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LarpWiki: FernKampfwaffen

Fernkampfwaffen

Generelles: Für Bögen, Armbrüste und ähnliche Schusswaffen im Larp gilt eine maximale Begrenzung der Zugstärke (Zugkraft), das heißt, wieviel Kraft der Bogen hat, wenn man ihn mit dem vorgesehenen Pfeil auszieht. Diese liegt üblicherweise bei 20-30 lbs., dies entspricht etwa 9 bis 13 kg. Alle Pfeile müssen durchstoßsichere Polsterköpfe haben, die größer als eine Augenhöhle sind, um Verletzungen zu vermeiden.

In vielen Regelwerken verursachen Schusswaffen zusätzlichenSchaden und/oder durchschlagen Rüstungen.

Kurzbogen

Als eine der ersten Bogenformen wurde der Kurzbogen historisch früh aus Jagdwaffen entwickelt. Kurzbögen haben eine geringere Zug- und Durschlagskraft als Langbögen, sind jedoch einfacher herzustellen, transportieren und einzusetzen und können auch vom Pferderücken aus verwendet werden.

Der Kurzbogen im Larp: Durch die schlechten Flugeigenschaften der Polsterpfeile haben Larpbögen eine deutlich niedrigere Reichweite und Treffergenauigkeit als "echte" Bögen, sind aber im Gegensatz zur Armbrust noch relativ zielgenau. Da die Zugkraft von Larpbögen generell begrenzt ist, gibt es im Larp keine Unterschiede in der Wirksamkeit von Kurz- und Langbögen, meist werden diese im Regelsystem auch nicht unterschieden. Kurzbögen bieten sich vor allem wegen der besseren Transportierbarkeit für Waldläufer und ähnliche Charaktere an.

Langbogen

Der Langbogen ist eine mittelalterliche Weiterentwicklung aus dem Kurzbogen und eine reine Kriegswaffe. Von der Größe eines Mannes kombinierte er hohe Reichweite mit hoher Durchschlagskraft, brauchte aber besonderes Training, um ihn wirksam einzusetzen. Eine japanische Version des Langbogens ist der Daikyu, ein Bambusbogen, bei dem der obere Teil des Bogens länger als der untere ist.

Der Langbogen im Larp: Durch die schlechten Flugeigenschaften der Polsterpfeile haben Larpbögen eine deutlich niedrigere Reichweite und Treffergenauigkeit als "echte" Bögen, sind aber im Gegensatz zur Armbrust noch relativ zielgenau. Da die Zugkraft von Larpbögen generell begrenzt ist, gibt es im Larp keine Unterschiede in der Wirksamkeit von Kurz- und Langbögen, meist werden diese im Regelsystem auch nicht unterschieden. Langbögen eignen sich besonders für Elben und andere Charaktere, bei der der Bogen ein wichtiges und eindrucksvolles Stück Ausrüstung sein soll, sowie für spätmittelalterliche Kriegsknechte.

Kompositbogen

Dieser Bogen wird im Gegensatz zu den obigen nicht aus einem Stück gefertigt, sondern aus zwei oder mehreren Hölzern/Materialien; war schon im Mittelalter üblich, um die Eigenschaften der verschiedenen Hölzer perfekt miteinander zu kombinieren. Der Kompositbogen taucht da auf, wo kein für Bogen geeignetes Holz vorhanden ist, zum Beispiel bei Reitervölkern aus dem Osten. Verglichen mit einem europäischen Kurzbogen aus einem Stück Holz (und im Gegensatz zum modernen Kompositbogen), ist er diesem an Reichweite und Kraft unterlegen.

- [Verglichen mit einem europäischen Kurzbogen aus einem Stück Holz .., ist er diesem an Reichweite und Kraft unterlegen.] das stimmt so nicht. Der Kompositbogen ist durch seine schichten bauweise den europäischen bögen um einiges überlegen, sowohl in reichweite als auch in durchschlagskraft. so kann man mit guten kompositbögen bis zu 900 m weit schießen! ~anonym~

Der Kompositbogen im Larp: Da die Zugkraft begrenzt ist, hat der Kompositbogen gegenüber dem normalen Kurz- oder Langbogen im Liverollenspiel keine Nachteile. Oftmals wird er anstelle normaler Kurzbögen eingesetzt. Wie der Kurzbogen eignet er sich vor allem für Waldläufer oder eher barbarische Charaktere (Reitervölker, Wikinger, Orks, Kelten, Germanen etc.).

Armbrust

Die Armbrust ist eine hoch- bis spätmittelalterliche Waffe, die hohe Durchschlagskraft mit leichter Handhabung verbindet, dafür aber eine geringere Feuerrate aufweist. Historische Kriegsarmbrüste hatten eine deutlich höhere Zugkraft als Bögen und ließen sich nicht, wie leider im Larp sehr üblich, mit einer Hand spannen. Frühe Armbrüste wurden mit Hilfe eines Gürtelhakens gespannt, hierbei setzte der Schütze den Fuß in einen vorne angebrachten Steigbügel, hakte die Sehne in einen am Gürtel befestigten Haken ein und konnte so deutich mehr Kraft aufbringen. Spätere Kriegsarmbrüste wurden mit Winden gespannt, entweder mit einem Flaschenzug (sog. "Englische Seilwinde") oder mit einer Zahnstangenwinde (sog. "Deutsche Winde), für leichtere Modelle, die zum Beispiel zur Jagd verwendet wurden, fand auch ein einfacher Hebel, der sog. Geißfuß, Verwendung. Anleitungen für Armbrüste gibt es bei Section 32 und bei Berwelf (PDF).

Die Armbrust im Larp: Die Armbrust hat im Larp wegen der schlechteren Flugeigenschaften der Bolzen generell eine geringere Treffsicherheit und Reichweite als der Bogen, wird aber dafür in vielen Regelwerken mit besonderer Durchschlagskraft gegen Rüstung belohnt. Schön ist es, wenn die höhere Spannkraft und Nachladezeit auch ausgepielt wird, also zum Beispielbei Modellen mit Steigbügel dieser verwendet und die Sehne mit beiden Händen zurückgezogen wird.

Siehe auch Armbrust Mit Pavese

Schleuder

Die Schleuder ist eine der ältesten und einfachsten Schusswaffen der Menschheit. Historische Schleudern waren nicht die heute üblichen Zwillen oder Flitschen mit elastischem Zug, sondern Schlingen aus Schnur oder Leder, mit denen die Geschosse aus einer kreisförmigen Schleuderbewegung geworfen wurden. Als Projektile dienten Steine oder (wirksamere) Bleigeschosse, wobei seit Jahrtausenden geformte Lehmgeschosse das Optimum in Sachen Aufwand/Leistung darstellten. Eine Erweiterung stellt die Stabschleuder dar, welche sich als eine an einem Stab befestigte Handschleuder darstellt und als kleiner, handbetriebener Bruder des Trebuchets angesehen werden kann. Hiermit können relativ schwere Steine bei geringerer Zielgenauigkeit verschossen werden, was sich vor allem bei Belagerungen als nützlch erwies.

Die Schleuder im Larp: Grundsätzlich gilt, dass die Effektivität der Schleuder weit hinter Bogen oder Armbrust zurückbleibt. Dafür hat diese Waffe absoluten Seltenheitswert im Larp und ist extrem günstig in Anschaffung und Unterhalt. Die Umsetzung einer Stabschleuder ist relativ einfach, da sich als Munition bereits umtapete weiche Schaumstoffstücken eignen und es nur geringer Einübungszeit bedarf. Sie eignet sich als tragbares Belagerungsgerät, zum Beschuss größerer Gruppen oder als schöne Alternative zum einfachen Werfen größerer Steine. Sehr viel mehr Übung bedarf der zielgerichtete Einsatz der Handschleuder. Eine der einfacheren und sichereren Methoden ist das seitliche vertikale Kreisen von unten nach oben, wobei das Geschoss etwa bei Erreichen der Kniehöhe losgelassen wird. Als Munition eignen sich schwere Softbälle (15-25g bei 6-7 cm Durchmesser). Die Geschosshalterung sollte zusätzlich beschwert werden, um eine ausreichende Rotationsgeschwindigkeit aufzubauen und die Kreisbahn zu stabilisieren. In jedem Fall muss aber unbedingt darauf geachtet werden, dass ein ausreichender Abstand zu Umstehenden eingehalten wird!

Arkebuse/Muskete

Arkebusen, auch Handbüchsen genannt, sind spätmittelalterliche FeuerWaffen mit Luntenschloss, welche in der Blütezeit der Vollplatten bereits weit verbreitet waren. Ab ca. 1350 wird mit Haken- und Stangenbüchsen geschossen, ab ca 1450 mit Arkebusen. Musketen sind eine Weiterenwicklung hieraus.

Die Arkebuse im Larp: Arkebusen sind im Larp recht wenig verbreitet und finden vor allem bei Piratencharakteren und Renaissancespielern wie den Oschenheimern Verwendung. Frühere Hakenbüchsen werden von spätmittelalterlich inspirierten Kriegshaufen eingesetzt. Da Knallkörper von der Sicherheit her problematisch sind und viele "Geschosse" leicht ins Auge gehen können, wird hier machmal mit Einmachgummis als Geschossen und Knallschnüren gearbeitet. Momentan sind diese Waffen sehr ungenau und langsam nachzuladen und eignen sich darum mehr zu Ambientezwecken als als wirklich gefährliche Alternative zu Bogen und Armbrust. Viele Spieler und Spielleitungen lehnen die Verwendung von Schießpulverwaffen ab, weil sie sie trotz der o.g. historischen Einordnung als "unmittelalterlich" oder zumindest als nicht fantasykonform empfinden.


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