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LarpWiki: WieFunktioniertMagie

Wie funktioniert Magie?

Dafür, dass wir ja angeblich wissen, dass es keine Magie gibt, haben wir alle aber einen recht klaren Begriff davon, was Magie kann bzw. nicht kann. Wir gehen mit Magie ganz natürlich um und jeder „weiß“, dass es mit Magie leicht ist ein Lagerfeuer in Gang zu setzen, aber recht schwer einen ganzen Landstrich dem Erdboden gleichzumachen. Wir erwarten von Magie, dass sie sich an unsere Vorstellung davon hält, wie die Welt funktioniert, obwohl sich Magie ja gerade dadurch definiert, dass sie übernatürlich ist und eben nicht unseren Naturgesetzen unterliegt.

Erschwerend kommt hinzu, dass im Larp Magier auch gleichzeitig Gelehrte und Weise sind. Es gehört zu ihren Aufgaben wissenschaftlich zu sein und ihre Logik und ihren Verstand zu gebrauchen. Ein Schamane, ein Druide oder eine Hexe wird nicht in die Verlegenheit kommen erklären zu müssen, wie dass denn eigentlich funktioniert, was sie dort tut. Aber ein Magier hingegen sollte auf jeden Fall eine Intelligente Erklärung parat haben, was Magie ist und wie sie funktioniert.

Ein Beispiel

Eine Thematik, die oft zu Diskussionen anregt sind sog. Elementare Zauber. Dabei wird (Nach Dsys Regelwerk) behauptet, dass ein „Energiefeld“, welches physischen (also nicht magischen) Dingen den Zutritt verwehrt ja auch einen magischen Windstoß aufhalten müsse, da diese Luft ja per se physisch ist und nur durch die Magie bewegt wird. Viele Orgas regeln solche Sachen dann z.B. in ihren Hausregeln.

Das Problem an dieser ganzen Sache ist, dass wir unser modernes Denken, unsere heutige Auffassung von Wissenschaft und Naturgesetze auf etwas anwenden, dass per Definition übernatürlich, ist, also eben nicht von unseren Naturgesetzen beeinflusst wird.

Ein Lösungsvorschlag

Wir erfinden eine Art StartrekTechnik für unsere Magie. Sprich ein Ensemble von Begriffen und Handlungen, die ein in sich geschlossenes logisches System bilden, welches uns des "Suspension of Disbelief" erlaubt.

Meiner Meinung nach ist dies in einer gewissen Weise per Gewohnheisrecht schon geschehen, doch ofensichtlich teilen diese Meinung nicht viele *g* Wir werden versuchen mal was Handfestes draus zu machen.

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bin gerade über diese Leiche gestolpert, die ich vor längerm mal angefangen aber nie weitergeführt hatte. Werde mich mal dransetzen, könnte aber Hilfe gebrauchen --TobiasCronert 27.12.2008

  • Ich denke der Versuch aus einer wissenschaftlichen Magiethorie eine Spielmechanik abzuleiten scheitert, weil er das Problem von hinten aufzurollen versucht. Letztlich sind Magietheorienen wissenschaftliche Teorien. Was aber heist ich mache eine Beobachtung ("Mein Schutzkreis-Zauber hält physische Dinge (Pfeile, Lebewesen) nicht jedoch magie (unseren Windstosszauber) ab."). Nun muss ich versuchen möglichst schlüssig zu erklären warum das so ist. Diese Erklärung ist meine Magietheorie. Somit widerlegt mein Schutzkreis-Zauber im ursprünglichen Beispiel eigendlich die Theorie, dass der Windstoss-Zauber nur physikalische Luft bewegt (dann könnte er den Schutzkreis nicht durchdringen). --TobiasKremer gleicher Tag

    • Natürlich muss eine Magietheorie (also eine StartrekTechnik fürs Fantasy), die Spielmeschanismen mit einbeziehen. Fliegen, Unsichbarkeit usw. ist im Larp nicht möglich, weil es nicht darstellbar ist. Daher muß eine solche Theorie ebendies verbieten. Ähnlich, wie wenn das Beamen den Transport von Leuten ersetzt bräcuhten wir keine Raumschiffe und das würde die Serie langweilig machen. Deshalb darf Beamen nur auf Planeten, oder kurze Distanz funktionieren. Also hat in der StartrekTechnik das Wellenpaket eines Menschen durch einen Peak in der Hintergrundstrahlung des Raumes, eine Reichweitenbegrenzung von 40000km, weil es sonst zerfließen würde. E voila die Reichweite von Beamen ist auch 40000km begrenzt. --TobiasCronert gleicher Tag

Imho scheitert die Idee daran, dass es auf dem LARP keine einheitlichen Regeln gibt. Die Regeln legen die Spielrealität fest, wenns per Regeln keine Licht-Zauber gibt, dann kann die Magietheorie das auf dutzende Arten erlauben und wäre trotzdem falsch. Da es aber keine einheitlichen Regeln gibt, kann es keine einheitliches Magiesystem geben - außer eben der "Anything goes"-Variante - und die scheitert dann bei SLs, die bestimmte Zauber verbieten. Wenn ich heute das magische Fliegen verbiete, kommt morgen ne SL mit nem Drahtseil über dem Burghof gespannt und läßt ihren Schwarzmagier in den Himmel steigen. Zwei gleich gekleidete NSC in Maske, etwas Pyro und schon habe ich mit wenig Aufwand als SL ne Teleportation dargestellt. Es ist ja nicht so, als wäre alles unmöglich - vieles ist nur für den typischen Spieler undarstellbar, nicht aber für ne SL mit NSCs und Vorbereitung. Eindeutige Grenzen ziehen geht eben im LARP so gut wie nicht, was eine eindeutige Magietheorie erschwert. Die einzige Möglichkeit, die Verwirrung bei Zaubern zu verhindern ist, diese eben in den Regeln eindeutig zu definieren, also deutlich zu schreiben, was der Zauber nun bewirkt und wie er mit allen anderen Zaubern ggf. interagiert. Riesiger Aufwand für imho minimalen Nutzen, also selbst im Rahmen EINES Regelwerks schon ziemlich sinnfrei. --FlorianSchätz, Tags drauf

Ein Problem sehe ich in dem Punkt, dass unser wissenschaftliches Denken durch Ursache und Wirkung geprägt ist. Eine wissenschaftliche Theorie benötigt also eine eindeutige Zuordnung von Ursache <-> Wirkung. Das Star-Trek-Beispiel hat ja genau diesen Aspekt: Da ist eine Ursache (Heisenberg-Kompensator) und eine Wirkung (Beamen ist möglich). In der Larp-Realität aber wandelt sich diese Theorie ja auf jedem Con. Aufgrund sich ändernder Hausregeln oder neuer Zauber oder neuer Fähigkeiten. Daher müsste man entweder eine extrem flexible, damit aber nicht sehr detailreiche Theorie basteln oder eine Magietheorie für jeden Con (zumindest jeden Veranstalter) formulieren. --JeremiasW, 27.12.08

  • Ja, wir müssten entweder für jeden Con einzeln eine Magietheorie einführen, oder die LARP-Polizei damit beauftragen eine allgemein verbindliche für alle Orgas einzuführen. Was momentan existiert ist ein Mittelweg. Gewisse Prinzipien, wie zum Beispiel Elementartheorie, oder der Astralraum gelten durch einen allgemeinen Konsens in der Literatur als (mehr oder weniger) allgemein akzeptiert, auch Regelwerksübergreifend. An anderen Konzepten scheiden sich die Geister. --TobiasCronert, selber Tag

    • Gerade deine beiden Beispiele sind durchaus eher Gegenbeispiele. Was nehmen wir denn: klassische alchimiste Elemente, Condra, chinesisch? Oder welchen Astralraum hättens denn gerne? Ich kann mich z.B. nicht an irgendeine homogene Definition des Astralraums in Engonien erinnern.
      • Grundsätzlich hast du nicht ganz unrecht, es gibt ein paar Gemeinsamkeiten. Aber schau dir doch an, wie auch diese Gemeinsamkeiten nur oberflächlich sind. Dann stösst du schnell auf Punkte, wo ein intelligenter Mensch dir deine Theorie zerreissen kann. Schonmal drüber nachgedacht, von unserem modernen empirischem Weltbild wegzugehen? Ich überlege mal, was man da als Idee finden könnte. --JeremiasW, immernoch selber Tag

        Der Astralraum kommt oftmals (wenn auch natürlich nicht immer) aus Shadowrun, weil das die bekannteste Vorlage ist. Zumindest ist das die Vorlage, die ich am meisten erkannt habe, wenn Leute über Astralraum und ähnlichen Schmonz reden :-) Aber das bedeutet natürlich lange nicht, dass er eindeutig definiert wäre, solange es noch andere Meinungen gibt. Persönlich komme ich auch ohne einen undarstellbaren Astralraum aus. Ich denke, zur Zeit existiert gar nichts, nichtmal, was nicht geht, ist eindeutig klar. Zeit stoppen geht nach manchen Regelwerken, etc. Zum Glück ist Magietheorie selten wichtig und auf Cons, wo sie wichtig wäre, sollte man halt auch entsprechende Infos verteilen (wobei man hier imho eher Infos darüber verteilen sollte, was z.B. die antiken Ruinenbauer über Magietheorie gedacht haben und nicht, welche Magietheorie nun STIMMT). --Irian, Tags drauf


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