jahre gespielter Charakter wird dahingemeuchelt- ich fühle mich erstaunlich frei, kann alle Bande und Treue und Bekanntschaften ablegen und bin nach seinem wunderschönem Begräbnis so fröhlich gestimmt, dass ich mal die Idee mit dem Liebesspiel starten will. Erst einmal hat es, wie ich finde, erstaunlich lange gedauert, bis mich vier weibliche Personen, die ich nicht OT kenne, aus freien Stücken angesprochen hatten. Dann war es aber soweit, es war eine Abenteurerin mit Brille und da es bereits der letzte Abend der Veranstaltung war, legte ich gleich los und brabbelte irgendwas von wegen, „meine Liebe ist auf ewig in Deinem Herzen versiegelt“ oder so ähnlich. Die Quittung für diese stümperhafte Werberei kam umgehend in Form eines Korbes, der unmissverständlich zeigte, dass diese Abenteurerin keineswegs an meinem Charakter (oder gar an mir?) interessiert war: „Mein Freund steht da vorne, der mit dem Helm. Aber hast Du vielleicht einen Elfenstengel?“ Natürlich meinte sie eine Zigarette, ich musste aber laut lachen und sie schien beleidigt. So ließ ich meine „große Liebe“ sitzen und dachte, dann nerve ich halt einen Bekannten mit gespieltem Liebeskummer. Der aber war, trotz aller Beteuerungen meinerseits, nicht davon abzubringen zu denken, ich sei verzaubert oder hätte an einem Liebestrank genuckelt. Mein Charakter vergaß seine einzig wahre Liebe recht schnell.

Fazit

Das war nix. Aber ich werde weitere Versuche unternehmen und hier darüber berichten. Die Zufallsauswahl ist leider nicht ganz so zufällig, sprechen einen doch eher „lustige Weibsbilder“ an, Schwankmaiden und Kendermädels. So kanns mit der Edeldame lange dauern


Julix Versuch sich zu verlieben

Also ich wollte eigentlich über eine Erfahrung meines eigenen Charakters sprechen...

Die Umsetzung

Es fing so an, dass ich mit Julix, einem jugendlichem, damals noch sehr unerfahrenem Abenteurer in einen Handelsposten der Elfen reiste... - Als ich ankam und all die Spieler mit den angeklebten, spitzen Elfenohren und der netten, elfischen Gewandung sah, fiel mir plötzlich wieder ein wie diese in Romanen und Filmen beschrieben werden. - bildhübsch, unglaublich schön... reizvoll... - Ich bin noch mal schnell durchgegangen, was mein Charakter ist: Mensch, jung, unerfahren.

Mir blieb eigentlich gar nichts anderes übrig als entwieder allen Elfen hinterherzupfeifen oder mir eine auszusuchen, die schönste oder zumindest für ihn reizvollste von allen und meinen Charakter fortan als verliebt zu spielen. Ich entschied mich für letzteres und es hat überraschend gut geklappt! Soll jetzt nicht heißen, er hätte etwas erreicht - aber es war/ist einfach schön zu spielen. Liebesgedichte, heldenhafte Rettungsaktionen (mehrfach, einmal mit solchem Übereifer, dass ich hingefallen bin und mich OT leicht an Hand, Knie und Hüfte verletzt habe... in dem Moment hab ich es noch nicht gespürt. :-D ). - Sie als junge Elfe hat noch die Unendlichkeit vor sich und lehnt daher (auch schriftlich und auf dem Con) den kurzlebigen Julix ab, seine(für menschliche Verhältnisse lobenswerte) Bemühungen anerkennend.

Fazit

Das gute Rollenspiel, das durch dieses Konzept folgte, hat mir OT-Lob eingebracht - und meinen Charakter zum Laufen gebracht. Er hat einfach Motivationen gehabt und eins führte zum anderen. - Er sucht den Schwertmeister auf, da er sie nur durch Glück hatte verteidigen können... darauf wollte er sich nicht verlassen. - Dann vor Liebeskummer bricht er die Schwertlehrlingskarriere ab (der Schwertmeister-Spieler war einfach zu selten da unterwegs, wo ich mit Julix grad war) und wird ein etwas chaotischer gesinnter Charakter, bis er eine Aufgabe findet, die ihn etwas ablenkt, bis er ihr wieder begegnet, was ihn wieder aus seiner Bahn wirft...

Ich habe mit diesem Charakter meinen Spaß und die Idee sich zu verlieben hat sich als eine hervorragende herausgestellt.

Soviel erstmal von mir, Julix


Eines Magiers Liebesleben

Die Idee

Nachdem mein letzter Charakter heldenhaft im Kampf zur Rettung der Welt gestorben war, machte ich mir einen neuen „Helden“, der vor allem eines sein sollte: Normal, menschlich und mit allen Hoch und Tiefs, die man so erlebt. Er wurde ein vertrottelter, naiver Magierlehrling, der gerade zum ersten mal seine bleiche Nase aus der heimischen Akademie gesteckt hatte. Zu einem normalen Menschen gehört natürlich auch, dass er sich verliebt. Da der Charakter total schüchtern ist und sich nicht traut, Frauen anzusprechen, glaubte ich nicht, dass ich damit OT Schwierigkeiten bekommen könnte („wieder so ein Idiot, der mich anbaggert“). Im Gegensatz zu meinen Vorrednern hatte ich mich entschlossen mir OT weibliche Kumpelz als Objekte meiner IT-Liebe auszusuchen, bei denen ich (zu entsprechender Zeit) klargestellt hätte, dass meine Verliebtheit nur rein IT ist.

Die Umsetzung

Die erste große Liebe war Dara, ebenfalls Magierlehrling an der Akademie. Zu mehr als Einträgen im Tagebuch und Gesprächen mit meinem besten Freund über sie ist es allerdings nie gekommen (erwähnte ich, dass der Charakter extrem schüchtern ist?). Zu meinem OT-Glück stöberte sie allerdings bei einer günstigen Gelegenheit in besagtem Tagebuch und bekam natürlich große Augen, als sie von den Gefühlen las, die mein Charakter für sie hegte. Durch das Tagebuch war es natürlich selbsterklärend IT und es entwickelte sich ein tolles Spiel, das aber leider daran scheiterte, dass sie nicht mehr so viel Larp spielt.
Die zweite Verliebtheit war die Magistra, in die alle Adepten der Akademie verliebt waren aka „der heiße Feger“. Leider wanderte sie OT nach Amerika aus, bevor sich vernünftiges Spiel entwickeln konnte.
Die aktuelle große Liebe ist ebenfalls Adepta an besagter Akademie und wie mein Charakter ein ziemliches Mauerblümchen. Die Zuneigung hatte sich über Jahre entwickelt und gipfelte vor einem halben Jahr auf einem Con in einer Situation, als mein Charakter ihr im Angesicht des sicheren Todes seine Liebe gestand. Beide überlebten allerdings und nun wollen sie heiraten.

Fazit

Dem Charakter ein realistisches Liebesleben zu verpassen kann das Spiel sehr bereichern. Damit es realistisch ist, muß es über längere Zeit laufen und funktioniert daher nur mit OT-Freunden/Bekannten. Dabei ist es dann natürlich um so wichtiger, dass allen Beteiligten OT klar ist, dass es sich nur um ein Spiel handelt und keine realen Gefühle entstehen sollen/dürfen. Was dem meiner Erfahrung nach zugute kommt, ist eine prüde Spielwelt, in der körperlicher Kontakt (Küssen, Kuscheln) vor der Hochzeit und in der Öffentlichkeit absolut unüblich ist. Mit meiner IT-Quasi-Verlobten hatten wir im Zelt z.B. eine Sicht-Trennwand zwischen der Mädchen- und Jungen-Seite, sehr toll.

Andere Liebes-Situation mit anderem Charakter findet ihr unter Dragonbane genauso wie eine schwedische Meinung, wie man so etwas spielen sollte.


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