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Religionen/Ceridentum/Altceriden

Die Altceriden

Bei den Altceriden handelt es sich um eine Splittergruppe des lyrisch-orthodoxen Ceridentums welche die Reformen des letzten Propheten Hilarius ablehnt. Vor Hilarius berief sich der ceridische Kult ganz auf Ceridon und die 5 Propheten, welche vor ungefähr 1000 Jahren wirkten. Hilarius wird von den Altceriden zwar auch als Prophet anerkannt, nicht aber als der letzte Fingerzeig des Eynen gesehen. Sie erwarten daher noch das Erscheinen weiterer Propheten. Altceridische Gemeinden existieren im mittelländischen Königreich Lyrien.

Im Spiel

Die Rolle eignet sich gut, um unter Lyriern einen Exoten darzustellen, der trotzdem auf einen gemeinsamen Glauben zurückgreifen kann und das Spiel durch Glaubensdiskussionen, kulturelle Eigenarten bereichern kann.

Selbstverständnis

Altceriden bezeichnen sich selbst nicht als solche, in ihrem Selbstverständnis sind sie Ceriden. Auf ihren Glauben angesprochen, werden sie trotzdem zumeist auf den Umstand hinweisen, dass sie keine reformierten Ceriden sind, um Missverständnissen vorzubeugen. Sie bezeichnen reformierte Ceriden schlicht als Reformierte, Hilariten oder Neu-Ceriden (Nicht zu verwechseln mit dem Out Time Begriff "Neo-Ceriden").

Symbolik und Erscheinung

Bevor Hilarius das Augenkreuz etablierte, nutzten Ceriden nur das Zeichen des Auges. Dieses ist daher immer noch Glaubenssymbol der Altceriden. Weiterhin werden Schneckenhäuser als Erkennungszeichen getragen, zum Beispiel als Schmuck oder in Form stilisierter Stickereien. Es wird angenommen, dass sich diese Symbolik auf den rundum gewundenen Pfad bezieht, den Ceridon zur Spitze des heiligen Berges beschritt. Der Ursprung könnte aber auch noch älter sein. Ansonsten sind Altceriden in Mode und Erscheinung nicht von der anderer lyrischer Ceriden zu unterscheiden. Lediglich besonders traditionelle Altceriden tragen auffällige und teilweise spektakuläre Kopfbedeckungen in Schneckenform.

Beziehung zu reformierten Ceriden

Reformierte Ceriden sehen Altceriden als unvernünftige Trotzköpfe an und bemitleiden sie für ihre Ablehnung des letzten Propheten, verachten sie aber nicht. Hass gegen Altceriden kann sich aus konkreten Beziehungen zwischen den Charakteren ergeben, ansonsten werden sie höchstens als wunderliche, verschrobene Gestalten betrachtet, deren zahlreiche Riten mehr belustigen als verängstigen. Hier zeigt sich der klare Unterschied zum allseits verteufelten Ismiten.

Viele Altceriden bevorzugen das Leben in einer eigenen, stadtnahen Siedlung, dem Schtetl. Trotzdem sind sie fest in das soziale Leben der lyrischen Gemeinde integriert und gehen einer Vielzahl an städtischen und bäuerlichen Berufen nach. Ihre lange Tradition in Astronomie und Zahlenlehre lässt viele wohlhabende Altceriden eine Universitäre Ausbildung anstreben. Viele Geldverleiher, Rechtsgelehrte und Verwalter stammen daher aus altceridischen Familien und sind für ihre Gewissenhaftigkeit wahlweise geschätzt oder gefürchtet.

Die 777 Weisheiten

Grundsätzlich teilen Altceriden und reformierte Ceriden ähnliche Werte. Bis zur Erleuchtung des Hilarius kannten die Ceriden jedoch keinen klaren Kanon an Weisungen und Manifesten, sondern orientieren sich an einer Vielzahl von Sinnsprüchen. Diese stammen aus unterschiedlichen Quellen, deren genauer Ursprung häufig im Dunkeln liegt. Eine Sammlung aus 777 solcher Weisheiten dient als Grundgerüst des altceridischen Glaubens. Im Gegensatz zu den 7 Manifesten des reformierten Ceridentums, sind diese jedoch nicht als Gesetze formuliert und lassen Spielraum zur Interpretation. Aus den Weisheiten haben sich daher eine für Außenstehende kaum überschaubare Vielzahl von Alltagsriten und gesellschaftlichen Verhaltensregeln entwickelt. Diese können regional unterschiedlich ausgelegt sein und geben regelmäßig Anlass für theologische Dispute unter Altceriden.

Den Willen des Eynen korrekt zu deuten ist folglich ein wichtiger Bestandteil des altceridischen Lebensalltags. So hat sich eine lange Tradition okkulter Praktiken etabliert, um Gläubigen als Kompass im Labyrinth der 777 Weisheiten und deren unterschiedlichen Auslegungen zu dienen. Diese reichen vom Kartenlegen der einfachen Landbevölkerung hin zu komplexen Zahlentheorien und astrologischen Studien altceridischer Gelehrter. Ein eigener Zweig der altceridischen Priesterschaft, die Galekh, widmen ihr Leben ausschließlich dem Studium und der Erforschung alter Schriften.

Auszug aus den 777 Weisheiten

Die Liste ist bewusst lückenhaft und exemplarisch um im Spiel bei Bedarf weitere Weisheiten spontan erfinden zu können.

1. Gebe Deinem Gott keinen Namen, denn Er ist der Einzige und Wahre.

2. Scheide das Gute wohl vom Bösen, damit Du sicher wandelst auf dem Pfad der Tugend.

3. Meide Hexerey und Zauberey, denn sie störet die Ordnung der Welten und ist das Werk des Bozephalus.

4. Helfe Deinem Nächsten den wahren Glauben zu erkennen, damit auch er der Weisheit des Einen teilhaftig werde.

5. Beschütze Deine Begünstigten so wie auch der Eine Dich beschützet, denn der Starke hat die Pflicht, den Schwachen zu schirmen.

6. Gehorche Deinem Oberen wie Du dem Einen gehorchen musst, denn Er ist der Herr der Herren.

7. Erstrebe die Gunst des Einen, denn Er ist der ewige Richter über Leben und Jenseits.

14. Bete stets gebeugt mit den Knien auf dem Grund um IHM deine Ergebenheit zu zeigen.

15. Bete stets mit dem Gesicht zum Berge Ceridons und mit den Füßen davon abgewandt.

75. Das Leder von Ziegen sollst du nicht für Schuhe verwenden dürfen.

111. Der gute Gläubige reinigt seinen Körper zu jedem Neumond von allem Schlechten und Faulen.

386. Am fünften Tage sein freigiebig und lass andere an deinem Wohlstand teilhaben, auf dass du die Großzügigkeit preisen mögest, die der Eyne dir zu Teil werden ließ und darin Genügsamkeit erfährst.

396. Vermische nicht die Milch einer Kuh mit Wasser in einem Gefäße, um davon zu trinken.

399. Du sollst kein Holz essen, denn durch Bäume fahren die Diener des Bozephalus in die Welt. Es ist unrein.

400. Ebendso sollen keine hölzernen Schüsseln und Löffel deinen Mund berühren. Sie sind unrein.

456. Bedecke stets dein Haupt, wenn du unter freiem Himmel wandern solltest. Dem Blick des Eynen missfallen bare Häupter.

457. Mann: Dein Hutwerk soll die Gestalt des heiligen Berges Ceridons zeigen.

458. Weib: Dein Hutwerk soll sittsam und angemessen sein.

561. Willst du dich setzten, so wische den Platz mit einem Tuch zuvor ab. Willst du dich auf den Boden setzten, so setze dich auf ein weißes Tuch oder einen Teppich.

712. Trage stets ein Stein deiner Geburtsstätte bei dir. Der Ort deiner Geburt ist deiner Seele heilig und der Stein soll dich vor Bösem schützen.

Altceriden und Zahlenmystik

Zahlen und Nummernfolgen sind sehr wichtig im Brauchtum der Altceriden da sich in den Zahlen die gesamte Schöpfung des Eynen und dessen Werk wiederfinden lässt. So werden in der Zahlenmytik bewandte Mystiker und Priester beispielsweise nach glücksbringenden Tagen für Hochzeiten, Erleuchtungen oder gefährlichen Reisen befragt.

1: Die Zahl des Eynen, Unteilbaren, die Zahl für den Uranfang als die Grundzahl, aus der alles geworden ist, Anfang jeder Zählung, Zahl der Einheit und - da Eins an sich noch keine Zahl darstellt - für das Göttliche schlechthin; zugleich Symbol der Individualität, als Zahlzeichen 1 Sinnbild für den aufrecht stehenden Menschen.

2: Die Zahl der Verdoppelung und des Gleichgewichts: Ehepaar, pari, die erste weibliche Zahl, deshalb gelten gerade Zahlen als weibliche Zahlen, Ausdruck der Vereinigung der Gegensätze, der Erneuerung und Fortpflanzung, Dualität trägt in sich die Ambivalenz von gut - böse, Licht - Schatten, Geist - Materie, männlich - weiblich, Tag - Nacht, Himmel - Erde, Land - Wasser, aktiv - passiv, links - rechts.

3: Als Summe von 1 + 2 die Zahl einer höheren, neuen Einheit. 3 steht für das Umfassende (Vater, Mutter, Kind), für die Vermittlung (These, Antithese, Synthese) und für das Himmlische und Vollendete.

4: Zahl für das Weltumspannende und Irdische; Zahl der Himmelsrichtungen und der der kosmischen Ganzheit, der Körpersäfte (Blut, Schleim, gelbe und schwarze Galle), der Lebensphasen (Kindheit, Jugend, Erwachsensein, Alter), der menschlichen Temperamente (Phlegmatiker, Sanguiniker, Choleriker und Melancholiker), der Kardinaltugenden (Klugheit/Weisheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit, Mäßigung) und der 4 Jahreszeiten.

5: Als Summe von 2 + 3 Zahl für die Vereinigung und der ausgeglichenen Mitte. Es gibt 5 Sinne (Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Tasten).

6: Als Mitte der Zahlen zwischen 2 und 10 Zahl für den Raum zwischen Gegensatz und Vollendung, als Hälfte von 12 die bedingte, nämlich die irdische Vollkommenheit (da sie der Summe ihrer Teile entspricht: 1 + 2 + 3 = 6) und die damit auch die Zahl des Menschen als Ergebnis der Multiplikation der ersten weiblichen (2) mit der ersten männlichen (3) Zahl.

7: Als Summe von 3 + 4 Zahl der Fülle und Vollendung; die Zahl der Vereinigung des Geistigen und der Materie, die Zahl der Elemente (Feuer, Wasser, Luft, Schwefel, Gold, Fleisch) und die Zahl der Heilung und die heilige Zahl schlechthin. 7 ist die Zahl des Eynen, denn er gab den Menschen 3 (Familie)*7=777 Regeln, die sie zu befolgen haben.

8: Zahl des Gleichgewichts im Kosmos (acht Hauptrichtungen der Windrose) und der Glückseligkeit, als. Die 8 übertrifft die irdische Wirklichkeit (7) und strahlt ins Jenseits hinein und dadurch auch ein Zeichen für die Wiedergeburt und der Seelenwaage.

9: Die Zahl des Bozephalus. Sie steht für die neun Verfehlungen die den Menschen befallen können.

10: Zahl des in sich Vollendeten, Ganzen; Summe der ersten vier Ziffern 1 + 2 + 3 + 4, oder Ergebnis der Ziffernfolge 1 + 0; Basis des Dezimalsystems, Zahl der Finger - sie dienen als Abzählhilfe in Merkversen.

11: Zahl, die die Vollendung um eins überschreitet, deshalb die Zahl der Maßlosigkeit und der Sünde; Symbolzahl der Narren, Schnapszahl,. Dadurch auch eine Zahl des Bozephalus und explizit der Magie. Die Überschreitung der vom Eynen gegebenen Gesetze.

28: die Mond-Zahl, Zahl der Tage des Mond-Monats.

777: Die heilige Zahl der Altceriden, da der Eyne den Menschen 777 Manifeste gab und Ceridon mit 777 Schritten den Berg Ceridons auf gewundenem Pfad bestieg.


Autoren: ChrisK